Effizientes Supply Chain Management mit Vendor Managed Inventory
Die letzten Krisen haben es allen Beteiligten (teilweise schmerzhaft) vor Augen geführt: Viele Lieferketten sind in Zeiten wirtschaftlicher Verwerfungen nicht vor Störungen oder Unterbrechungen gefeit. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Organisation zufolge. Eine nachhaltige Stabilisierung der Lieferkette und die Stärkung von Beziehungen zu Lieferanten ist daher zu einer Top-Priorität in vielen Unternehmen geworden. Diese Aufgabe liegt nicht allein in der Verantwortung von Einkäufern oder Supply-Chain-Managern.
Beschaffungsprozesse zu verschlanken und zu automatisieren, ist ein Baustein auf dem Weg hin zu stabilen Lieferketten. Die Prozesse werden so nicht nur effizienter, sondern auch flexibler. Spätestens hier kommt die unternehmenseigene IT ins Spiel: Sie muss die technischen Voraussetzungen schaffen, um die Automatisierung überhaupt erst möglich zu machen. Ein möglicher (und sinnvoller) Schritt ist die Nutzung von elektronischem Datenaustausch (EDI) für die Automatisierung von Standarddokumenten wie ausgehenden Bestellungen und eingehenden Rechnungen mit den dazugehörigen Zwischenschritten (z.B. Auftragsbestätigungen und Lieferscheine).
Beim Einsatz von EDI fallen viele manuelle Schritte weg, die den Prozess normalerweise verlangsamen und besonders fehleranfällig sind. Dazu gehören die manuelle Eingabe von Daten oder langwierige, papierbasierte Validierungsprozesse. Für den EDI-Betrieb spielt die IT-Abteilung eine wichtige, wenn nicht sogar die zentrale Rolle. EDI ist ein technisches komplexes Thema und kann oftmals nicht von der Fachabteilung alleine behandelt werden. Bereits seit Jahrzehnten ist EDI ein etabliertes Verfahren und eine vielgenutzte Option: Laut der Trendstudie EDI 2019 setzen 70 Prozent der Unternehmen elektronischen Datenaustausch in ihren Einkaufsprozessen ein.
Die Optimierung der Lieferkette und eine Vertiefung der Beziehungen zu wichtigen Lieferanten gelingt mit einem noch weitergehenden Schritt: der Umkehrung des Bestellprozesses. Nicht mehr das eigene Unternehmen tätigt die Bestellung beim Lieferanten, sondern der Lieferant wird mit der Planung und Ausführung der (Nach-)Lieferungen betraut. Das Verfahren hierfür ist Vendor Managed Inventory (zu deutsch: lieferantengesteuertes Bestandsmanagement).
VMI ist nicht universell einsetzbar, kann aber bei den richtigen Rahmenbedingungen ein sehr kraftvolles Instrument für ein effizientes Supply Chain Management sein. Die Vorteile sind vielfältig: Sicherstellung eines konstanten Güterflusses für wichtige (Vor-)Produkte, Hilfs- oder Werksstoffe, Schaffung einer engen Verbindung zu wichtigen Lieferanten und im Ergebnis die Schaffung eines wichtigen Erfolgsfaktors für zukünftiges Wachstum.
Neben den akuten Herausforderungen in der Lieferkette löst VMI auch ein althergebrachtes Problem, welchem viele Unternehmen gegenüber stehen: einer Optimierung des Lagerbestands. Die richtige Dimensionierung des Lagers war die ursprüngliche Überlegung zu VMI-Verfahren, um die richtige Balance zwischen einem zu großen Bestand (und damit hohen Lagerkosten) und einem zu kleinen Bestand (Gefahr des Out-of-Stocks) zu wahren. Durch den Einsatz von VMI schlagen Unternehmen also mehrere Fliegen mit einer Klappe und müssen dabei das Rad nicht neu erfinden, da VMI-Verfahren bereits etabliert und Voraussetzungen sowie Vor- und Nachteile bestens bekannt sind.
Für den Einsatz von VMI müssen die richtigen Rahmenbedingungen gegeben sein sowie technische Voraussetzungen geschaffen werden. In unserem White Paper stellen wir Ihnen VMI, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen, die verschiedenen Verfahren von VMI und ihre Vor- und Nachteile sowie die Verbindung zwischen VMI und EDI genauer vor. Der Download ist für Sie kostenfrei: White Paper: Effizientes Supply Chain Management mit Vendor Managed Inventory.
Bildquelle: Esker