Photovoltaikanlage im Bremer Weserstadion
Seit mehr als 80 Jahren liefert EWE (ehemals: Energieversorgung Weser-Ems) seinen Kunden Strom und Wärme, ist einer der Vorreiter bei erneuerbaren Energien und Experte für sichere Netze. Er liefert seinen Kunden neben Strom und Erdgas auch Telekommunikationsprodukte und IT-Dienstleistungen. Der Telekommunikationsanbieter EWE Tel in Oldenburg, ein Tochterunternehmen der EWE AG, bietet seit Anfang 2015 eine virtuelle Telefonanlage an. Die private Enterprise-Cloud-Lösung wird in den regionalen Rechenzentren gehostet, kann flexibel konfiguriert werden und bindet keine Ressourcen beim Kunden. Sie basiert auf der Alcatel-Lucent-Enterprise-Lösung Open Touch Enterprise Cloud.
Vor dem Beginn des Projekts gab es im Konzern viele Telefonanlagen unterschiedlicher Hersteller. Sie unterstützten insgesamt rund 15.000 Ports – neben den Telefonen der 9.100 Mitarbeiter auch 6.000 Modems für diverse Anforderungen. Diese heterogene Infrastruktur sollte effektiver gestaltet werden. Zwei Ziele wurden dabei verfolgt: Die neue Lösung sollte auf einheitlichen Komponenten basieren und so den Aufwand für Installation, Betrieb und Wartung senken. Und sie sollte zukunftsfähig sein und den künftigen Einsatz neuer Funktionen und Applikationen ebenso ermöglichen wie die Konvergenz von Daten- und Sprachkommunikation. Ein wichtiges Thema ist die Ausfallsicherheit: Um seiner Versorgungspflicht gerecht zu werden, muss das Unternehmen bei einem Netzausfall dafür sorgen, dass seine Mitarbeiter schnell wieder telefonieren können. Datenschutz und Datensicherheit spielen bei einem Versorger ebenfalls eine große Rolle.
Insgesamt sind im Konzern knapp 300 Standorte auf die neue Lösung umzustellen. Die Implementierung erfolgt gestaffelt; sie begann im April 2014 und wird Ende 2016 abgeschlossen sein. EWE Tel hat zunächst einige Vertriebs- und Netzregionen umgestellt, nun folgen zeitnah die großen Standorte, an deren Campus-Netze mehrere Tausend Mitarbeiter angeschlossen sind. Hierzu gehören die Konzernzentrale in Oldenburg mit 2.500 Mitarbeitern und die Standorte Bremen und Paderborn.
Die neue Lösung wird in zwei Rechenzentren des Tochterunternehmens gehostet. Die Konfiguration ist georedundant ausgelegt, d.h., sie umfasst also an beiden Standorten exakt die gleichen Komponenten und bietet damit maximale Ausfallsicherheit. Der zweite Server ist im Hot-Standby und wird aktiv, sobald der primäre Server ausfällt. Kern der neuen Lösung ist der Alcatel-Lucent OmniPCX Enterprise Communication Server. Installiert wurde auch die Open-Touch-Suite für erweiterte Funktionen, z. B. für die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitern oder die Einbindung von Multimedia. Für die Administration werden weitere Komponenten des Anbieters eingesetzt. Zudem telefonieren die Mitarbeiter in der neuen Umgebung mit Tischtelefonen der Modellreihe 8068 Premium Deskphones oder über ihre Mobiltelefone. Mit der Einführung der Business-Cloud-Lösung wurde die heterogene Infrastruktur durch eine zukunftsfähige und intelligente Plattform ersetzt. Damit kann nun beispielsweise auch das Desk Sharing von Mitarbeitern unterstützt werden, die an mehreren Standorten arbeiten. Es entsteht weniger Aufwand für die Einrichtung von Arbeitsplätzen, z.B. für neue Mitarbeiter oder nach Umzügen, wie sie bei großen Unternehmen häufig vorkommen.
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„Die virtuelle Telefonanlage bietet uns Flexibilität bei vollständiger Kostenkontrolle“, erklärt Ludwig Kohnen, Geschäftsführer EWE Vertrieb und EWE Tel. „Durch das neue Lizenzierungsmodell zahlen wir nur für die Komponenten, die wir jeweils nutzen. Dadurch konnten wir erhebliche Einsparpotentiale realisieren.“ Die neue Lösung ist zukunftsfähig und kann künftig um neue Funktionen und Applikationen erweitert werden. Bereits heute bietet sie die Voraussetzungen für eine hohe Mobilität der Mitarbeiter, die über Smartphones oder Tablets auf die Telefonanlage zugreifen können. Zu den weiteren neu verfügbaren Optionen zählen beispielsweise Konferenzschaltungen und Gebührenerfassung. Die Implementierung in der Cloud ist einfacher und kostengünstiger als die Installation einer dedizierten TK-Anlage vor Ort. Sie bietet deutlich mehr Flexibilität, bindet weniger IT-Ressourcen und vereinfacht das Einspielen von Updates und Upgrades, das nun auf den zentralen Servern erfolgt und nicht mehr an allen einzelnen Standorten.
„Desweiteren betrachten wir Cloud-Lösungen als sicherer als herkömmliche Telefonanlagen“, sagt Ingmar Schmidt, Datenschutzbeauftragter bei EWE Tel. „Denn sie wird zentral gesteuert und überwacht – von Experten, die mit dem System vertraut sind und bei Bedarf jederzeit direkt eingreifen können. Ein wesentliches Sicherheitsrisiko ist damit ausgeschaltet: mangelndes Fachwissen beim Endkunden. Und die Daten verschwinden nicht im Nirvana einer Public Cloud. Sie werden in der regionalen Cloud bei EWE Tel sicher und lokal gespeichert.“ Zur Sicherheit tragen zwei Faktoren bei: Die Rechenzentren befinden sich in Deutschland und unterliegen damit den strengen hiesigen Datenschutzbestimmungen. Außerdem stellt man sicher, dass es auch künftig – wenn das System von weiteren, externen Kunden genutzt wird – immer ein dediziertes logisches Netz pro Kunde geben wird, sodass eine Vermischung der Daten mehrerer Kunden oder ein Zugriff auf fremde Daten technisch ausgeschlossen sind.
„Wir wollten von Anfang an ein maßgeschneidertes Produkt anbieten“, so Dr. Ralf Stolle, Leiter Produktmanagement Geschäftskunden bei dem TK-Anbieter. „Deshalb haben wir über 500 Kunden befragt.“ Das Ergebnis der Befragung war eindeutig: Die Unternehmen wollen eine leicht handhabbare Anlage, die keine internen Ressourcen bindet. „Das Pilotprojekt bei unserem Mutterkonzern hat uns die Möglichkeit gegeben, unser Konzept einem Praxistest in einer komplexen Umgebung zu unterziehen“, so Dr. Stolle weiter. „Die Erfahrungen aus diesem ersten Projekt werden wir nun in die nächsten Projekte einbringen.“
Über EWE
Die Wurzeln der Unternehmensgruppe liegen in der Energieversorgung. Heute beliefert man über 1,3 Millionen Kunden mit Strom und rund 1,7 Millionen mit Gas. Daneben betreut die Telekommunikationssparte etwa 700.000 Kunden. Die Tochtergesellschaft BTC gehört zu den 25 größten deutschen IT-Firmen.
Die EWE AG mit Hauptsitz in Oldenburg steuert als Holding des Konzerns die Aktivitäten der Tochtergesellschaften. Mit rund 10.000 Mitarbeitern und über 8 Mrd. Euro Umsatz zählt man zu den größten kommunalen Unternehmen Deutschlands.
Bildquelle: EWE