Nachhaltiges Energiemanagement

Green Manufacturing richtig angehen

Energie effizient nutzen, Kosten sparen und vom Prädikat „Green Manufacturing“ profitieren – das klingt gut, bedarf aber der richtigen Strategie, wie Jonas Grundler, Director New Business Development bei der Novatec Consulting GmbH, im Kommenar erklärt.

Jonas Grundler, Novatec Consulting

Jonas Grundler berät seit 2011 Kunden bei Digitalisierungsprojekten und stärkt deren Innovationskraft und Kreativität – Stichwort Enabling Innovation.

Green Manufacturing gehört zu den Trendthemen der Industrie – auch, weil es mehr Effizienz im Produktionsprozess und damit Kosten- sowie Wettbewerbsvorteile verspricht. Besonders in Zeiten steigender Energiepreise ein großer Motivator für Nachhaltigkeit. Doch allein darauf den Fokus zu legen, birgt erhebliche Risiken für Unternehmen: Spätere Kurskorrekturen bei der Nachhaltigkeitsstrategie können zu noch höheren Kosten, zu Unzufriedenheit bei den Stakeholdern oder gar irreparablen Imageschäden führen. Der Schlüssel für den Erfolg von Green Manufacturing liegt in der Ganzheitlichkeit und Langfristigkeit. Aber was genau ist damit gemeint?

Erst Verstehen, dann Handeln

Green Manufacturing beschreibt grundlegend eine umweltfreundliche und ressourcenschonende Gestaltung von Produktionsprozessen. Ziel ist es, die Beeinträchtigung und Ausbeutung von Mensch und Umwelt präventiv zu vermeiden. Dabei ist einerseits relevant, welchen (schädlichen) Output der Produktionsprozess generiert. Andererseits spielt auch der Input eine Rolle: verwendete Materialien und erforderliche Energiemenge.

Doch sind diese Aspekte nicht als losgelöste Stellschrauben zu verstehen, um einen Produktionsprozess „grün“ zu gestalten. Vielmehr geht es darum, das Produktionssystem ganzheitlich zu betrachten – in der Tiefe (vertikal) und end-to-end (horizontal), woraufhin sich erst unökologische In- und Outputs verringern und eine positive Gesamtressourcenbilanz erzielen lässt – und das unter Berücksichtigung von Langzeiteffekten.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Digitalisierung verspricht viele Vorteile für ein nachhaltiges Energiemanagement in Produktionssystemen. Smarte Technologien und eine moderne IT-Infrastruktur helfen dabei, den Produktionsprozess einschließlich Energieverbrauchsdaten an verschiedenen Stellen transparent zu gestalten und Potenziale für Einsparungen zu identifizieren. Andererseits gestatten es digitale Lösungen, den Prozess selbst – etwa durch softwaregestützte Automatisierung oder unter Einsatz Künstlicher Intelligenz – zu optimieren, den Ressourcenverbrauch zu minimieren oder energieintensive Teilprozesse obsolet zu machen. So kann es beispielsweise gelingen, das aufwändige Prototyping in der Industrie durch eine ressourcenschonende, virtuelle Simulation – etwa mithilfe Digitaler Zwillinge – zu ersetzen.

Nachhaltig gleich weitsichtig

Was viele Unternehmen dabei vergessen, ist die zeitliche Komponente. Denn auch der Einsatz digitaler Lösungen und deren Auswirkungen auf den Produktionsprozess sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette generieren einen ökologischen Fußabdruck einschließlich Energieverbrauch. Dieser muss wiederum in eine Gesamtbilanz einfließen, um wirkliche Verbesserungen im Energiemanagement erzielen zu können. Dafür fehlt vielen Unternehmen leider immer noch die Weitsicht und Geduld. Doch nur so lässt sich Digitalisierung nachhaltig gestalten und Schnellschüsse sowie spätere Kurskorrekturen vermeiden. Nachhaltigkeit verlangt daher von Unternehmen, immer weiter in die Zukunft zu denken.

Bildquelle: Novatec Consulting

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok