Ulrich Meine ist Diplom-Wirtschaftsinformatiker und verantwortet das Produktportfolio im Bereich Global Managed Services bei der NTT DATA Business Solutions AG.
Durch den Einsatz von Cloud-Lösungen lassen sich vorgefertigte Services, Plattformen und neueste Technologien für Unternehmen schnell und unkompliziert beziehen. Gleichzeitig zeigt sich eine Tendenz bei den relevanten Software-Anbietern, viele ihrer Komponenten ausschließlich über die Cloud anzubieten, sodass der Betrieb im eigenen Rechenzentrum mit Blick auf die aktuellen Marktlösungen schon bald als Alternative entfallen könnte. Die Frage ist also längst nicht mehr ob, sondern wie Cloud-Lösungen die bisherige On-premises-Strategie ersetzen oder ergänzen sollten.
Möchte ein Unternehmen sich nicht ausschließlich an einen Lösungsanbieter binden, wird es sich durch den Bezug von SaaS-Anwendungen unterschiedlicher Hersteller ganz automatisch in einer Multi-Cloud-Umgebung bewegen. Damit einher geht die Herausforderung, ein sorgfältiges Management der nun über verschiedene Plattformen verteilten Daten zu etablieren. Mit Blick auf Cloud-Hyperscaler wie AWS oder Microsoft, die eine Alternative zum eigenen RZ sein können, fragen sich viele Unternehmer, welcher der relevanten Public-Cloud-Anbieter für sie der richtige ist. Dabei führt der Fokus auf die Infrastrukturservices der Anbieter gegebenenfalls nicht zum Ziel. Die Differenzierung stellt sich in der individuellen Bewertung vielmehr über deren PaaS- und SaaS-Services dar, die sich in wesentlichen Details unterscheiden können. Hier sollte jedoch ebenfalls geprüft werden, ob sich der spezifische Bedarf des eigenen Unternehmens über einen einzigen Anbieter vollständig abdecken lässt. Am Ende kann es sinnvoll sein, neben dem Einsatz verschiedener SaaS-Lösungen auch bei IaaS-nahen Services eine Multi-Cloud zumindest perspektivisch in Betracht zu ziehen. Mit Blick auf produktionsnahe Systeme und Prozesse und ihre enge Verzahnung mit Fertigung und Logistik kann es Gründe geben, Teilaspekte der IT-Landschaft auch weiterhin on premises oder in einer Private-Cloud zu behalten. In diesem Fall wäre eine Hybrid-Cloud die Lösung der Wahl.
Wichtig ist, dass je nach Lösung Aspekte wie Design, Implementierung und Pflege der IT-Landschaft auch nach dem Umstieg in die Cloud keineswegs entfallen. Ein Unternehmen, das auf die IaaS-Dienste eines Hyperscalers zugreift, ist nach wie vor für die regelmäßige Überwachung, Aktualisierung, Backup-Verwaltung oder Sicherheitsprüfung seiner darauf laufenden Systeme und Applikationen verantwortlich.
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Dabei ist und bleibt die Cloud immer nur ein – wenn auch wichtiges – Mittel zum Zweck. Indem sie sich mit den IT-Zielen des Unternehmens stetig weiterentwickelt, künftige Bedarfe ressourcenschonend abdeckt und die vorhandenen Prozesse und Anwendungen durch gesteigerte Effizienz und automatisierte Prozesse optimiert, wird die Cloud-Lösung zu einer zentralen Stellschraube einer agilen und innovationsgeprägten IT-Gesamtstrategie.
Bildquelle: NTT Data Business Solutions AG