Sogenannte Soft Data Skills nehmen für datengetriebene Geschäftsbereiche eine zentrale Rolle ein.
Wie wichtig Daten für die Fortführung des Betriebs in der Krise sind, hat die Covid-Pandemie eindrücklich belegt. Aber auch unabhängig von Krisensituationen verändern Daten, Analytics und KI branchenübergreifend den Wettbewerb. Dabei fällt es einigen Unternehmen trotz hoher Investitionen weiterhin schwer, die damit verbundenen Ziele zu erreichen.
Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company zeigt, welche datenbezogenen organisationalen Kompetenzen die Zielerreichung begünstigen. Auf Basis der Selbsteinschätzung von über 500 Unternehmen wurde der Reifegrad einer Vielzahl „weicher“ und „harter“ datenbezogener Kompetenzen in Korrelation zum unternehmerischen Erfolg gesetzt.
Die Ergebnisse zeigen, dass vier weiche datenbezogene Kompetenzen bei den Unternehmen mit der höchsten datenstrategischen Zielerreichung gegenüber anderen Unternehmen am intensivsten ausgebildet waren:
Datenstrategie: Erfolgreiche Unternehmen formulieren beispielsweise eine dedizierte Datenstrategie und ihnen gelingt es viel eher, diese auf ihre Geschäftsstrategie abzustimmen (69 gegenüber 31 Prozent).
Datenkultur: Führende Unternehmen ermutigen beispielsweise ihre Mitarbeiter durch gezielte Maßnahmen, Daten in ihrer täglichen Arbeit wertstiftend zu nutzen (79 gegenüber 45 Prozent).
Mitarbeiterqualifikation: Führende Unternehmen bilden beispielsweise Mitarbeiter im Umgang mit Daten konsequenter weiter, z. B. mittels breit angelegter Schulungen (42 gegenüber 28 Prozent).
Datenqualität: Datenqualität genießt in erfolgreichen Unternehmen einen höheren Stellenwert (77 gegenüber 48 Prozent) und wird mittels skalierbarer, automatisierter Ansätze ständig verbessert.
Bemerkenswert ist, dass der Reifegrad dieser vier Soft Data Skills für alle abgefragten strategischen Zielsetzungen erfolgskritisch war. Die Erfolgsrelevanz anderer Kompetenzen der Datenorganisation und Technologie unterschied sich dagegen zum Teil deutlich in Abhängigkeit der Strategie.
Unternehmen neigen dazu, die Relevanz der technologiebezogenen Kompetenzen zu überschätzen. So investierte z. B. eine große Bank mehr als 300 Mio. Dollar in eine moderne und konsolidierte Datenumgebung, aber die erhofften Effekte blieben aus. Eine Datenkultur und die notwendigen Mitarbeiter-Skills fehlten.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Datenkultur und -kompetenz wird dagegen bei Unternehmen, die sich durch datenbasierte Innovationen einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet haben, großgeschrieben. Ein nordamerikanischer Versandriese förderte z. B. die Bindung zu seinen Marktplatzhändlern durch ein KI-gestütztes Kreditprogramm. Ein chinesisches Versicherungskonglomerat baute seinen Marktanteil durch ein KI-gestütztes Krankheitsdiagnoseverfahren aus. In beiden Unternehmenskulturen sind die Bewusstseinsbildung für experimentelle Innovation und auch die Sensibilisierung für Datenqualität fest verankert.
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