Vor dem Hintergrund eines globalisierten Marktes spielt Transportmanagement eine wichtige Rolle: Es ist für die meisten Industrieunternehmen heute üblich, ihre Produkte – seien es Einzelkomponenten, ganze Baugruppen oder fertige Produkte – auch über sehr weite Strecken zu transportieren. Die gesamte Lieferkette soll dabei so gestaltet sein, dass die Transportkosten möglichst gering ausfallen, die Lieferungen aber dennoch verlässlich und zum richtigen Zeitpunkt ankommen. Dafür nehmen die Unternehmen die Unterstützung verschiedener Logistikdienstleister in Anspruch und nutzen unterschiedliche Transportmittel: LKW und Bahn, Flugzeug und Frachtschiff. Anders als noch vor einigen Jahren, trägt heute der Hersteller selbst entscheidend zu einer effizienten Suppy Chain bei – oder zumindest kann er das. Denn eine straff organisierte Lieferkette verlangt auch nach einem ganzheitlichen Management. Und die übergreifende Handlungs- und Steuerungsfähigkeit liegt einzig bei den Unternehmen.
Die meisten Unternehmen haben zwar eine Supply-Chain-Management-Lösung (SCM) im Einsatz – in vielen Fällen stammt die von SAP –, um damit die Lieferkette zu steuern. Die eigentliche Transportplanung, also die Abwicklung einer Fracht vom Kundenauftrag bis zur Abrechnung, konnte damit aber lange Zeit nicht durchgängig abgewickelt werden. In der Folge planten die Unternehmen den Transport überhaupt nicht systematisch, nutzten Excel oder Non-SAP-Insellösungen oder überließen die Transportplanung ganz den Transportdienstleistern. Erst seit 2010 bietet SAP das Modul Transportation Management an, mit dem die bestehende Lücke geschlossen werden sollte. Und: Aufgrund von steigenden Anforderungen an die Transparenz und Effizienz der Lieferkette zeichnet sich aktuell ein Trend zur Verlagerung der Transportplanung bzw. der -disposition hin zum Verlader ab – also hin zu den Unternehmen. Sie erhoffen sich dadurch beispielsweise, durch eine höhere Auslastung der LKW im In- und Outbound Kosten einzusparen.
Ein Vorteil des Moduls liegt darin, dass sämtliche Phasen des Transportmanagements durchgängig abgebildet und unterstützt werden. Einteilen lässt sich das in vier Kategorien:
Diese durchgängigen Abwicklung des gesamtem Transports nutze den Unternehmen aus mehreren Gründen: Sie reduzieren den gesamten Abwicklungsaufwand, gestalten den Transport ihrer Produkte effizienter und senken die Transportkosen. Zudem schaffen sie mehr Transparenz und vereinfachen die Abrechnung mit den Kunden.
Der Einsatz des Moduls kann sich für Industrieunternehmen lohnen. Ob die Einführung im Einzelfall machbar und sinnvoll ist, lässt sich mit einem Proof of Concept herausfinden – vor allem größere Unternehmen sollten darauf nicht verzichten. Im Zuge der Konzepterstellung können dann auch die Key-Performance-Indikatoren in Hinblick auf den Nutzen definiert werden. Im nächsten Schritt werden in einem Blueprint die künftigen Prozesse und das technische Design der neuen Lösung erarbeitet und dokumentiert. Darauf basierend wird schließlich die Lösung eingeführt und an den anwenderspezifischen Bedarf angepasst. Bei alle diesen Schritten bietet es sich für Unternehmen an, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der Erfahrung mit solchen Implementierungsprojekten gesammelt hat. Auf diese Weise lassen sich schon früh Fragen zu den Systemvoraussetzungen klären, die individuellen Anforderungen bestimmen und damit Aufwand und Nutzen abschätzen.
*Der Autor, Achim Kuneck, ist Associated Partner bei Mieschke Hofmann und Partner (MHP)
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