Der Kauf-nix-Tag ruft zum bewussten Konsumverzicht auf.
Während des Black Friday sollen laut Handelsverband Deutschland (HDE) 27 Prozent mehr Umsätze erzielt werden als noch 2020 – also rund 4,9 Milliarden Euro. Auf die Rabattschlacht folgt der Kauf-nix-Tag am 27. November, im Original „Buy Nothing Day“. Der kanadische Künstler Ted Dave hat ihn 1992 als Protestaktion ins Leben gerufen. Konsum und Konsumverzicht prallen aufeinander.
Prof. Dr. Julia Pitters, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der IU Internationalen Hochschule (IU), forscht aktuell zu dem Thema und sagt: „Kauf-nix-Tag und Black Friday haben beide ihre Berechtigung – der eine ist aus ökologischer Sicht wichtig, der andere hilft dem angeschlagenen Einzelhandel.“ Der Black Friday sei bei zwei sehr gegensätzlichen Gruppierungen besonders beliebt: der „digitalisierten Generation“ der unter 29-Jährigen und den über 60-Jährigen „analogen Schnäppchenjägern“, die vorzugsweise bar bezahlen würden. „Der Kauf-nix-Tag ruft dagegen zum bewussten Konsumverzicht auf. Jeder soll nur kaufen, was benötigt wird und schont damit die Umwelt. Der Kauf-nix-Tag ist im Gegensatz zum Black Friday auf langfristiges Umdenken ausgerichtet und mündet beispielsweise in Ideen wie die Sharing Economy.“
Die Gefahr liege in der Polarisierung der Positionen, die aktuell in sehr vielen Lebensbereichen festgestellt würden. „Durch Krisen wie Corona verstärkt sich diese Tendenz sogar noch“, betont Pitters. „Je nachdem, ob die Krise als Chance oder als Bedrohung wahrgenommen wird, wird beispielsweise das Kaufverhalten risikofreudiger oder vorsichtiger. Dabei ist die Extremisierung in unterschiedlichen Gesellschaftsfeldern zu beobachten.“
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