Collaboration

Digitale Zusammenarbeit ist Alltag - in jungen Unternehmen

Cloud-Dienste und soziale Netzwerke sind vor allem in jungen Unternehmen im Trend. Entscheidend ist ein offener Führungsstil und ein hoher Grad an Selbstorganisation.

Zusammenarbeit

Digitale Zusammenarbeit (Collaboration) in Unternehmen ist ein nicht mehr ganz neuer Trend. Er wird aber immer wichtiger. Zahlreiche Firmen besitzen eine ausgeprägte Anwesenheits- und Meeting-Kultur, die viele Mitarbeiter (zumindest im Stillen) als eines der größten Effizienzhindernisse erkennen. Es ist naheliegend, den Hochbetrieb auf den Fluren durch effizientere Kommunikation zu ersetzen.

Nutzungsprofile für digitale Zusammenarbeit

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Softwareprodukten, die digitale Zusammenarbeit in der einen oder anderen Form ermöglichen. Doch wie werden sie in der Praxis genutzt? Der Wirtschaftsingenieur Jonathan Denner ist dieser Frage in einer Opens external link in new windowInterviewstudie nachgegangen.

Die Studie analysiert einige junge, innovative Unternehmen aus dem IT-Sektor. Sie eignen sich besonders gut für eine Analyse der digitalen Zusammenarbeit, da sie noch keine "Organisationsgeschichte" haben. Es gibt also weder Altlasten noch Routinen und Rituale, die einer weiten Verbreitung der Softwarewerkzeuge im Wege stehen.

"Die untersuchten Teams nutzen eine Vielzahl von Werkzeugen unterschiedlicher Anbieter, um diese Anforderungen zu erfüllen," erklärt Jonathan Denner in seiner Studie. "In der Summe sind es zwischen zehn und 21 unterschiedliche Werkzeuge. Die Werkzeuge werden zu einem großen Teil mittels Internet bereitgestellt. Die Daten sind entweder auf selbstverwalteten Servern oder bei Drittanbietern in der Cloud gespeichert."

Aufgabe der Studie war es, Nutzungsprofile für die digitale Zusammenarbeit herauszufinden. Ein großer Teil der genutzten Werkzeuge ist ähnlich jung wie die untersuchten Unternehmen - zum Beispiel Wunderlist und Dropbox. In der Unternehmenspraxis zeigt sich, dass Cloud-Dienste, soziale Netzwerke und lokale Werkzeuge eingesetzt werden.

Offener Führungsstil als Gemeinsamkeit

Es gibt jedoch einige klare Favoriten: So haben klassische Tools wie Exchange, Microsoft Office, E-Mail und das gute alte Telefon immer noch eine große Bedeutung. Doch soziale Netzwerke sind mindestens gleichauf, wenn es um Kontaktpflege und Planung geht. So werden Xing, Facebook und Twitter relativ häufig für diese Aufgaben eingesetzt.

Ebenfalls sehr weit verbreitet sind Google Docs und der Google Kalender. Außerdem nutzen viele Unternehmen etablierte Technologien wie Fileserver oder lokale Office-Pakete, experimentieren aber gleichzeitig mit den entsprechenden Cloud-Diensten (Dropbox, Saas).

Ein genauer Blick auf die einzelnen Unternehmen ergab eine interessante Gemeinsamkeit: Ein offener Führungsstil, eine hohe und verbreitete Partizipation im Team und ein hoher Grad an Selbstorganisation begünstigen eine hohe Digitalisierung der Zusammenarbeit, betont Denner in der Studie. Weitere Faktoren seien das räumlich verteilte Arbeiten, die Existenzdauer des Teams und die finanzielle Ausstattung.

Trotz der Vielzahl an Tools gibt es nach den Ergebnissen von Denner eine gemeinsame digitale Grundlage: Die Teams arbeiten in vielen Bereichen wie Kommunikation, Planung, Textproduktion und Kontaktpflege via Communities zusammen. Soziale Netzwerke sind die Basiswerkzeuge aller untersuchten Teams. Dies liegt auch an der Verbreitung von Twitter und Facebook im Privatleben der zumeist jungen Mitarbeiter: Social Media ist Alltag und wird auch im Job erwartet.

Bildquelle: Gerd Altmann all-silhouettes.com / Opens external link in new windowpixelio.de

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