Oliver Rozić:„Chatbots sind ein Einsatzfeld von KI im ERP-Umfeld.“
Mit KI-basierten Lösungen lassen sich vor allem Logistikprozesse genauer steuern. Dies gelingt beispielsweise durch die präzise Bestimmung zu erwartender Absatzmengen aufgrund der datengestützten Auswertung von Auftragseingängen. Verantwortliche in Logistik und Einkauf erhalten damit wichtige Handlungsempfehlungen zu Bestellmengen für Waren. Die nachfolgenden Einkaufsprozesse übernimmt das ERP-System im Anschluss automatisiert.
Auf Basis entsprechender Informationen lassen sich zudem erforderliche Kapazitäten bei Mitarbeitern und Lagerflächen genauer bestimmen. KI-gestützte Software analysiert etwa Verkaufsdaten aus der Vergangenheit und errechnet unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Geschäftsentwicklung, welche Absatzmengen in Zukunft wahrscheinlich sind.
Selbstlernende Systeme können ihre Prognosen darüber hinaus von Jahr zu Jahr automatisch präzisieren und so immer genauere Handlungsempfehlungen abgeben. Denn zur Erstellung ihrer Forecasts greifen sie auf stetig wachsende Datenmengen und einen konstant zunehmenden Erfahrungsschatz zu. Auf diese Weise hilft der Einsatz von KI und ML im ERP-Umfeld Unternehmen, zu jeder Zeit lieferfähig zu sein und Überkapazitäten im Lager zu vermeiden. Sie können das Risiko unnötiger Kapitalbindung minimieren und die Planungssicherheit im Logistikprozess erhöhen. KI und ML ermöglichen diesbezüglich ganzheitliche und abteilungsübergreifende Analysen.
Ein weiteres Einsatzfeld von KI im ERP-Umfeld sind Chatbots, die häufig wiederkehrende und gleich ablaufende Prozesse in Dialogform über sprachbasierte Benutzerschnittstellen ausführen. Unternehmen können damit beispielsweise Routineaufgaben wie das Erfassen von Einnahmen und Ausgaben automatisieren. Voraussetzung ist jedoch, dass alle erforderlichen Informationen in konsolidierten Datensätzen vorliegen und auch die KI- und ML-Lösungen in das ERP-System integriert sind.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Mit der zunehmenden Automatisierung werden die Mitarbeiter künftig vor allem mit der Überwachung von IT-Prozessen und der Ergebnisauswertung von intelligenten ERP-Systemen beschäftigt sein. Zeitfressende Routineaufgaben nehmen hingegen ab. Die Kapazitäten können Mitarbeiter für wertschöpfendere Tätigkeiten nutzen. Der PwC-Studie „Upskilling Hopes And Fears“ zufolge glauben daher 70 Prozent der Beschäftigten, dass die neuen Technologien ihre Arbeit verbessern werden. Da durch den Einsatz von KI und ML anspruchsvollere Aufgaben entstehen, sind aber auch neue Skills gefragt. 81 Prozent der Befragten wollen künftig entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Ein klarer Appell an die Unternehmen.
Bildquelle: Sage