Alternative

Edge Analytics als Teil der IIoT-Strategie

In einem Bericht von Forrester aus dem Jahr 2019 gaben 69 Prozent der befragten Entscheidungsträger an, dass die Priorisierung von IoT-Prozessen an der Edge ihre ­Fähigkeit verbessern würde, IoT-Ziele zu erreichen. Und damit liegen sie nicht falsch. Letztlich wird es nicht möglich sein, alle Daten in der Cloud zu speichern und zu ­überwachen – und hier bieten Edge Analytics eine Alternative.

Mann an Monitor

Verschiedenste Geräte können in Industrie-4.0-Umgebungen von Edge Analytics profitieren.

Laut einer Prognose von Gartner werden im Jahr 2025 über 75 Prozent der von Unternehmen generierten Daten außerhalb herkömmlicher Rechenzentren oder der Cloud generiert und verarbeitet werden. Der Zugriff auf relevante Daten an einem zentralen Ort, entweder in einer Cloud oder einem Rechenzentrum, ist zur Entscheidungsfindung und für das Erreichen von Geschäftszielen von entscheidender Bedeutung. Unternehmen müssen daher sicherstellen, dass Daten schneller, sicherer und kostengünstiger empfangen werden, indem sie Edge Analytics zu einem zentralen Bestandteil ihrer IIoT-Strategie machen – so die Experten von Crosser, einem Anbieter von Edge Analytics für das Industrial Internet of Things (IIoT).

Internationale Tech-Giganten haben die Vorteile von Edge Analytics frühzeitig erkannt und investieren bereits in diesem Bereich. Im Januar 2020 erwarb Apple das Start-up-Unternehmen Xnor.ai, das Künstliche Intelligenz (KI) einsetzt, um Deep-Learning-Analyse­modelle auf Edge-Geräten wie Smartphones, Kameras und Drohnen anzuwenden. Google Cloud und Amazon AWS haben ebenfalls auf IoT-fokussierte Edge-Produkte entwickelt.

Edge-Systeme bieten zahlreiche Vorteile für die Fertigungsindustrie. Relevante Daten können von der Edge aus übertragen werden, sodass Unternehmen in Echtzeit auf Ereignisse reagieren können. Die geringere Distanz zwischen Edge und Endbenutzer ermöglicht eine schnellere Datenanalyse und eine verbesserte Entscheidungsfindung. Neben schnelleren Einblicken macht die schiere Menge von Daten, die verbundene Geräte generieren, Edge Analytics zu einer Notwendigkeit. Laut der International Data Corporation (IDC) wird „jede vernetzte Person auf der Welt im Jahr 2025 mindestens alle 18 Sekunden eine digitale Dateninteraktion mit ­einem der Milliarden von IoT-Geräten durchführen, was voraussichtlich mehr als 90 Zettabyte (ZB) an ­Daten generieren wird“. Wenn wir zudem betrachten, wie viele IIoT-Geräte in einer intelligenten Fertigungsanlage verfügbar sind, wird schnell deutlich, warum die Edge für die Fertigungsindustrie so wichtig ist.

Strategie an der Edge

Hersteller müssen alle ihre Geräte verwalten, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen, und dies auf eine Art und Weise, die zum Betrieb ihrer Anlage passt. Hier kann Edge Analytics die Hersteller dabei unterstützen, ihre Unternehmensziele zu erreichen. Verschiedenste Geräte, wie intelligente Fertigungsanlagen oder Produktionsmaschinen, können in Industrie-4.0-Umgebungen von Edge Analytics profitieren. Digitalisierte Anlagen verlassen sich zunehmend auf integrierte Sensoren in der Fertigungsstraße, auf vernetzte Roboter im Werk und auf Geräten sowie Assets im Feld, die deren Zustand überwachen. Jedes dieser Geräte generiert kritisch-wichtige Daten, die verarbeitet werden ­müssen, um einen schlanken und effizienten Betrieb zu unterstützen.

Der Einsatz von Edge Analytics auf diesem Gebiet kann Anlagenausfälle reduzieren und Betriebskosten sparen. Schätzungen zufolge können Unternehmen bis zu 50 Prozent ihres jährlichen Wartungsbudgets zurückgewinnen, wenn sie ihre Wartungsinvestitionen am Anlagenzustand ausrichten. Zudem entstehen weniger Kosten für das zentrale Speichern, Übertragen und Verwalten von Daten, da diese bereits an der Edge analysiert, gefiltert und reduziert werden können. Schließlich sind Sicherheit und Datenschutz bei Edge Analytics ein geringeres Problem als bei zentralen Cloud-Anbietern, da es weniger wahrscheinlich ist, dass Daten abgefangen werden. Edge Analytics ist ­äußerst vielseitig, sodass Anlagen jeder Art und jeden Alters die Technologie verwenden können. So wird Edge Analytics auch zur Harmonisierung von Daten verwendet, wobei verschiedene Datenbestände aus Gründen der Maschinenkompatibilität in ein gemeinsames Format konvertiert werden. Ideal für Fabriken mit Altgeräten, die Daten auf unterschiedliche Weise erfassen, und es gewährleistet, dass sich alle Geräte ins Edge-System integrieren lassen.

Ein Hersteller, der von Edge-Analytics-Software profitiert hat, ist Rubble Master, ein Spezialist für mobile Geräte in der mineralverarbeitenden Industrie. Rubble Master wollte seine Daten aus mehr als 4.000 Maschinen weltweit besser nutzen. Insbesondere sollte eine Edge-Software es ihrer Geräteflotte ermöglichen, Daten zu erfassen, filtern und speichern, um Bedienern wertvolle Einblicke in den Zustand und den Status der Maschine zu bieten und eine bessere Verbindung zu Endbenutzern zu erzielen. Zu diesem Zweck entschied sich das Unternehmen für Crosser und deren Low-Code-Plattform für die Streaming-Analyse.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Vor zwei Jahren war es für Hersteller noch Wunschdenken, Edge Analytics einzusetzen, um ihre IIoT-Ziele zu erreichen. Dass heute mehr und mehr Unternehmen wie Rubble Master und Konzerne wie Apple und Amazon die Lösung einsetzen, zeigt, dass Edge Analytics die IIoT-Strategien von Herstellern effektiv unterstützen kann. Durch die Datenverarbeitung an der Edge können Hersteller schneller Einblicke in ihre Prozesse gewinnen und so Abläufe effizienter verwalten.

Bildquelle: Crosser

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