IT-gestützte Zollabwicklung

Früh übt sich

Logistiker und Spediteure müssen im Tagesgeschäft eine Vielzahl von Sicherheitsinitiativen und Zollbestimmungen einhalten. Dabei helfen kann eine IT-Infrastruktur, die Zollabwicklungsverfahren automatisiert und vereinfacht.

  • Logistikunternehmen und Spediteure sollten so früh wie möglich auf eine zertifizierte Zollsoftware setzen.

  • Gerade an Flughäfen ist eine effiziente Lieferkette von großer Bedeutung, weil die Zeit für den Warenumschlag besonders gering ist.

Zunehmend komplexer werdende Lieferketten sowie neue Gesetzgebungen, Transport- und Handelsvorschriften stellen Logistikunternehmen immer wieder vor Herausforderungen. Zwar dienen die fortlaufenden Anpassungen der zollrechtlichen Bestimmungen einer höheren Transparenz und Sicherheit in der Warenwirtschaft sowie einer Vereinheitlichung der Prozesse – ihre Umsetzung erfordert jedoch eine effiziente IT-gestützte Zollabwicklung für importierende und exportierende Unternehmen. Insbesondere, da in den unterschiedlichen Ländern jeweils andere Bestimmungen zum Tragen kommen. Werden Prozesse hingegen nicht regelkonform eingehalten, kann dies nicht nur zu Verzögerungen in der Lieferkette führen, sondern ebenso zu Geldstrafen und einem wirtschaftlichen Verlust.

Herausforderungen zu See, zu Land ...

Eine derzeit viel diskutierte Änderung der zollrechtlichen Rahmenbedingungen ist beispielsweise die Umwandlung des Hamburger Freihafens in einen Seezollhafen mit den entsprechenden allgemeinen EU-Vorschriften zum 1. Januar 2013. Konkret bedeutet dies für die dort ansässigen Unternehmen eine enorme Umstellung ihrer bisherigen Prozesse. So müssen die betroffenen Logistikdienstleister zukünftig alle Waren, die aus einem Drittland in den Hamburger Hafen eingeführt werden, mittels der sogenannten Summarischen Anmeldung (SumA) in dem zolleigenen IT-System erfassen. Das wiederum macht den Einsatz einer Softwarelösung zur Pflicht, die für dieses elektronische Zollverfahren lizenziert ist.

Doch damit nicht genug: Denn auch beim Atlas-Verfahren selbst stehen Veränderungen bevor. So kommt nach einer derzeit „weichen“ Migrationsphase voraussichtlich ab Ende Januar 2013 die neue Version 8.4 von Atlas zum Einsatz, die eine EORI-Nummer (Economic Operators’ Registration and Identification) als EU-weites Identifikationsmerkmal der Unternehmen voraussetzt. Diese Nummer können Unternehmen bereits beim Zoll beantragen. Demnach sollte die für die elektronische Zollabwicklung eingesetzte Softwarelösung dieser Veränderung schon frühzeitig Rechnung tragen.

Ein Zoll- und Logistikanbieter, der diesen Anforderungen gerecht wird, ist Kewill mit der Software Zabis. Mit der Version 7.0 bietet das Unternehmen jetzt zudem die erste Software, die vollständig für die neue Atlas-Version 8.4 zertifiziert worden ist. Die Lösung verbindet alle Handelsbeteiligten mit der jeweiligen Zollbehörde und ermöglicht so den sicheren und automatischen Austausch von Sendungsinformationen über ein elektronisches Zollabwicklungssystem in Deutschland (Atlas) und in der Schweiz (Edec).

Auch die EU-weiten Verfahren Import Control System (ICS) für die Wareneinfuhr, Export Control System (ECS) für die Warenausfuhr und das Excise Movement Control System (EMCS) für verbrauchsteuerpflichtige Waren werden von der Lösung abgedeckt. So ist im Rahmen der EU-Verordnung 1875/2006 zum Import Control System (ICS) für Waren, die in das Zollgebiet der EU importiert werden, seit Januar 2011 die Summarische Eingangsmeldung (ENS) in elektronischer Form erforderlich. Zabis unterstützt den Vorgang und generiert automatisch die notwendigen ICS-Informationen aus der Frachtabfertigungssoftware des Dienstleisters.

... und zu Luft

Gerade an Flughäfen ist eine effiziente Lieferkette von großer Bedeutung, weil die Zeit für den Warenumschlag besonders gering ist. Und auch hier entwickeln sich die gesetzlichen Logistikregelungen stetig weiter. Ein Beispiel ist der Flughafen Frankfurt. So wird voraussichtlich zum 1. Januar 2013 nur noch der Flughafen selbst Gestellungsort für Gemeinschaftswaren. Ist ein Logistikdienstleister nicht direkt am Airport, sondern in der näheren Umgebung ansässig, muss er seine Waren direkt am Flughafen gestellen – also bei der Zollbehörde anmelden. Für eine einfache Zollabwicklung sorgen dann spezifische Terminals des „Air Cargo Pool“, der auf der Softwarelösung Zabis basiert. Die „Air Cargo Pool“-Terminals sind inzwischen bundesweit an Flughäfen wie Berlin-Tegel, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Dortmund, Hamburg, Hannover, München, Nürnberg oder Stuttgart verfügbar. Mit dem „Air Cargo Pool“ am Flughafen Frankfurt wurde vor kurzem das 50. Terminal in Betrieb genommen.

Direkt bei der Einfahrt in den Flughafen können die Unternehmen unmittelbar die Gestellung der Waren vornehmen und diese beim Zoll anmelden – selbst wenn sie zu unterschiedlichen Abladestellen transportiert werden. Der Aufwand für die Zollabwicklung wird so auf ein Minimum reduziert.

Vorbereitung ist alles

Die Beispiele zeigen: Logistik ist immer in Bewegung – und die gesetzlichen Vorschriften um die Logistikprozesse ebenso. Doch müssen diese Veränderungen nicht mehr Aufwand für Unternehmen bedeuten. Sie dienen dazu, Prozesse zu vereinfachen und die weltweite Warenwirtschaft sicherer zu gestalten. Damit Logistikdienstleister von den Entwicklungen auch profitieren, ist eine durchdachte Softwarelösung Grundvoraussetzung. Deshalb sind sich Experten einig: Logistikunternehmen und Spediteure sollten ihre IT-Systeme so früh wie möglich den Rahmenbedingungen anpassen und auf eine zertifizierte Zollsoftware setzen. So kann eine reibungslose Implementierung gewährleistet werden, die letztlich zu einer Optimierung der Lieferkette, zu geringeren Kosten, erhöhter Rechtssicherheit und zu zufriedeneren Kunden führt.

www.kewill.com/de

Bildquelle: Kewill

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