Dirk Pohla: „KI und RPA als zwei der grundlegenden Technologien der Digitalen Transformation lösen oftmals Bedenken aus, dass sie in Konkurrenz zu den von Menschen ausgeübten Tätigkeiten stehen oder diese vollständig ersetzen.“
ITD: Herr Pohla, was unterscheidet KI und RPA?
Dirk Pohla: RPA ist eine Cloud-native Technologie, die sich für die Automatisierung von Aufgaben oder zur Verbindung von Systemen eignet, die keine APIs verwenden. Benutzerdefinierte Bots übernehmen dabei sich wiederholende und regelbasierte Prozesse oder Routineaufgaben, die üblicherweise von Menschen ausgeführt werden. Diese können sich dann entsprechend höherwertigen und strategischen Aufgaben widmen. Mit der so konzipierten Mensch-Bot-Kollaboration sind Unternehmen in der Lage, effizientes, produktives und zugleich innovatives Arbeiten zu ermöglichen. Je komplexer ein Prozess, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ein Bot diesen durchführen kann. Hier kommt dann u.a. KI-Technologie ins Spiel. Eine KI arbeitet mit Regeln sowie Wahrscheinlichkeiten und kann komplexere Aufgaben übernehmen.
ITD: Was haben KI und RPA gemeinsam?
Pohla: Häufig werden diese beiden Arten der Automatisierung in einem Arbeitsprozess kombiniert. Beide Technologien beschleunigen die Prozessautomatisierung über verschiedene Unternehmenssegmente hinweg, wobei die Gesamtbetriebskosten so niedrig wie möglich gehalten werden. Sowohl KI als auch RPA folgen dem Ziel, Prozesse zu strukturieren und für ein Unternehmen bestmöglich handhabbar zu machen. Dabei im Fokus: Arbeitsroutinen und Abläufe, die geordnet vonstatten gehen sollten, damit das Unternehmen agil und effizient arbeiten kann. Dank solcher automatisierten Abläufe lassen sich menschliche Fehler vermeiden. Um effektiv in einem Unternehmen implementiert zu werden, sollten daher Künstliche Intelligenz und Robotic Process Automation nicht als Silos nebeneinander bestehen. Vielmehr müssen sie miteinander integriert sein und über die verschiedenen Unternehmensprozesse hinweg orchestriert werden.
ITD: Inwiefern kann RPA durch KI unterstützt werden? Welche Potenziale lassen sich dadurch erschließen?
Pohla: In vielen Fällen ist RPA bereits eine integrale Technologie in der Automatisierungsstrategie eines Unternehmens, da ihr Einsatz sich positiv auf eine höhere Effizienz und Produktivität sowie niedrigere Kosten auswirkt. Für den Automatisierungsprozess eines Unternehmens ist es zumeist einfacher, erst RPA und anschließend KI-Technologien zu implementieren. RPA sollte als Toolbox etabliert werden, mit deren Hilfe sich Methoden und Abläufe wettbewerbsfähig gestalten lassen. Im zweiten Schritt dann unterstützt eine KI diese RPA-Plattformen bei der weiteren Automatisierung und Organisation von Arbeitsabläufen. Schafft ein Unternehmen ein nahtloses Zusammenspiel aller wesentlichen Komponenten, angefangen bei RPA über BPM, Case Management, Entscheidungsregeln hinweg bis hin zu KI, lässt sich eine Vielzahl verschiedener Anwendungsfälle abbilden. Als Resultat werden menschliche Teams, Bots und KI so orchestriert, dass sie reibungslos zusammenarbeiten. Um diese Orchestrierung der Technologien für das Unternehmen zu gestalten, bedarf es einer Automatisierungsplattform.
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Mit solch einer Low-Code-Plattform entwickeln Unternehmen die für sie passenden Lösungen – so wird die optimale Leistung von KI und RPA freigesetzt: Die Leistungsfähigkeit der IT und damit die digitale Transformationsleistung des Unternehmens nimmt Fahrt auf und gestaltet innovative und effiziente Unternehmensprozesse. Das Potenzial lässt sich u.a. besonders gut im Bereich Customer Service beim Einsatz von vorstrukturierten Datensätzen und einfach verständlicher elektronischer Dateneingabe zeigen: Der Umfang der Daten und die Komplexität, in der sie oftmals vorliegen, übersteigen das Maß, dass Menschen diese fehlerfrei und schnell abarbeiten könnten. Bots reduzieren diese potenziellen Fehlerquellen und arbeiten im Gegensatz zum Menschen bei repetitiven Aufgaben schneller und präziser. Der KI kommt die Aufgabe zu, die Daten in Echtzeit zu analysieren und intelligente Schlussfolgerungen zu generieren. Das bedeutet, dass aus einem orchestrierten Zusammenspiel der Technologien eine leistungsstarke Governance resultiert, die dazu dient, Skalierbarkeit und Leistung zu steigern.
Bildquelle: Appian