Unternehmen müssen mit ihrer IT-Infrastruktur in Zukunft ganz neue Herausforderungen stemmen.
Obwohl weitgehend Einigkeit darüber herrscht, dass unternehmenskritische Daten digital und physisch in der eigenen Firma bleiben sollten, profitieren viele Workloads von der Performanz einer Public Cloud. Aller Voraussicht nach wird diese durch die niedrigen Einstiegshürden und gebrauchsfertige Pay-as-you-go-Lösungen in der Symbiose mit firmeneigenen Rechenzentren weiter an Relevanz gewinnen. Umso wichtiger ist es, Rechenzentren für diese Zukunft fit zu machen, denn die Herausforderungen sind zahlreich: steigende Datenmengen, gestiegene Ansprüche in Sachen Verarbeitungs- und Übertragungsgeschwindigkeiten und nicht zuletzt Themen wie Datenschutz, Platzbedarf und Umweltschutz.
Dabei haben die Prioritäten sich von der Hard- zur Software-Seite verlagert. Dies lässt sich auch an der Anbieterlandschaft ablesen: Von den in den letzten Jahren neu gegründeten Herstellern im Datacenter-Sektor zählt der Großteil zu den Software-Anbietern. Für IT-Verantwortliche bedeutet dies, dass sich die Auswahl geeigneter Datacenter-Lösungen stark von einem technischen zu einem strategischen Thema wandelt. Drei langfristige Entwicklungslinien sprechen für die These vom Software-definierten Rechenzentrum als weniger technischem und zunehmend strategischem Thema.
Zum einen werden Rechenzentren im Hinblick auf Wartung und Betrieb immer einfacher. Früher brauchte es für alle Aufgaben im Rechenzentrum eigene Spezialisten. Diese mussten für ihre Aufgabenbereiche tage- und wochenlang geschult werden. Mit den modernen, wesentlich intuitiver zu bedienenden und weniger wartungsanfälligen Systemen sind all diese Prozesse massiv vereinfacht.
Des Weiteren werden Rechenzentren immer effizienter und ressourcenschonender.
Heute passt auf eine handtellergroße SSD ein Vielfaches bei damals noch unvorstellbaren Lese- und Schreibgeschwindigkeiten. Storage ist nur eines von vielen Themen im Rechenzentrum, verdeutlicht den Punkt der Effizienz jedoch besonders eindrücklich.
Zu guter Letzt orientieren sich Rechenzentren immer stärker am Nutzer. Wegen der weit fortgeschrittenen Standardisierung und der Abstraktion der Hardware durch Virtualisierung rücken die technischen Details der Komponenten in den Hintergrund. Initiativen wie OCP (Open Compute Project), an denen sich alle großen Hersteller beteiligen, treiben die Standardisierung von Rechenzentrums-Hardware weiter voran.
Sobald die eigenen Prioritäten klar sind, gilt es, die passende Lösung zu finden. Jenseits von Marketingmaterial und technischer Dokumentation ist der Erfahrung nach für die Auswahl des passenden Herstellers die Philosophie hinter der Lösung entscheidend. Schlussendlich stellt sich immer die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Lösung. Bei all diesen Dingen erleichtert die Unterstützung durch einen kundigen Partner wie z. B. ADN die Qual der Wahl.
Seit einigen Jahren kann man die steigende Verwendung des englischen Zusatzes „Software-defined“ durch die Hersteller zur Beschreibung ihrer Lösungen beobachten. Dieser Zusatz weist darauf hin, dass die Software-Lösung von der Hardware, auf der sie läuft, abstrahiert ist. Ebenfalls heiß diskutiert sind die Konzepte Converged und Hypeconverged Infrastructure, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren. Das sogenannte Software-defined Datacenter führt diesen Gedanken konsequent zu Ende, indem Netzwerk-, Speichervirtualisierung und Server-Infrastruktur vollständig abstrahiert werden.
Mit dem Software-defined-Ansatz lässt sich der nächste strategische Schritt im Rechenzentrum vollziehen, insbesondere wenn man bereits auf Software-defined Storage oder Software-defined Server setzt. Die zentrale Verwaltung der Ressourcen erlaubt eine effizientere Ausnutzung vorhandener Kapazitäten und das bedarfsgerechte Hoch- und Runterfahren der energiehungrigen Hardware. Ausfälle einzelner Komponenten werden durch das automatische Verlagern der Workloads auf andere Ressourcen kompensiert. Hybride Szenarien können über beliebige Standorte und Cloud-Anbieter einfacher denn je umgesetzt werden. Die Workloads und Daten lassen sich problemlos dorthin verlagern, wo es strategisch am günstigsten ist.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Vielfach noch als Vision zu bezeichnen, deutet das Software-defined Datacenter an, wohin die Reise des Rechenzentrums in Richtung eines „Post-Cloud-Zeitalters“ gehen kann. Wer sich darauf einlässt, hat die Chance, seine IT noch einmal wesentlich flexibler und agiler aufzustellen.
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