Mehr Erfolg mit Business Process Management (BPM) – ein typisches Versprechen von IT-Beratern. Doch wie sieht dieser Erfolg aus? Wie kann er erreicht werden, welche Faktoren ermöglichen ihn? Wer sich diese Fragen stellt, kann für die Antwort auf eine enorme Zahl an Studien zurückgreifen, die sich allen möglichen Aspekten des Geschäftsprozessmanagements widmen.
Doch da entsteht direkt eine Folgefrage: Wie valide sind diese Studien und welche Ergebnisse haben Bestand? Genau dies hat auch Prof. Dr. Ayelt Komus und sein Team vom BPM-Labor der Hochschule Koblenz interessiert. Für die Meta-Studie „BPM Quintessenz“ untersuchte er eine Vielzahl an BPM-Studien und traf daraus eine Auswahl.
Unter anderem berücksichtigte sein Team nur empirische Studien ohne normativen Ansatz und schloss auch Berichte aus, die lediglich auf Basis persönlicher Erfahrungen argumentieren. Von den ursprünglich 82 gefundenen BPM-Studien blieben 35 übrig, deren Ergebnisse die Forscher der FH Koblenz zusammenführten.
Die Metastudie kann zumindest teilweise die häufig vorhandenen Mängel der Einzelstudien ausgleichen. „Es erschließt sich ein „Big Picture“, das vielfach den Status quo des Business Process Managements in den Grundstrukturen deutlich zeigt“, betonen die Autoren. Dadurch gebe es Hinweise darauf, welche Fakten als mit hoher Wahrscheinlichkeit zutreffend betrachtet werden können.
Einige Ergebnisse der Studie: Wichtige Erfolge sind die Minimierung der Durchlaufzeit und die Reduktion von Prozesskosten. Außerdem gebe es starke Wirkungen auf Qualität und Flexibilität der Prozesse, die Stärkung der Kernkompetenzen, der Kundenzufriedenheit und die Produktivität. Wer auf die bekannten „Best Practices“ setzt, ist nach Eigeneinschätzung sogar erfolgreicher als seine Wettbewerber.
Doch es gibt natürlich auch Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg mit BPM. Typisch sind hier unzureichende Akzeptanz im Unternehmen und damit eine geringe Verankerung im Firmenalltag. Eine häufig genannte Schwierigkeit ist auch die fehlende Unterstützung durch das Topmanagement.
Es gibt auch häufig organisatorische Schwächen: Nur etwa die Hälfte der Unternehmen nutzt die Methodik des „Center of Excellence“, ein Drittel setzt auf systematisches Change Management bei der Einführung von BPM und lediglich ein gutes Fünftel hat einen „Chief Process Officer“ als Verantwortlichen ernannt.
Im Gesamtüberblick ergibt die Studie ein durchaus gespaltenes Bild: Ein Teil der Unternehmen hat BPM erfolgreich eingeführt und wird dadurch mit beweisbaren Erfolgen belohnt. „Gleichwohl zeigt sich an vielen Stellen ein aus der Distanz kaum nachvollziehbares Defizit in der Umsetzung in vielen Unternehmen“, schließen die Autoren der Studie aus ihren Ergebnissen. Trotz des offensichtlichen Nutzens werden bestimmte Aspekte des Geschäftsprozessmanagements nicht umgesetzt. Hier müssen viele Unternehmen noch ihre Hausaufgaben machen.
Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de
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