Studie

Digitale Pandemiebekämpfung

Rund 50 Prozent der Deutschen wären bereit, verstärkt digitale Anwendungen zu nutzen, wenn diese in Zukunft zu weiteren Corona-Öffnungsschritten beitragen, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage.

Tafel Restaurant

Viele Deutsche wären laut einer aktuellen Umfrage bereit, digitale Tools zu verwenden, um die Öffnung von Geschäften, Restaurants und Co. zu beschleunigen.

In der dritten Welle der Corona-Pandemie setzen Bürger in Deutschland stark auf digitale Lösungen. Besonders beliebt sind digitale Tools, mit denen sich von Zuhause aus arbeiten und lernen lässt. Tools für den digitalen Check-In, die den Besuch von Restaurants, Veranstaltungen oder auch Kaufhäusern vereinfachen sollen, halten viele dagegen für weniger sinnvoll, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die der Eco-Verband im April beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben hat.

Ein Großteil der Deutschen wäre demnach bereit, verstärkt digitale Anwendungen zu nutzen, wenn diese in Zukunft zu weiteren Corona-Öffnungsschritten beitragen. Knapp 70 Prozent der Befragten gaben an, hierfür entsprechende digitale Tools auch nutzen zu wollen.

Bei der Frage nach sinnvollen digitalen Anwendungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie steht das Homeoffice (64,4 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von Apps zur Kontaktnachverfolgung (52,7 Prozent), der Einführung eines digitalen Impfpasses (47,3 Prozent) sowie der Möglichkeit, Distanzunterricht über digitale Lernplattformen stattfinden zu lassen – dem sogenannten Homeschooling - (42 Prozent). Digitale Check-In-Lösungen für Restaurantbesuche (33,8 Prozent) oder Veranstaltungen (29,1 Prozent) bildeten bei der Umfrage das Schlusslicht.

Keine Frage des Alters

Die hohe Nutzungsbereitschaft für digitale Lösungen zeigt sich durchweg in allen Altersgruppen. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist die Zustimmung mit rund 74 Prozent am höchsten – gefolgt von der Alstergruppe 65+ mit knapp 71 Prozent.

„Ohne digitale Tools und Lösungen wäre unser Arbeits- und Sozialleben im Corona-Jahr zum Totalausfall geworden“, sagt Eco-Vorstandsvorsitzender Oliver Süme. „Und auch in Zukunft bildet die Digitalisierung einen wichtigen Baustein, um die Pandemie zu bekämpfen. Das weiß auch ein Großteil unserer Gesellschaft und will aktiv daran mitwirken – ein eindeutig positives Signal in diesen Zeiten.“

Weniger optimistisch schätzen die Deutschen jedoch ein mögliches Ende der Corona-Einschränkungen ein. Zwar ist knapp die Hälfte der Befragten der Ansicht, dass diese durch die flächendeckende Nutzung digitaler Technologien verkürzt werden könnten. Doch ist die Skepsis bei vielen Bürgerinnen und Bürgern weiterhin hoch.

Oliver Süme appelliert darum an die Politik, sich nicht im Klein-Klein zu verlieren, sondern im engen Schulterschluss mit der IT-Wirtschaft eine bundesweit geltende Strategie für den sinnvollen Einsatz digitaler Lösungen zu entwickeln. Nur so könnten weitere Folgen der Corona-Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft abgefedert sowie mögliche Öffnungsschritte realistisch geplant werden. Süme: „Die hierfür benötigten Technologien sind längst vorhanden – jetzt liegt es an der Politik, digitale Lösungen gezielt einzusetzen.“

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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