Die Metronom Eisenbahngesellschaft hat ihr Zugpersonal zu Servicezwecken mit iPads ausgestattet.
Auf dem Programm standen diverse Vorträge rund um das mobile Arbeiten, wobei weder aktuelle Trends noch konkrete Anwendungsszenarien zu kurz kamen. So warf man einen Blick auf die künftige Entwicklung des 5G-Netzes, dem Nachfolger des derzeit verfügbaren Long-Term-Evolution-Mobilfunkstandards (LTE, 4G). Das neue Netz soll noch schneller und leistungsfähiger sein. Demzufolge sei es dank geringer Latenzzeiten bei gleichzeitig hoher Übertragungsqualität insbesondere für
das „Internet der Dinge“ sowie Industrie-4.0-Lösungen bestens geeignet. Als einen weiteren Trend machten die Anwesenden flexible Arbeitszeitmodelle wie auch
Arbeitsplätze aus. Der klassische Alltag an einem Büroschreibtisch mit einer Arbeitszeit von 9 bis 17 Uhr hat laut den Referenten zunehmend ausgedient.
Vielmehr dominieren die „Mobile Worker“, die mittels entsprechender Endgeräte von unterwegs aus auf geschäftliche E-Mails, Termine und Firmenapplikationen zugreifen können. Hier ermögliche der Standard „Web Realtime Communication (WebRTC)“ mittlerweile Videokonferenzen in hoher Qualität auch über das Smartphone.
Doch die mobile Zukunft verspricht nicht nur Vorteile, sondern auch potentielle Gefahren, wie so mancher Vortrag aufzeigte. Als Knackpunkte wurden z.B. mobile Sicherheit, Lizenzmodelle für Cloud-Services oder die Einhaltung des Datenschutzes aufgeführt. So betonte Andreas Grove vom Security-Spezialisten Mediatest Digital, dass insbesondere mobile Endgeräte und darauf laufende Apps für Hacker als attraktive Ziele auserkoren werden. Von daher sollten IT-Verantwortliche großes Augenmerk auf eine zentrale Verwaltung der Geräte, am besten mittels Mobile Device Management, achten. Hinsichtlich dem App-Download könne sich laut Grove für Unternehmen die Erstellung einer Black- und Whitelist lohnen. Ebenfalls von Vorteil seien hinterlegte Regeln für den Download kritischer Apps. In diesem Fall könnte das Gerät entweder automatisch komplett zurückgesetzt werden oder der Nutzer erhält die Aufforderung, unsichere Apps zu löschen.
Wie erwähnt wurden im Laufe der Veranstaltung auch mehrere Praxisbeispiele aufgezeigt. So berichtete Stefan Kühle, Business Development Manager bei 7P, über den Einsatz einer mobilen App beim Zugpersonal der Privatbahn
Metronom Eisenbahngesellschaft mbH. Ein Ziel des Projekts war die Verbesserung des Services, weshalb man sämtliche Mitarbeiter mit Smartphones ausgestattet hat. Über die Devices können sie nun bei jedem Halt des Zuges aktuelle Statusinfos über die Bahnhöfe durchgeben – etwa ob die Aufzugsanlage oder der Fahrkartenautomat auf dem Gleis defekt sind. Desweiteren ist die App auch für Endkunden nutzbar, so dass sich Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkungen wie Rollstuhlfahrer oder ältere Menschen kurzfristig online anmelden können, um Hilfe beim Einstieg zu erhalten. Auch wies Stefan Kühle auf eine erfolgreich umgesetztes Projekt bei Vorwerk hin. Die vorrangig auf den Direktvertrieb spezialisierte Firmengruppe hat seine Mitarbeiter mit iPads ausgestattet. Dank der Devices können sie nun vor Ort beim Kunden Informationen über das eigene Portfolio per Vertriebs-App abrufen und im Gespräch gleichzeitig auch alle relevanten (Kunden-)Daten aufnehmen. Ein weiteres Plus ist laut Kühle das in diesem Zusammenhang von 7P entwickelte mobile Gateway, welches einen direkten Zugriff auf das im Unternehmen eingesetzte Sharepoint-Portal ermöglicht. Nicht zuletzt berichtete Alissia Iljaitsch, Executive Director EMEA bei der Vectorform GmbH, vom Einsatz einer eigens entwickelten Google-Glass-Anwendung am Point of Sale: Im Rahmen einer Digital@Campus-Veranstaltung für Media-Saturn-Mitarbeiter in Ingolstadt kam in einem neueröffneten Media Markt erstmals eine Google-Glass-App zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen virtuellen Rundgang, um Zukunftsszenarien zu testen und den Mitarbeitern neue Anwendungsmöglichkeiten zu demon-strieren. In diesem Fall setzt der Kunde die Brille auf und wird über verschiedene Touch Points durch den Markt geleitet. Laut Iljaitsch hat das Beispiel den Teilnehmern einen Vorgeschmack darauf gegeben, welche Möglichkeiten die künftige Anwendung von Smart Glasses bieten und welche Chancen darin liegen.
Über dieses Beispiel hinaus erprobe Vectorform laut Alissia Iljaitsch derzeit weitere Einsatzszenarien von sogenannten Wearables, wobei auch zunehmend die für kommendes Jahr angekündigte Apple Watch in den Fokus rückt. Klassische Anwendungsbereiche sieht Iljaitsch dafür vor allem im Gesundheitswesen, in der Fitness- und Sportbranche sowie für Angebote rund um Entertainment und Lifestyle.
Bildquelle: Metronom