Managed Platforms

Entwicklernerven schonen

Im Interview erklärt Ralph Völter, Manager District Sales EMEA bei Instaclustr, ­warum Managed Platforms in Zeiten von Fachkräftemangel eine Arbeitserleichterung darstellen und wie sie funktionieren.

Ralph Völter, Instaclustr

Ralph Völter: „Natürlich benachrichtigt die Plattform den Anbieter umgehend darüber, wenn etwas schiefläuft – der Nutzer bekommt von einem Fehler bestenfalls gar nichts mit.“

ITD: Herr Völter, der Fachkräftemangel ist auch in der IT-Branche nicht zu über­sehen – inwiefern können IT-Dienstleistungen hier Unternehmen unterstützen?
Ralph Völter: Die Nachfrage nach gutem IT-Fachpersonal ist aktuell sehr hoch. Das hat zur Folge, dass es für Unternehmen immer schwieriger wird, neue Mitarbeiter zu engagieren. Die wenigen Experten, die zur Verfügung stehen, haben natürlich eine große Auswahl und können sich sozusagen die Rosinen herauspicken. Unternehmen mit kleinerem Budget haben dann oft das Nachsehen. IT-Dienstleister adressieren dieses Problem, indem sie es quasi obsolet machen, eigenes Personal für bestimmte IT-Arbeiten anzuheuern. Für die meisten Aufgaben gibt es mittlerweile externe Dienstleistungsanbieter – von der Infrastrukturverwaltung bis zur Software-Entwicklung.

ITD: Wie könnte eine Lösung etwa für IT-Teams aus­sehen, die sich häufig neben ihren Tätigkeiten als ­Entwickler durch den Mangel an Arbeitskräften noch mit Administrationstätigkeiten befassen müssen?
Völter: Viele Entwickler sind genervt, wenn sie sich nicht vollständig auf das Schreiben von Code und das Erschaffen von Anwendungen konzentrieren können. Daneben führt die Doppelbelastung oft zu Leistungseinbußen und zur Überarbeitung. Statt also die Entwickler mit Administrationstätigkeiten zu belasten, könnte ein Unternehmen einen IT-Dienstleister en­gagieren, der diese Aufgaben übernimmt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Manche IT-Service-Provider bieten nicht nur personelle Unterstützung, sondern sogenannte Managed Services an, also vollständig extern verwaltete Software-Lösungen. Deren Nutzer müssen sich z.B. nicht mehr um die Verwaltung ihrer Datenbank kümmern. Auch holistische Services – die Hardware, Software und Personal kombinieren – können Unternehmen buchen. Solche Rundum-sorglos-Pakete sind komfortabel, haben allerdings einen Haken: Unternehmen müssen ihnen vertrauen und einen tiefen Einblick in ihre Geschäftsdaten geben. Wer das nicht möchte, setzt auf eine Managed Platform.

ITD: Was hat es mit einer Managed Platform genau auf sich, wie funktioniert sie und von wem wird sie angeboten?
Völter: Einfach ausgedrückt ist eine ­Managed Platform ein Paket aus mehreren ­in­einandergreifenden Managed Services. Über ein einheitliches und webbasiertes User Interface kann die interne IT-Abteilung eines ­Unternehmens diese Services steuern, und zwar ohne großen Administrationsaufwand. Die Plattform ist praktisch eine Verwaltungsebene, über die die IT-Mitarbeiter ihre Dateninfrastruktur managen. Wichtig ist, dass diese Software-as-a-Service-Plattform auf der ­eigenen Hardware des Nutzers oder in der Cloud läuft. Der externe Dienstleister stellt zwar die Technologie bereit, allerdings ohne dass er Zugriff auf die Daten hat.

ITD: Was passiert, wenn Fehler auftreten und wie kann dadurch mögliche Mehrarbeit verhindert werden?
Völter: Tritt ein Fehler auf, versucht die Künstliche In­telligenz der Managed Platform, ihn umgehend zu beheben. Nur im Fall eines schwerwiegenden Pro­blems muss ein Experte eingreifen. Dann allerdings ist nicht die IT-Abteilung der Nutzer gefragt, sondern der Anbieter. Durch das Outsourcing der Infrastrukturbereitstellung müssen Unternehmen sich um nichts anderes als wertschöpfende Entwicklungsaufgaben kümmern.

Bildquelle: Instaclustr

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