Konkurrenzkampf

Google und Microsoft kämpferisch bei Künstlicher Intelligenz

Die Tech-Riesen Google und Microsoft steuern mit Milliarden-Gewinnen aus ihrem Kerngeschäft auf einen Konkurrenzkampf bei Künstlicher Intelligenz (KI) zu.

Google-Logo

Google-Chef Sundar Pichai stellt Nutzern u.a. eine bessere Websuche dank KI in Aussicht.

Microsoft wolle dabei eine Führungsrolle spielen und sei bereit, dafür zu investieren, betonte Finanzchefin Amy Hood nach Vorlage aktueller Quartalszahlen. Google-Chef Sundar Pichai stellte Nutzern u.a. eine bessere Websuche dank KI in Aussicht, spielte das Ausmaß des Wandels aber herunter.

Im vergangenen Jahr hatte die Veröffentlichung des Textbots ChatGPT die Tech-Branche aufgemischt. ChatGPT kann nicht nur Sätze formulieren, die von denen eines Menschen nicht zu unterscheiden sind. Die Software kann auch Fragen beantworten, Texte zusammenfassen – und z.B. auch Drehbücher schreiben. Zugleich sind ihre Texte nicht besonders originell – und oft auch inhaltlich falsch. Das liegt u.a. an der Funktionsweise des Programms: Es erfasst gewaltige Mengen an Daten und schätzt auf dieser Basis Wort für Wort ein, wie ein Satz wahrscheinlich weitergehen sollte.

Microsoft-Chef beschwört Generationswechsel

Microsoft ging einen Pakt mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI ein und integriert Software der Firma in seine Produkte, u.a. in der Cloud. Der Windows-Konzern macht sich mitunter Hoffnungen, mithilfe von ChatGPT die lange Dominanz von Google bei der Websuche zu brechen. Microsoft-Chef Satya Nadella sprach in der Nacht zum Mittwoch von einem Generationswechsel in dem Geschäft.

Google-Manager gaben sich dagegen betont gelassen mit Blick auf den Wandel durch Künstliche Intelligenz. Über die Jahre habe man schon viele Veränderungen bei der Websuche durchgemacht, sagte etwa der Chef von Google und Alphabet, Sundar Pichai. Google werde sich von den Wünschen der Nutzer und den eigenen Standards für Qualität leiten lassen. Künstliche Intelligenz komme schon in vielen Angeboten des Konzerns zum Einsatz. Den Einsatz der hauseigenen Antwort auf ChatGPT mit dem Namen Bard werde man schrittweise ausbauen.

Bei allem KI-Hype waren beide Tech-Schwergewichte im vergangenen Quartal aber noch auf ihre angestammten Geschäftsbereiche angewiesen. Microsoft profitierte von der Nachfrage nach Software- und Cloud-Diensten. Google bekam die Abkühlung des Online-Werbemarktes deutlich zu spüren.

Tausende Jobs abgebaut

Die Anzeigenerlöse des Internet-Konzerns gingen im Jahresvergleich leicht zurück. Sparmaßnahmen wie der mit Abfindungen verbundene Abbau Tausender Jobs und die Aufgabe von Büroräumen schlugen beim Mutterkonzern Alphabet zugleich mit Kosten von 2,6 Mrd. Dollar zu Buche, denn der Spareffekt greift erst später.

Im Kerngeschäft mit Werbung rund um die Websuche legten die Erlöse um 1,8 Prozent auf 40,36 Mrd. Dollar zu. Bei Youtube sanken die Anzeigeneinnahmen von 6,87 auf 6,69 Mrd. Dollar. Es war der dritte Quartalsrückgang für die Videoplattform in Folge. Laut Finanzchefin Ruth Porat stabilisierte sich das Geschäft zuletzt aber.

Im Cloud-Geschäft stiegen die Erlöse dagegen deutlich von 5,82 auf 7,45 Mrd. Dollar – und die Sparte war mit einem operativen Gewinn von 191 Mio. Dollar auch erstmals profitabel.

Dank der Zuwächse im Cloud-Geschäft stieg der Konzernumsatz von Alphabet insgesamt um 2,6 Prozent auf 68 Mrd. Dollar (rund 62 Mrd. Euro). Das sind nicht die Wachstumsraten, die Anleger früher gewohnt waren. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund 1,5 Prozent zu, nachdem Alphabet einen bis zu 70 Mrd. Dollar umfassenden Aktienrückkauf angekündigt hatte.

Unterm Strich verbuchte Alphabet einen Quartalsgewinn von gut 15 Mrd. Dollar, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Das waren 8,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Microsoft mit Steigerung

Microsoft dagegen steigerte seinen Quartalsgewinn um 9 Prozent auf 18,3 Mrd. Dollar. Der Umsatz legte um 7 Prozent auf 52,9 Mrd. Dollar zu. Vor allem das Cloud-Geschäft rund um die Azure-Plattform, die Unternehmen Rechenkapazität und Anwendungen im Internet verkauft, brummte mit einem Umsatzplus von 27 Prozent weiter. Auch im laufenden Quartal werde Azure das Wachstum antreiben, sagte Finanzchefin Hood. Die Zahlen übertrafen die Markterwartungen klar. Anleger ließen die Aktie nachbörslich um 8,5 Prozent steigen.

Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten.

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok