SSD-Speicher: Kommentar von André M. Braun, Dell

Flash-Technologien gezielt einsetzen

Ein Kommentar von André M. Braun, Germany Sales Director Storage bei Dell in Frankfurt am Main, über den effizienten Einsatz von Flash-Speicher-Systemen und herkömmlichen Plattenlaufwerken in Unternehmen

André M. Braun, Dell

André M. Braun ist Germany Sales Director Storage bei Dell.

Anfang 2013 sagten etliche Marktbeobachter voraus, die Preise für Flash-Speicher (SSD) und für herkömmliche Plattenlaufwerke würden sich im Lauf des Jahres weitgehend angleichen. Nun, zum Beginn des Jahres 2014, muss man konstatieren.

SSDs sind trotz eines deutlichen Preisrückgangs nach wie vor ein gutes Stück teurer, und es sieht derzeit nicht so aus, als könnten sie das Preisniveau der drehenden Platten schon 2014 unterschreiten. Vielleicht waren solche Erwartungen auch allzu optimistisch: Immerhin dauerte es Jahrzehnte, ehe die Preise der Plattenlaufwerke so ins Rutschen gerieten, dass man von einer preiswerten Speichertechnologie sprechen konnte. Man hat mittlerweile fast schon vergessen, dass Platten lange Zeit zu den teuersten Komponenten eines Systems gehörten. SSDs können heute, erst wenige Jahre nachdem sie zu einer massenhaft eingesetzten Technologie wurden, in ihrem industriellen Zyklus einfach noch nicht soweit sein.

Umso wichtiger ist es für Unternehmen, beim Thema „Storage“ nicht nur auf eine Technologie zu setzen, sondern eine an die jeweiligen Anforderungen angepasste Mischung aus Flash- und Plattenspeichern zu verwenden: Flash für den schnellen Zugriff, also für Aufgaben, die höchste I/O-Performance verlangen, und die noch preiswerteren Platten für die großen Datenmengen. Hier wäre es derzeit unwirtschaftlich, das gesamte Budget in Flash-Speicher zu investieren.

Aber auch innerhalb der Flash-Speicher sollte man zwischen schreiboptimierten Single-Level-Cell-SSDs (SLC) und leseoptimierten Multi-Level-Cell-SSDs (MLC) differenzieren, die sich hinsichtlich Performance, Lebensdauer und Kosten unterscheiden. Bisher nutzen die meisten Flash-Shared-Storage-Lösungen nur die teuren SLC-SSDs; demgegenüber haben MLC-SSDs bei geringeren Kosten eine höhere Kapazität, aber eine geringere Lebensdauer.

Maßgeschneiderte Speichersysteme

Eine optimierte Flash-Speicher-Lösung wie die Dell Compellent Storage Arrays kann beide SSD-Arten kombinieren. Damit lassen sich aus modularen Bausteinen maßgeschneiderte Speichersysteme aufbauen, indem man beispielsweise nur so viele SLC-SSD verwendet, wie man benötigt, um die für eine bestimmte Anwendung anfallenden Schreiboperationen zu bewältigen. Die MLC-SSDs werden dann primär für Leseoperationen eingesetzt. Ergänzend werden entsprechend abgestimmte Plattenlaufwerke eingesetzt. Die Speicherlösung nimmt die Zuweisung von Daten an die unterschiedlichen Arten von Speichern dynamisch und automatisch vor. Ebenso reduziert sie den Speicherbedarf durch Technologien wie Datenkompression und -deduplikation.

Auf diese Weise lassen sich Performance und Zuverlässigkeit der Gesamtlösung individuell optimieren, zugleich bleiben die Investitionen auf das Nötige beschränkt. Unternehmen können damit eine vergleichsweise teurere Speichertechnologie gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Effekt erzielt. Die weitere Marktentwicklung können sie dann stressfrei abwarten.

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok