Geschäftsprozesse

Es gibt noch viel zu tun

Nicht alle Unternehmen nutzen Geschäftsprozesse systematisch. Doch damit verschenken sie einen Teil ihres Erfolgs.

Wer sich systematisch und zielgerichtet um seine Geschäftsprozesse kümmert, ist erfolgreicher. Die Aussage ist auf den ersten Blick nicht besonders aufregend. Doch viele Unternehmen mindern ihren Erfolg, weil bei Ihnen die Geschäftsprozesse unsystematisch sind und teils nur auf dem Papier existieren.

Es gibt also viele Defizite beim Management der Geschäftsprozesse (Business Process Management, BPM), obwohl das Thema schon seit Jahren im Gespräch ist. "Im Prozessmanagement ist immer noch viel zu tun," meint Professor Ayelt Komus von der Hochschule Koblenz.

Sein BPM-Labor und die IT-Berater von msg systems haben in der Studie "Status Quo Chemie Pharma" das Geschäftsprozess- und IT-Management in der Chemie- und Pharmabranche untersucht. Dabei wurden Verantwortliche für prozessorientiertes IT- und Projektmanagement zu ihren Erfahrungen befragt.

Das interessante Ergebnis: Unternehmen mit einem professionellen Business Process Management (BPM) sind im Durchschnitt erfolgreicher. Das heißt allerdings nicht, dass die entsprechenden Unternehmen keine Defizite haben - dafür ist das Thema BPM noch nicht etabliert genug. Beispiele dafür sind die Vereinheitlichung von Dokumentenmanagementsystemen oder Prozessmanagement-Ansätze, die auf eine lebenslange Unterstützung der IT-Systeme ausgerichtet sind, aber nur in den frühen Phasen wirklich genutzt werden.

Christoph Piller, BPM-Verantwortlicher bei msg systems, sieht mit den Studienergebnissen die zentrale Bedeutung von BPM in den Unternehmen bestätigt: "BPM ist das Werkzeug der Wahl, um die Standardisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen voranzutreiben und den Unternehmenserfolg nachhaltig sicherzustellen." Besonders wichtig ist dabei der regelmäßige Abgleich der Geschäftsprozesse mit der Unternehmensstrategie.

Dies verweist deutlich auf die Vorteile einer guten Organisation und eines strukturierten Vorgehens. Weniger wichtig hingegen ist der Einsatz von BPM-Systemen. In dieser Frage macht sich Pragmatismus breit: Die Hälfte der befragten Unternehmen nutzen mindestens vier unterschiedliche BPM-Systeme. Sie lösen sich damit von der Vorstellung, alle Dokumentationsanforderungen mit einem prozessorientierten System erfüllen zu können.

Auch in Sachen IT-gestütztes BPM bringt die Studie eine Überraschung: Lediglich 17 Prozent der Unternehmen setzen BPMS-Tools ein. Eine Erkenntnis, die nach Ansicht von Professor Ayelt Komus bei der Planung und dem Einsatz von BPM-Methoden und -Werkzeugen unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Bildquelle: Robert Altmann / pixelio.de

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