Nachgefragt bei Peter Ackermann, Thomas-Krenn.AG

Einheitliche und verbindliche Cloud-Basis

Interview mit Peter Ackermann, Manager Hosting bei der Thomas-Krenn.AG

Peter Ackermann, Thomas-Krenn.AG

Peter Ackermann, Manager Hosting bei der Thomas-Krenn.AG

IT-DIRECTOR: Welche Standards existieren bereits für das Cloud Computing?
P. Ackermann:
Allgemeingültige Standards gibt es in Bezug auf Cloud Computing derzeit nicht. Jeder Hersteller hat da eher seine eigenen Standards und jeder Anbieter implementiert seine Umgebung ebenfalls nach seinen eigenen Standards.

IT-DIRECTOR: Was halten Sie von dem Softwareprojekt „OpenStack“? Inwiefern wird die Verbreitung der daraus resultierenden Technologien vorangetrieben?
P. Ackermann:
Der Grundgedanke, eine einheitliche, verbindliche Basis zu schaffen ist gut. Allerdings wird hier zu wenig auf den Kunden geachtet und was dieser in seinem Unternehmen tatsächlichen im Einsatz hat. Schließlich soll der Kunde seine vorhandenen Workloads einfach auslagern können.

IT-DIRECTOR: Inwieweit sollten die Bundesregierung oder die EU hinsichtlich der Etablierung von Clouds-Standards aktiv werden?
P. Ackermann:
Das einzige, was ich von Regierung und EU erwarten würde, wäre eine Rechtssicherheit den Kunden und den Anbietern gegenüber. Derzeit ist es für beide Seiten mehr als schwer, die rechtliche Lage richtig zu erfassen.

IT-DIRECTOR: Woran liegt es, dass sich Standards für Cloud Computing aktuell noch nicht flächendeckend etablieren konnten?
P. Ackermann:
Zum einen würde ich auf die Rechtsunsicherheit verweisen, zum anderen auf das fehlende Vertrauen in solche Dienste. Beides baut allerdings aufeinander auf. Wenn ich keine Rechtssicherheit habe, dann werde ich auch gar nicht erst entsprechende Angebote testen, da es gegebenenfalls vertane Zeit ist.

IT-DIRECTOR: Stichwort Migration: Worauf sollten IT-Verantwortliche, die Teile ihrer IT in die Cloud verlagern wollen, hinsichtlich Interoperabilität bzw. Datenkonsistenz achten?
P. Ackermann:
Man sollte schauen, was man selber im Einsatz hat und einen Anbieter suchen, bei dem man möglichst einfach, ohne Konvertierung seine Workloads umziehen kann, sowohl zum Anbieter hin als auch wieder zurück in seine eigene Infrastruktur. Sobald ich eine Konvertierung meiner bestehenden virtuellen Maschinen durchführen muss, damit ich diese überhaupt zum Anbieter bekomme, verliere ich nicht nur Zeit, sondern laufe zudem Gefahr, dass doch nicht alles gleich einhundertprozentig läuft.

IT-DIRECTOR: Wie können die Anwenderunternehmen sicherstellen, dass ihre Cloud-Services untereinander bzw. mit älteren, bereits im Unternehmen vorhandenen Softwaresystemen integriert werden können?
P. Ackermann:
Hier wären wir wieder bei den momentan fehlenden Standards. Sicherstellen kann ich das nur, wenn ich einen Cloud-Anbieter nutze, dessen Infrastruktur möglichst mit meiner eigenen übereinstimmt. In so einem Fall kann ich dann beim Hersteller, wie VMware, fragen, ob meine virtuellen Maschinen in Version X beim Anbieter mit Version Y laufen werden. Bei unterschiedlichen Herstellern wird das in der Regel eher schwierig in Erfahrung zu bringen sein.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten die Verantwortlichen bei der Technologieauswahl und beim Vertragsabschlusses achten, damit es bei einem Wechsel von der Cloud zurück auf „herkömmliche“ Systeme nicht zu einem bösen Erwachen kommen wird?
P. Ackermann:
Wie schon beim Punkt „Stichwort Migration“ erwähnt, sollte man sich genau anschauen, was man selber im Haus nutzt und welche technologische Basis beim Anbieter vorhanden ist. Sollten beide Seiten das gleiche nutzen, stehen die Chancen sehr gut, dass man mit einfachen Mitteln Workloads in beide Richtungen verschieben kann.

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