New Work

„Eine falsche Unternehmenskultur ist die größte Hürde“

Im Interview wirft Sridhar Iyengar, Managing Director von Zoho Europe, einen Blick auf die aktuelle Arbeitssituation in Deutschland und wagt einen Ausblick für 2023.

Sridhar Iyengar, Zoho

Vor seiner jetzigen Funktion hatte Sridhar Iyengar zwei Jahrzehnte lang Führungspositionen in den Bereichen „Produktmanagement“, „Pre-Sales“, „Marketing“ und „Engineering“ inne.

ITD: Herr Iyengar, welchen Stellenwert hat flexibles, mobiles Arbeiten für deutsche Arbeitnehmer?
Iyengar: Einen enorm hohen. Arbeitgeber, die nicht auf diesen Trend eingehen, riskieren, dass Talente zu flexiblen Unternehmen abwandern. Berührungsängste sind aber überflüssig, denn spätestens seit der Pandemie wissen wir, dass die neuen Arbeitsmodelle erfolgreich sind.

ITD: Was bedeutet das wiederum für die Arbeitgeber?
Iyengar: Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Flexibilität bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen über die Zukunft von Unternehmen entscheidet. Arbeitgeber müssen dringend ihre Unternehmenskultur an die neuen Arbeitstrends anpassen. Dabei sollte das Management mit gutem Beispiel vorangehen. Sensibilität für die neue Situation ist wichtig. Nicht alle Mitarbeiter kommen mit dem flexiblen Arbeitsmodell gleichermaßen gut zurecht, einigen fehlen die sozialen Kontakte. Die Zeit im Büro muss deshalb vor allem für das genutzt werden, was im Homeoffice zu kurz kommt, etwa für persönliche Gespräche.

ITD: Mit welchen Tools lassen sich die interne Kommunikation und Organisation derart gestalten, dass weiterhin optimales Zusammenarbeiten im Team gewährleistet ist?
Iyengar: Technologie spielt hier eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung. Ganz wichtig sind interne soziale Netzwerke, die einen persönlichen Austausch so gut wie möglich ersetzen. Das können auch geschützte virtuelle Kommunikationsräume sein, in denen Mitarbeiter vertraulich miteinander kommunizieren können. Darüber hinaus brauchen Mitarbeiter eine integrierte Software-Plattform, die Kollaborations-, Produktivitäts- und Kommunikations-Tools beinhaltet und diese mit vorhandenen Geschäftsprozessapplikationen verknüpft. Anwender sind so in der Lage, Geschäftsprobleme schnell und interaktiv zu lösen, und können effizienter als je zuvor zusammenarbeiten. Die Lösung muss natürlich Cloud-fähig sein und bestenfalls über eine App auch auf mobilen Endgeräten funktionieren, so dass Teams von überall aus Zugriff auf Informationen haben.

ITD: Was sind häufige Stolpersteine bei der Einführung entsprechender Lösungen – gerade in Großunternehmen?
Iyengar: Immer noch sind eine falsche Unternehmenskultur, fehlendes Vertrauen in die Mitarbeiter und ein Widerstand gegen jegliche Art von Veränderung die größten Hürden. Dazu kommen veraltete, Plattformen, die nicht flexibel genug sind, um mit der Zeit zu gehen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITD: Welche Trends bzw. Entwicklungen erwarten Sie im Bereich „New Work“ für das kommende Jahr 2023?
Iyengar: Die neue Arbeitskultur rund um den digitalen Arbeitsplatz wird sich weiter festigen. Dabei heißt digital nicht, dass nur aus dem Homeoffice gearbeitet wird. Vielmehr müssen Software-Plattformen mobil als App auf Smartphone oder Tablet verfügbar sein. Weil Arbeit heute auch außerhalb der Büros stattfindet, ist Datensicherheit ein kritischer Faktor. Unternehmen müssen dies ganzheitlich betrachten und sollten sich nicht blind auf die neueste Software auf dem Markt verlassen. Geschäftsanwendungen, die nahtlos funktionieren und alle Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz erfüllen, sind das Gebot der Stunde. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie zuverlässig sich diese Plattformen an den Wandel der Zeit anpassen können. Unternehmen brauchen eine Technologieplattform, die einfach zu bedienen ist, sich an den aktuellen und künftigen Bedarf anpassen lässt und die Sicherheit des Betriebs gewährleistet.

Bildquelle: Zoho

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