Smarte Logistik

Großes Potenzial, zahlreiche Hemmnisse

Die kooperative Zusammenarbeit und der Datenaustausch innerhalb der Lieferkette sind entscheidende Faktoren, um die Effizienz von Beschaffungsprozessen zu steigern.

Smarte Logistik

Für die Implementierung digitaler Lösungen wünschen sich mehr als sieben von zehn aller befragten Unternehmen (74 Prozent) Angebote ihrer Logistikdienstleister.

Der überwiegende Teil der im Rahmen des 17. Hermes-Barometer „Kollaboration in der Supply Chain“ befragten Unternehmen hat das hohe Potenzial unternehmensübergreifender Kollaboration und operationaler Vernetzung innerhalb der Lieferkette erkannt. Mit 65 Prozent vertritt weit mehr als die Hälfte der Verantwortlichen die Ansicht, dass Effizienzsteigerungen in der Supply Chain zukünftig nur durch Kooperationen und den Datenaustausch mit Kunden und Lieferanten möglich sein werden. In größeren Unternehmen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten teilen sogar 100 Prozent der Befragten diese Einschätzung. Rund sieben von zehn der Unternehmen (68 Prozent) geben an, in ihren Beschaffungsprozessen bereits auf intensive Kooperation mit Geschäftskunden und Lieferanten zu setzen. Über alle Unternehmensgrößen hinweg räumt jedoch etwa die Hälfte (55 Prozent) ein, das Potenzial kollaborativer Prozesse sei zwar bekannt, werde aber noch nicht voll ausgeschöpft.

Im Fokus: Vernetzung und digitale Steuerung

Als Vorteile der kollaborativen Zusammenarbeit bewerten Unternehmen besonders jene Faktoren, die mit einer guten Vernetzung der Akteure über Unternehmensgrenzen hinweg assoziiert sind. So sprechen etwa neun von zehn Supply-Chain-Verantwortlichen (88 Prozent) dem persönlichen Kontakt und Austausch zwischen den verschiedenen Partnern eine sehr große Bedeutung zu.

Effiziente Steuerungstools wie IT-Plattformen für die effiziente Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette bewerten vor allem größere Unternehmen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten als erfolgsentscheidend (83 Prozent). Über alle Unternehmensgrößen hinweg sagen das 67 Prozent. Dreiviertel der Befragten schätzen eine erhöhte Transparenz durch die gemeinsame Sicht auf die Lieferkette als erfolgsentscheidend ein. Bei größeren Unternehmen bestätigen das sogar 83 Prozent.

Zahlreiche Hürden bei der Umsetzung

Der positiven Einschätzung stehen bei der Umsetzung kollaborativer Ansätze zahlreiche technische und organisatorische Hemmnisse gegenüber. Über alle Unternehmensgrößen hinweg schätzt mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) den Zeit- und Kostenaufwand bei der Implementierung notwendiger Technologien als hinderlich ein. Besonders Unternehmen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten sehen darin eine Hürde (83 Prozent). In dieser Größenordnung stehen der erfolgreichen Umsetzung zudem technologische Herausforderungen im Weg, welche die Zusammenführung von Informationen und Daten erschweren. Dreiviertel der Verantwortlichen nennen in diesem Kontext inkompatible IT-Systeme und Datenformate.

Hohe Wirksamkeit für Kooperation innerhalb der Lieferkette messen die Befragten digitalen Technologien bei, welche dem vereinfachten Austausch von Informationen und Daten zwischen verschiedenen Akteuren dienen. Besonders bei den größeren Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeitern wird das Potenzial vernetzender Systeme sehr hoch bewertet. So sagen fast alle der hier Befragten (91 Prozent), digitale Plattformen wären bedeutend für das Monitoring interner und externer Supply-Chain-Daten. Mit 92 Prozent erreicht der Einsatz von Cloud Computing und Plattformlösungen einen nahezu identischen Wert, die Bedeutung von ERP-Systemen wird von 83 Prozent ebenfalls hoch eingeschätzt.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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