Adobe-Mitgründer Charles Geschke ist tot

Digitalisierer der ersten Stunde

Charles Geschke, der „Vater des PDFs“, hat mit seinen Visionen und Produkten die digitale Welt, wie wir sie heute kennen, entscheidend geprägt. Nun ist er im Alter von 81 Jahren verstorben.

Digitalisierungspionier: Charles „Chuck“ Geschke

Digitalisierungspionier: Charles „Chuck“ Geschke

Jeder von uns ist mit Sicherheit schon einmal mit Adobe-Produkten oder -Entwicklungen in Berührung gekommen. Sei es, ob man Mails mit PDF-Anhängen geöffnet hat, über die „gephotoshopten“ Schönheiten auf Werbeplakaten gestaunt hat oder der Flash Player mal wieder dringend nach einem Update verlangt hat. InDesign, Acrobat, Photoshop, Flash: Sie alle stammen aus dem Hause Adobe.

Die Geschichte von Adobe, heute mit einem Umsatz von etwa 11,1 Mrd. US-Dollar einem größten Unternehmen der Welt, begann wie so viele IT-Erfolgsgeschichten mit einer brillianten Idee – und einer Absage. Geschke und sein Kollege John Warnock waren nämlich Angestellte des Xerox-PARC-Forschungszentrums im berüchtigten Palo Alto. Dort befasste er sich mit Informatik, Bildverarbeitung, Computergraphik und Optik und entwickelte die Seitenbeschreibungssprache „Interpress“, aus der später Postscript" wurde. Das Management von Xerox zeigte sich vom Potenzial der Software nicht überzeugt und so zogen die beiden aus, um 1982 mit „Adobe Systems“ ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Dabei nimmt es wenig Wunder, dass Charles „Chuck“ Geschke sich mit Drucker-Programmiersprache befasste, denn schließlich waren schon sein Vater und Großvater im Hochdruck tätig. Dass allerdings die Innovationen ihres Nachkommen inzwischen nahezu jeden Menschen auf der Welt auf die eine oder andere Weise bereits erreicht haben – das hätten sie sicher nicht erwartet.

Private Schlagzeilen machte er – anders als viele andere Tech-Giganten wie Steve Jobs, Jeff Bezos oder Bill Gates – so gut wie nie. Außer natürlich an jenen fünf Tagen im Mai 1992, als er auf dem Firmenparkplatz seines eigenen Unternehmens von zwei bewaffneten Lösegelderpressern entführt wurde. Das Geiseldrama endete mit der Befreiung Geschkes und der Festnahme der Entführer glimpflich.

Chuck Geschke machte um die Entführung nie viel Aufhebens und schon ein Jahr danach stellte Adobe das „Portable Document Format“ vor, das als PDF in die Geschichte eingehen sollte. Fortan konzentrierte er sich weiter auf die unternehmerischen Belange des Unternehmens, dem er von 1987 bis 1994 als CEO, von 1989 bis 2000 als Präsident sowie von 1997 bis 2017 als Vorstand des Aufsichtsrats diente. Bis zu seinem 80. Geburtstag im April 2020 blieb er Aufsichtsratsmitglied.

Ein ausführlicher Nachruf auf den Gründer und Software-Entwickler findet sich heute im z.B. Wallstreet Journal. Und steht dort selbstverständlich auch als PDF zum Download bereit.

Bildquelle: Schmiebel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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