Mit seiner World Tour legte HP kürzlich auch einen Zwischenstopp in Mannheim ein.
Vor drei Jahren hat HP seinen Umbau gestartet. Das vierte Jahr soll laut Peter Ryan das Wachstumsjahr werden. Dafür setzt der amerikanische IT-Anbieter auf den „New style of IT“, wie Ryan erklärt, der als Senior Vice President für die Enterprise Group und als General Manager der Region EMEA verantwortlich ist. Unter diesem Slogan nimmt man die großen aktuellen Trends in den Fokus: Cloud, Big Data, Mobility und Sicherheit. Vor allem das Cloud-Geschäft sieht Ryan als großen Wachstumsmotor. „Bis 2016 werden 75 Prozent aller IT-Umgebungen als Private, Managed oder Public Cloud bereitgestellt“, betonte der Europachef in Mannheim. In den meisten Fällen werde es sich um hybride Umgebungen handeln, so Ryan. Dafür hat HP sein zuvor eher heterogenes Cloud-Angebot unter der Marke Helion zusammengefasst. Technische Grundlage ist die quelloffene Cloud-Architektur Openstack. Auf dieser basiert auch das Helion Network, das der IT-Riese jetzt vorgestellt hat. Mit diesem Netzwerk will das Unternehmen ein Ökosystem aus Software-Anbietern und -Entwicklern, Systemintegratoren und Value Added Resellern aufbauen. Gemeinsam sollen Entwicklungen vorangetrieben und Dienste für Cloud-Anwender angeboten werden.
Die Nutzer erhalten laut Anbieter Zugang zu einem großen Cloud-Service-Portfolio für Unternehmensumgebungen, das horizontale und vertikale Anwendungen sowie netzwerkbezogene Dienste umfasst. Dank der Open-Source-Architektur wird das Helion-Netzwerk hardware-unabhängig sein. Voraussichtlich im vierten Quartal soll es als Pilotprogramm starten.
Als wichtiger Erfolgsfaktor für Cloud Computing gilt die Sicherheit der Daten in der Wolke. HP hat daher eine Verschlüsselungslösung für Cloud-Anwendungen entwickelt. Atalla Cloud Encryption vereinfacht laut Anbieter mithilfe von sogenannten „Split Keys“ die Verschlüsselung und das Schlüsselmanagement bei Public- und Private Clouds sowie in hybriden Umgebungen. Die Schlüssel werden dabei während des Verschlüsselungsprozesses geteilt. Anwender behalten einen Teil des Schlüssels und somit auch die Kontrolle bei der Übertragung der Daten in die Cloud.
Speziell für den Schutz von unstrukturierten Daten hat der Hersteller außerdem die Lösung Atalla Information Protection and Control im Programm. Die Software sichert Informationen, die etwa in E-Mails oder Dokumenten liegen, vor dem Zugriff von Unbefugten. Laut Anbieter arbeitet sie dabei nach einem informationszentrischen Verschlüsselungsansatz, der sich in vorhandene Geschäftsprozesse integrieren lässt.
Zudem hat man neben den Trends auch die Zukunft im Visier. Ein Beispiel dafür bietet Andrew Bolwell, der in Mannheim einen Ausblick auf die künftigen Entwicklungen gab. Bolwell ist für Technologievisionen und Strategie im Bereich Printing and Personal Systems zuständig. Er hält Themen wie Wearables, Datenbrillen und das Internet der Dinge für die wichtigen Entwicklungen der IT-Branche. „Alles wird zur Technologie“, so Bolwell. HP sieht er auch in dieser künftigen IT-Welt als einen wichtigen Player. „Wir arbeiten an allen diesen Zukunftsthemen“, erklärt Bolwell.
Dass der amerikanische IT-Anbieter den Blick nach vorn gerichtet hat, zeigt sich auch an dem hohen Stellenwert, den Forschung und Entwicklung derzeit im Unternehmen haben. „Wir investieren mehr als jemals zuvor in Forschung und Entwicklung“, sagt Europachef Ryan. Drei Viertel der Mitarbeiter aus diesem Bereich beschäftigen sich gerade mit dem Projekt „The Machine“. Unter diesem Arbeitstitel will HP das Computing revolutionieren. Ziel ist eine Computerarchitektur mit völlig neuen Speicher- und Rechentechnologien sowie einem neuen Betriebssystem.
Kernelement der neuen Entwicklung sind Memristoren – passive elektrische Bauelemente, deren elektrischer Widerstand nicht konstant ist. Sie sollen das Speichern großer Datenmengen sowie sehr schnelle Rechenoperationen ermöglichen. Geplant ist, dass die entsprechenden Systeme 2019 in die Serienproduktion gehen werden.
Bildquelle: HP