Datensicherheit

Fokus auf die 3-2-1-Regel

Im Interview betont David Friend, Mitgründer und CEO von Wasabi Technologies, dass IT-Entscheider gemäß der 3-2-1-Regel mindestens drei verschiedene -Sicherungskopien der gleichen Daten aufbewahren sollten.

David Friend

David Friend von Wasabi vermutet: „Der Trend zur Cloud wird voraussichtlich auch nach der Pandemie anhalten.“

ITD: Herr Friend, inwieweit vernachlässigen Unternehmen den Schutz ihrer Daten vor Ausfällen, Angriffen und Verlusten?
David Friend:
Um einen geregelten Geschäftsbetrieb zu garantieren, müssen die Nutzung und der Schutz der eigenen Daten gewährleistet sein. Diese stehen häufig im Kontext von Kunden, Produkten und Dienstleistungen. Durch Störungen und Ausfälle können Unternehmensinterna verloren gehen, so dass der Arbeitsfluss behindert oder sogar ganze Abteilungen lahmgelegt werden.

Neben unintendierten Störungen gibt es gezielte Angriffe durch Hackerangriffe oder Ransomware. In Zeiten von vermehrtem Homeoffice ist diese Art von Angriffen signifikant angestiegen. So meldete das Bundeskriminalamt (BKA) im Juli 2020 über 600 Fälle von Cyberkriminalität, die im Zusammenhang mit der Pandemie stehen. Dazu gehören das Ausspähen und Abfangen von Daten, Datenveränderung und -sabotage. Das deutsche Bundesministerium für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) registrierte in einer aktuellen Umfrage, dass für rund ein Viertel der deutschen Unternehmen Schäden dieser Art als existenzbedrohlich eingeschätzt werden.

Man sollte also meinen, dass Unternehmen sich vor dieser Bedrohung schützen. Doch trotz des bestehenden Risikos von Datenverlusten investieren Unternehmen nicht ausreichend Kapazitäten (finanziell und personell) in entsprechende Schutzmaßnahmen. Zwar sensibilisiert ein Großteil der Firmen ihre Mitarbeiter und sorgt für eine Notfallstrategie, doch 70 Prozent geben an, weder eine eigene Fachabteilung für Sicherheit einrichten noch Sicherheitsexperten einstellen zu wollen, die sie im Umgang mit Cyberangriffen unterstützen. Hier besteht offenbar noch immer entsprechender Aufklärungsbedarf bei IT-Entscheidern, wie sie den Umgang mit dieser neuen Herausforderung am besten meistern können.

ITD: Warum ist eine Absicherung durch Backups entscheidend für den Unternehmenserfolg?
Friend:
Der heutige Firmenerfolg hängt maßgeblich davon ab, dass Teams zu jedem Zeitpunkt auf ihre Daten zugreifen und diese nutzen können. Um die Geschäftskontinuität zu wahren, kommt es also darauf an, dass gemeinsam genutzte Datenspeicher sicher und verfügbar sind. Viele Unternehmen haben zu diesem Zweck eigene IT-Spezialisten – auch wenn die personellen Kapazitäten noch deutlich erweitert werden sollten. Ihnen fällt die Aufgabe zu, auf Basis einer vorhandenen Infrastruktur kontinuierlich Daten zu erfassen und zu sichern. Sie erstellen Backups und Notfallpläne – häufig in eigenen Rechenzentren.

ITD: Welche Vorteile bieten Backups aus der Cloud im Vergleich zu anderen Backups?
Friend:
Auf lange Sicht gesehen sind die genannten On-Premises-Lösungen teuer und wartungsintensiv: Sie benötigen geschultes Personal und die neueste Hardware, um zu funktionieren. Das macht sie anfällig für technische Störungen, menschliches Versagen und Angriffe von außen – Risiken, die zum Totalverlust vorhandener Daten führen können. Um dem entgegenzuwirken, können Unternehmen ihren Datenspeicher in die Cloud verlegen. Ein Backup und Wiederherstellungsmaßnahmen (Disaster Recovery) aus der virtuellen Umgebung machen lokale Rechenzentren über-flüssig und senken das Risiko für äußere Störfaktoren.

ITD: Inwieweit ist ein Cloud-Backup allein ausreichend oder sollten Backups diversifiziert werden?
Friend:
Verloren gegangene Daten sind in der Regel das Produkt unzähliger Arbeitsstunden, die nicht ohne Kostenaufwand wiederhergestellt werden können. Um einen Datenverlust zu verhindern, ist eine durchdachte Sicherungsstrategie empfehlenswert.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

IT-Entscheider sollten gemäß der 3-2-1-Regel mindestens drei verschiedene Sicherungskopien der gleichen Daten aufbewahren, zwei davon auf unterschiedlichen Medienformaten und eine davon außerhalb des Unternehmens. Die Aufbewahrung eines Backups außerhalb des Unternehmens ist von entscheidender Bedeutung, denn so werden Backups physisch voneinander getrennt und das Risiko eines Datenverlusts stark verringert. Eine hybride Cloud-Strategie kann – insbesondere zur Bekämpfung von Cyberbedrohungen – ebenfalls sinnvoll sein. Durch die Kombination eines dedizierten Speichersystems vor Ort für lokale Backups und dessen regelmäßige Synchronisierung mit einem Cloud-Backup-Service wird die Datenkontinuität aufrechterhalten und das Risiko, dass eine Störung alle Quellen ausschaltet, deutlich verringert.

ITD: Welchen Einfluss hat die derzeitige Pandemie, die als Digitalisierungstreiber gilt, auf die Nutzung von Backups aus der Cloud genommen?
Friend:
Die Corona-Pandemie hat in Sachen „Digitalisierung“ einiges beschleunigt, wofür Unternehmen sonst wesentlich länger gebraucht hätten. Das gilt z. B. für die verstärkte Nutzung der Cloud. So stieg das Marktvolumen (Ausgaben für Cloud-Computing-Services) in Deutschland im Jahr 2020 auf 10,1 Mrd. Euro an. 2021 soll das Volumen bei 12,1 Mrd. Euro liegen. Im Fünf-Jahres-Trend (2016 bis 2021) haben sich die Ausgaben für Cloud-Technologie damit mehr als verdreifacht.

Der Trend zur Cloud wird voraussichtlich auch nach der Pandemie anhalten, da viele Unternehmen während der letzten Monate die Vorteile der Cloud erkannt haben. Auch werden wohl Remote-Arbeit und Homeoffice langfristig in die Arbeitswelt einziehen, was das Risiko für Datenverluste erhöht und ergo entsprechende Sicherheitslösungen notwendig macht.

Bildquelle: Wasabi Technologies

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