Open-Source-Software ohne Hintertüren

DSGVO vs. Cloud Act

Im Kommentar nimmt Jerome Evans, Gründer und Geschäftsführer der Firstcolo GmbH, die Auswirkungen des Cloud Acts in den Fokus.

Jerome Evans, Firstcolo

„Bereits heute setzen Unternehmen die Cloud-Dienste der Hyperscaler ein, ohne dabei sensible Informationen in Gefahr zu bringen“, weiß Jerome Evans.

Auch wenn die meisten Unternehmen in Europa nur unzureichend über den Cloud Act Bescheid wissen, hat er jedoch große Auswirkungen auf unsere digitalen Daten. So ist der Gesetzentwurf bereits seit 2018 wirksam und trifft jeden, der als Privatperson oder als Unternehmen Daten in einer von einem US-Unternehmen angebotenen Cloud verarbeitet bzw. abgelegt hat. Dabei zwingt das von den USA verabschiedete Gesetz US-Cloud-Anbieter dazu, die in der Wolke gespeicherten Daten auf Anfrage von US-Behörden diesen zugänglich zu machen. Es setzt die DSGVO also faktisch außer Kraft.

Verlust von Datenhoheit

US-amerikanische Anbieter von Cloud-Diensten kommen durch den Cloud Act in die missliche Lage, sich rechtswidrig verhalten zu müssen. Denn es erweist sich als unmöglich, sich als Unternehmen gleichzeitig an die DSGVO und den Cloud Act zu halten, da diese im Widerspruch zueinander stehen. Es bleibt daher zu befürchten, dass sich in der Cloud verarbeitete oder gespeicherte Daten abrufen oder durchsuchen lassen. Doch der Schutz persönlicher Informationen gilt nur als die eine Hälfte des Problems, bei der anderen handelt es sich um die Datensouveränität. Der Cloud Act legitimiert US-Behörden, die Herausgabe sämtlicher in amerikanischen Cloud-Diensten gespeicherten Daten eines Unternehmens zu verlangen. Dadurch verlieren Unternehmen de facto die Hoheit über ihre Angaben und damit verbunden über ihr geistiges Eigentum, also insbesondere über ihre Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Eingriffe in die eigene Datenhoheit und Verstöße gegen die DSGVO lassen sich allerdings vermeiden, es braucht nur einen guten Cloud-Anbieter aus dem europäischen Raum – und eine Open-Source-Software, die Datenschutz und -souveränität gewährleistet. Denn ihr Quellcode liegt offen, sodass sich jeder selbst davon überzeugen kann, dass eine Software keine Hintertüren enthält, über die Daten an unbefugte Dritte abfließen können.

Bildquelle: Firstcolo

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