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„Die Zukunft gehört fraglos Cloud-Services“

Was eine gute „Communication & Collaboration“-Software in der Cloud ausmacht, verrät Andrea Wörrlein, Geschäftsführerin von VNC in Berlin und Verwaltungsrätin der VNC AG in Zug, im Interview

Andera Wörrlein

Andrea Wörrlein hat Amerikanistik, Psychologie und Kommunikationswissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg studiert und lebt heute in der Schweiz.

ITD: Frau Wörrlein, inwieweit haben New Work, Homeoffice oder Remote Working in Deutschland die Präsenzarbeit im Büro wirklich abgelöst?
Wörrlein:
Ich würde nicht von einer Ablösung sprechen, denn die Arbeit im Büro ist bislang nicht verschwunden und wird wohl auch nicht verschwinden. Das wäre gar nicht erstrebenswert, da die Mitarbeiter sich vor allem Flexibilität wünschen – sie wollen selbst entscheiden, wo sie tätig sind, und das kann eben auch das Büro sein. In der Tat sind jedoch „Desk Workplaces“ in den vergangenen Jahren deutlich flexibler geworden, weil virtuelle und lernende Teams, die rund um den Globus in Projekten oder auf Dauer zusammenarbeiten, für Unternehmen ein Erfolgsfaktor sind. Diese neue Arbeitswelt, zu der auch Remote-Work im Homeoffice oder auf Reisen zählt, erfordert moderne Software, die leicht anpassbar ist und Mitarbeitern eine sichere Umgebung für einen reibungslosen Austausch bietet.

ITD: Welche Rolle spielen Public Clouds im Rahmen der neuen Art und Weise der Zusammenarbeit?
Wörrlein:
Anwendungen aus der Public Cloud sind oft die einfachste und schnellste Möglichkeit, die Zusammenarbeit zu verbessern, wenn auch nicht immer die sicherste. Unternehmen sollten daher sorgfältig auswählen, welche Lösungen sie einsetzen, um keine Datenschutz- oder Sicherheitsverletzungen zu riskieren. Optimal sind Lösungen, die eine Bereitstellung in privaten, öffentlichen und hybriden Clouds unterstützen. Sie lassen Unternehmen alle Freiheiten und erleichtern auch einen späteren Wechsel des Betriebsmodells. Die Zukunft gehört fraglos Cloud-Services, die auf allen Ebenen dezentralisiert sind – von der Infrastruktur, über die Plattformen bis zu den Anwendungen selbst. Closed Source, proprietäre Formate und Schnittstellen oder Anwendungen, die Hersteller nur über eigene Plattformen bereitstellen, schränken Unternehmen hingegen nur ein und untergraben ihre Sicherheit und digitale Souveränität.

ITD: Was macht eine gute „Communication & Collaboration“-Software (C&C) in der Cloud aus?
Wörrlein:
Eine gute Lösung bietet modulare, passgenaue Funktionen, die auf jedem Gerät bereitstehen und einfach nutzbar sind – andernfalls suchen sich Anwender schnell Alternativen. Sie muss auch nativ für die Cloud entwickelt worden sein, da On-Premises-Anwendungen, die erst nachträglich für die Cloud angepasst wurden, sich nur schwer erweitern lassen und schlecht skalieren. Darüber hinaus sind Sicherheit und Verfügbarkeit sowie die Unterstützung offener Standards wichtig. Diesbezüglich kann vor allem Open Source mit seinen engagierten Communities, kurzen Update-Zyklen und einfachen Integrationen punkten.

ITD: Was gilt es sowohl bei der Entwicklung als auch beim Betrieb und der Nutzung von C&C-Software zu beachten?
Wörrlein:
Die obersten Gebote bei der Entwicklung und beim Betrieb solcher Lösungen sind Sicherheit, Sicherheit und Sicherheit. In der Entwicklung heißt das in erster Linie Security by Design. Unternehmen müssen bereits bei der Konzeption ihrer Software an technische Maßnahmen zum Schutz der Anwendungen und Daten denken und diese Maßnahmen auch implementieren. Darüber hinaus hilft eine einheitliche Code-Basis für alle Geräte und Plattformen durch ein Hybrid-Code-Development, die Weiterentwicklung und Pflege der Software zu erleichtern und zu beschleunigen. Änderungen müssen nur einmal vorgenommen werden und sind dann überall verfügbar. Auf Betriebsseite lässt sich ein hohes Sicherheitsniveau durch SecOps-Konzepte erreichen, wobei Kubernetes-Umgebungen beispielsweise die Automatisierung vieler sicherheitsrelevanter Aufgaben und Prozesse erlauben. Außerdem sind Kubernetes-Umgebungen sehr performant und hochskalierbar.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITD: Inwieweit können Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) die Funktionalität von C&C-Software nutzbringend erweitern?
Wörrlein:
KI und ML bieten die Chance, Tätigkeiten und Abläufe zu automatisieren. Auf diese Weise lässt sich die Arbeit effizienter gestalten – die Mitarbeiter müssen sich beispielsweise nicht mehr um die langweilige Organisation von Arbeitsschritten und Prozessen kümmern, sondern können sich auf wertschöpfende Aufgaben konzentrieren. Letztlich vermögen Algorithmen keine menschliche Intuition oder Kreativität zu ersetzen, können den Menschen also nur unterstützen. Der Mensch muss immer im Mittelpunkt stehen, da gute Ideen und Innovationen immer von ihm ausgehen.

Bildquelle: VNC

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