Denkweise muss geändert werden

Finanzabteilungen haben Nachholbedarf

Covid-19 hat die Digitalisierung zwar großflächig vorangetrieben, doch Finanzabteilungen haben noch erheblichen Nachholbedarf. Dies zeigt eine im Namen von Rydoo von Censuswide durchgeführte Umfrage unter Finanzverantwortlichen zum Stand der Digitalisierung der Finanzabteilung.

Finanzabteilungen haben Nachholbedarf

Die größte Herausforderung auf dem Weg zu einer digitalen Finanzabteilung besteht darin, die Denkweise im Unternehmen zu ändern und das Vertrauen in Technologie zu fördern.

So gibt z.B. in Deutschland nur ein Viertel der Befragten an, dass die Unternehmensprozesse komplett online und papierlos stattfinden. 42 Prozent beschreiben ihre Prozesse als Mix von online und offline. Die Österreicher sind am besten digital aufgestellt, bei ihnen sind 39 Prozent komplett digitalisiert. Darauf folgen Frankreich, Großbritannien und die Schweiz. Rydoo befragte im November 2020 über 200 Finanzverantwortliche von Unternehmen mit 500 bis 5.000 Mitarbeitern aus der DACH-Region (24 aus Deutschland, 23 aus Österreich, 23 aus der Schweiz), Frankreich und Großbritannien (je 70).

Die Umfrage ergab zudem, dass sich die Zusammenarbeit zwischen IT- und Finanzabteilung besonders in DACH auf sporadische Meetings und vereinzelte Schnittstellen zwischen den Abteilungen beschränkt. Nur durchschnittlich sieben Prozent der Befragten arbeiten eng zusammen. In Frankreich und Großbritannien ist diese Zusammenarbeit deutlich höher (47 bzw. 39 Prozent).

In der DACH-Region hat über die Hälfte der Finanzverantwortlichen im letzten Jahr Mitarbeiter abgebaut. Besonders betroffen von den Personalkürzungen sind Österreich und Schweiz mit je 74 Prozent. Zudem haben sich bei 39 Prozent der Befragten die Rollen der Mitarbeiter durch die neue Arbeitsweise verändert.

Die größte Herausforderung auf dem Weg zu einer digitalen Finanzabteilung besteht für die deutschen und österreichischen Befragten darin, die Denkweise im Unternehmen zu ändern und das Vertrauen in Technologie zu fördern. Weitere Herausforderungen sind die Wahl der richtigen Tools und die IT-Sicherheit. In der Schweiz gibt über ein Viertel der Befragten das fehlende Budget für Veränderungen neben der Wahl der richtigen Tools als Hürden für die Digitalisierung an.

Auf die Frage, welche Bereiche der Finanzabteilungen die Befragten als erstes digitalisiert haben möchten, waren die Top 5 in Deutschland: Management Reporting, Budgetierung, Accounting, Planung und Rechnungsstellung.

Für die Buchhaltung sind die Prioritäten in Deutschland Kostenkontrolle, Zahlungen und Compliance. In Österreich liegt der Fokus auf Kostenkontrolle und Compliance. Die Befragten aus der Schweiz konzentrieren sich darauf, dass alle Daten miteinander verbunden und korrekt sind und passen ihre Teamstruktur an.

Die meistgenannten Gründe für den Einsatz eines Spesenmanagement-Tools in Deutschland sind Compliance und Zeitersparnis. Die größten Herausforderungen bestehen in langfristigen Vorhersagen, der Verbindung der Datenpunkte im gesamten Unternehmen und die Kostenkontrolle. Ein Tool zum Spesenmanagement könnte auch bei der Einhaltung der Spesenrichtlinien unterstützen, die immerhin ein Drittel der Deutschen einmal die Woche überprüft.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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