Application Programming Interface

Digitale Transformation läuft über die Schnittstelle

Im Kommentar erklärt Vince Padua, CTO bei Axway, warum APIs eine wichtige Rolle für Unternehmen auf dem Weg der Digitalen Transformation spielen.

Vince Padua, Axway

Vince Padua: „Ein API-Layer ist flexibler und oft realis­tischer zu verwirklichen, als etwa die bestehende Core-Legacy zu ersetzen.“

Jeder redet von Digitaler Transformation, doch wer kennt den Königsweg, um die damit einhergehenden Probleme zu stemmen? Das MIT Sloan Center for Information Systems Research (CISR) hat im Rahmen seiner Studie „Replatforming the Enterprise“ Ende 2021 insgesamt 1.311 Unternehmen befragt, wie weit sie auf dem Weg der Transformation hin zu einem Future-Ready-Unternehmen sind. Nur 24 Prozent denken, sie seien dort angekommen. 56 Prozent sind dem eigenen Urteil nach noch sogenannte „Silo-and-Spaghetti“-Unternehmen, welche sich produktgetrieben mit komplexen Prozessen, Systemen und Daten aufhalten und oft nur dank des Engagements ihrer Mitarbeiter die vorgesehenen Ergebnisse erzielen.

APIs als Grundlage der Transformation

Es gibt verschiedene Gründe für diesen Nachholbedarf. An Ideen mangelt es in der Regel nicht, sie lassen sich jedoch nicht ohne technische Grundlagen verwirklichen: Es bedarf vernetzter Systeme und Applikationen, welche die Informationen schnell, zuverlässig, sicher und zielgerichtet allen Beteiligten zur Verfügung stellen. Die beste Möglichkeit dafür sind APIs (Advanced Programming Interfaces), die in einer offenen Plattform ­Anwendungen, Daten und Systeme sowohl mit deren internen als auch externen berechtigten Nutzern zusammenbringen. APIs in einem eigenen Layer über eine offene Plattform allen als wiederverwendbare Produkte konsumierbar bereitzustellen, schafft die Grundlage, um die Digitale Transformation zu stemmen. Über einen Katalog können alle Anwender auf verschiedene Schnittstellen zugreifen. Ein eigens eingezogener API-Layer bewahrt dabei die bestehenden Legacy-Systeme, Dateien und Applika­tionen, integriert diese zukunftssicher und stellt sie für alle Anwendungen, Systeme, Daten und Anwender über ein Front-End-Interface bereit.

Ein API-Layer ist flexibler und realistischer zu verwirklichen, als die bestehende Core-Legacy zu ersetzen. Viel aufwendiger wäre es, eine IT-Infrastruktur neu aufzu­setzen und bestehende Daten und Anwendungen auf diese zu migrieren. Noch schwerer, wenn nicht sogar unmöglich wäre es, die bestehende Core Legacy zu ersetzen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Es ist Common Sense, dass Unternehmen und alle Beteiligten schnell neue Geschäftsmodelle umsetzen wollen und müssen. Nur ein großer Katalog an Schnittstellen ermöglicht die geforderte Agilität der Unternehmen. Unter Umständen müssen die Beteiligten dann nicht immer jedes API-Rad neu erfinden. Häufig sind geeignete Tools schon längst als Bausteine vorhanden.Auch die CISR-Studie gibt Hinweise auf positive Effekte für den Weg der Digitalen Transformation über APIs: API-Organisationen wachsen offenbar schneller, haben höhere Margen und erzielen zusätzliche Einnahmen durch das Cross-Selling von Innovationen, durch digital ausgespielte Services sowie durch die Monetarisierung von Daten.

Bildquelle: Axway

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