Kyptowährungen

Ein Schlag ins Gesicht

Im Kommentar erklärt Ralf Zellweger, Co-Founder bei Centi, wie sich mittels Stablecoins im E-Commerce Einsparungen bei Transaktionsgebühren realisieren lassen.

Ralf Zellweger

Nach seinem BWL-Studium arbeitete Ralf Zellweger viele Jahre in der Schweizer Payment-Industrie.

Die Transaktionsgebühren müssen im E-Commerce auf die Endpreise addiert werden, was die Produkte für den Konsumenten verteuert. Je nach Größe und Risikoprofil zahlen Händler dabei bis zu 3 Prozent an Transaktionsgebühren. Grund für diese Gebühren ist das sogenannte Vier-Parteien-System, das noch aus den Anfangszeiten der Kreditkartenindustrie der 1970er-Jahre stammt. Jede Partei hat dabei tiefe Taschen, was im Fall von Visa zu einer sagenhaften EBITDA-Marge von rund 70 Prozent führt. Diese Marge ist ein Schlag ins Gesicht für viele Händler, deren Marge klar einstellig ist und eine Einsparung von einem Prozent Transaktionsgebühr daher schnell eine zweistellige Profitabilitätssteigerung bedeuten würde. Sogenannte Stablecoins können ein Weg sein, die Profitabilität zu steigern und sich aus der Abhängigkeit von der Kreditkartenindustrie zu befreien. Bislang ist die Blockchain-Technologie vor allem im Kontext zur Spekulation mit Kryptowährung in Erscheinung getreten. Die Technologie bietet jedoch auch praktischen Nutzwert bezüglich der direkten Abwicklung von Transaktionen zwischen Käufer und Verkäufer, solange die benutzte Blockchain hochgradig performant ist und die Gebühren vernachlässigbar sind. Anstatt der Kryptowährung werden jedoch sogenannte Stablecoins benutzt, die auf der Blockchain laufen.

Stabiler Wert

Anders als bei Kryptowährung ist jedoch deren Wert stabil, also eins zu eins an eine Währung wie etwa den Euro gekoppelt. Diese Stablecoins müssen von einem Emittenten herausgegeben werden, der garantiert, dass die Stablecoins auch gedeckt sind. Idealerweise kommt er diesem Nachweis mit einer Bankgarantie nach. Wenn dem so ist, besteht kein Grund, auf diese neuartige Technologie zu verzichten.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Einbindung von Stablecoins in bestehende Check-out-Prozesse mit möglichst niedrigem Aufwand verbunden ist. Ebenso muss die Möglichkeit bestehen, die erhaltenen Stablecoins einfach wieder in reguläre Bankwährungen umzutauschen. Idealerweise muss innerhalb der Buchhaltung auch kein gesonderter Prozess für die Stablecoin-Akzeptanz gefahren werden.

 Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Vertraut man hierzu auf externe Anbieter, sollten sich Einsparungen von rund 90 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Kreditkarten-Transaktionskosten realisieren lassen. Wenn man es sich zutraut, diese Kompetenz intern aufzubauen, sogar noch mehr.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Es bleibt die Frage, wie der Konsument incentiviert wird, Stablecoins zu erwerben. Auch hier bietet die Blockchain-Technologie eine Reihe von Vorteilen, etwa dass mit jeder Entgegennahme eines Stablecoins dem Kunden wiederum Rabatt-Coins gutgeschrieben werden können, die dann beim nächsten Kauf nahtlos eingelöst werden können. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Kunde ist zum einen incentiviert, die günstigere Stablecoin-Technologie zu nutzen, und zum anderen erhöhen die Rabatt-Coins eben die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Kaufs. Zusammengefasst: Erneuter Umsatz bei tieferen Transaktionskosten führt zur gewünschten Profitabilitätssteigerung.

Bildquelle: Centi

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