Business Transformation

Digitalisierung ist ganz entscheidend

Die Corona-Pandemie hat vielen Unternehmen erst bewusst gemacht, wie überlebenswichtig die Digitalisierung für sie ist. Das zeigt auch der neue Business Transformation Index 2022, begleitet von neun Handlungsempfehlungen.

Zwei Personen mit Laptops unterhalten sich

Der Fachkräftemangel ist für die Unternehmen in Europa und den USA immer noch die größte Herausforderung auf dem Weg zu mehr digitaler Kompetenz.

Die Krise hat Transformationsprozesse angeschoben wie kaum zuvor. 83 Prozent der Unternehmen in Frankreich, Deutschland, Irland, Großbritannien und den USA haben ihre geschäftlichen und digitalen Initiativen in der Zeit beschleunigt. 76 Prozent haben erkannt, dass sie ohne Digitalisierung die nächsten fünf Jahre kaum überleben werden. Dies sind nur zwei Ergebnisse des neuen Business Transformation Index 2022, für den der Engineering-, Technologie- und Beratungsdienstleister Expleo 1.030 Geschäfts- und IT-Führungskräfte im Herbst 2021 befragt hat.

Ziel der Studie war es zu erfahren, wie weit die geschäftliche und Digitale Transformation in den Unternehmen diesseits und jenseits des großen Teiches schon vorangeschritten ist und was die Beweggründe für entsprechende Initiativen sind. Die wichtigsten Prioritäten für die nächsten ein bis zwei Jahre sehen die Unternehmen darin, die Customer Experience zu verbessern (47 Prozent) und die Produktivität (45 Prozent) zu erhöhen. Ebenfalls weit oben rangieren die Umgestaltung der Geschäftsmodelle und Arbeitsmethoden sowie die Steigerung der Gewinne und Umsätze sowie Innovation und Agilität für schnelleres Go-to-Market.

Zwischen forschen Ambitionen und Vorsicht

61 Prozent der Unternehmenslenker und IT-Führungskräfte sind sich bewusst, dass sie ambitioniertere Ziele verfolgen müssen, mit 51 Prozent überwiegt aber noch der behutsame, methodische Ansatz in der Transformationsstrategie, in Deutschland sind es allerdings nur 28 Prozent. 76 Prozent der Befragten sehen die Notwenigkeit, den anhaltenden Fachkräftemangel durch einen gewissen Grad der Automatisierung auszugleichen.

Nach dem Motto „Think bold, act reliable“ nennt die Studie neun Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen für ambitionierte Visionen und eine verlässliche Umsetzung. Auf der Visionsseite stehen eine größere Offenheit für den kulturellen Wandel hin zu „Digital First“, pandemiegetrieben mehr Unterstützung für IT-Strategien, ein stärkerer Fokus auf digitale Kompetenzen, sowie mehr „Abenteuerlust“ in Bezug auf die Automatisierung und fristgerechte Lieferungen. Auf der Seite der Umsetzungsoptionen stehen die Einhaltung der Budgets, ein Fokus auf Qualitätssicherung und eine gestiegene Akzeptanz neuer digitaler Lösungen.

Investitionen und Schnelligkeit zahlen sich aus

Drei Viertel aller C-Level-Manager denken, dass sie ihre Technologiebudgets in den kommenden fünf Jahren mindestens um 10 Prozent aufstocken werden, aber nur jeder Vierte rechnet hier mit Mehrausgaben von über 30 Prozent. 63 Prozent der deutschen Unternehmen, die bei der Umsetzung ihrer Transformationsprozesse der Konkurrenz voraus sind, rechnen mit höheren Gewinnen in den folgenden fünf Jahren. Schnelligkeit zahlt sich eben aus. Im Umkehrschluss zeigt sich aber, dass von den Betrieben, die mit gleichbleibenden oder niedrigeren Gewinnen rechnen, nur 39 Prozent ihre Strategien zur Umgestaltung der Prozesse schneller als die Wettbewerber umsetzen. Das spiegelt sich auch bei den in der Studie so klassifizierten Starters, Strivers und Stars wider. Letztere rechnen zu 42 Prozent mit erheblichen Gewinnsteigerungen über die nächsten fünf Jahre, während es bei den aufstrebenden und erst am Anfang stehenden Unternehmen nur 25 respektive 20 Prozent sind.

Zu wenige Qualifizierungsmaßnahmen rächen sich

Der bereits genannte Fachkräftemangel ist für die Unternehmen in Europa und den USA mit 52 Prozent immer noch die größte Herausforderung auf dem Weg zu mehr digitaler Kompetenz, gefolgt von veralteten Systemen und zu überlasteten IT-Teams mit jeweils 51 Prozent der Antworten. Fast drei Viertel (73 Prozent) aller Befragten gaben zu, dass ihr Unternehmen in der Vergangenheit zu wenig in die Qualifikation, Aus- und Fortbildung ihrer Mitarbeiter investiert hat, die Starters sind sich dessen aber am wenigsten bewusst.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

67 Prozent der Produktionsunternehmen tun sich noch schwer mit der notwendigen Konvergenz von IT- und Betriebstechnologie (OT). 69 Prozent der großen Unternehmen beschäftigen sich aber schon mit der einen oder anderen Form der Automatisierung inklusive Robotik, RPA und der Einführung von Low- und No-Code-Entwicklungsplattformen. Die Studie zeigt, dass der Erfolg der Unternehmen immer mehr davon abhängt, wie schnell und mutig sie ihre geschäftliche und digitale Transformation anpacken. Dazu gehört auch ein Wandel in der Unternehmenskultur mit dem Ziel, mehr Agilität zu erreichen, um schneller auf veränderte Markt- und Kundenanforderungen reagieren zu können. Agile Unternehmen schaffen es auch eher, junge Fachkräfte zu gewinnen und längerfristig an sich zu binden. Neben Qualifizierungsmaßnahmen ist es wichtig, das Engagement der Mitarbeiter zu fördern und Kompetenzen zu übertragen – denn eigenverantwortlich arbeitet es sich meist viel motivierter. Und das gilt in nahezu allen Branchen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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