Intelligent organisierte Prozesse

Handlungsfähigkeit auch unter Druck sicherstellen

Die IT-Landschaft in Unternehmen verändert sich ständig, neue Technologien und Prozesse sollen dafür sorgen, noch effizienter und effektiver zu wirtschaften. Doch manchen Organisationen wächst der Fortschritt über den Kopf.

  • Intelligent organisierte Prozesse

  • Steve Ponting, Director Software AG

Der Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit seinen Prozessen. Sie regeln, wie Zahlungen an Lieferanten erfolgen, Produkte bereitgestellt und Kunden betreut werden. Doch dieses Gefüge wird zunehmend komplexer. Häufig funktionieren Prozesse isoliert, Organisationen sind unübersichtlich strukturiert, Daten schwer zu durchblicken, und die IT-Landschaft ist einem stetigen Wandel unterworfen. Zugleich erhöhen Digitalisierung, innovative Geschäftsmodelle, wachsende Kundenerwartungen und neue Regulierungen die Notwendigkeit, flexibel zu bleiben und schnelle Entscheidungen zu treffen.

Oftmals mündet diese Gemengelage in operativem Chaos: Es ist gekennzeichnet durch unübersichtliche Prozesse und fragmentierte Systeme, die den Arbeitsalltag behindern, Abläufe verlangsamen, stören oder diese unnötig verdoppeln. All diese Aspekte hemmen Innovation, Wachstum und Effizienz. Laut der Digital Reality Check 2025 Survey, durchgeführt unter 1.506 IT-Entscheidungsträgern aus Deutschland, den USA und Großbritannien, sind 70 Prozent der Unternehmen von diesem operativem Chaos betroffen.

Wachstum mit Nebenwirkungen

Der Befragung zufolge haben 84 Prozent der Unternehmen ihre technologische Infrastruktur in den letzten Jahren deutlich erweitert. Zugleich sagen 77 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass diese Entwicklung die Agilität und Produktivität ihres Unternehmens erschwert. Besonders betroffen sind Branchen wie Finanzdienstleistungen (78 Prozent Chaos) und Transport/Logistik (75 Prozent Chaos). Dabei zeigt sich außerdem: Vor der Weiterentwicklung des Technologie-Stacks sollte erst der Bestand aufgeräumt werden. Denn für 81 Prozent der Befragten nimmt mit neuen Technologien ohne Modernisierung der Altlasten das betriebliche Chaos zu. 77 Prozent sehen in veralteten Systemen einen Grund für Chaos, 43 Prozent erleben Konflikte zwischen alten und neuen Technologien. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Unternehmen erkennen, dass der Einsatz von Schatten-IT überdeckt, wie es in Wahrheit um die Prozesse bestellt ist.

Diese Situation hat spürbare Folgen: 78 Prozent sehen negative Auswirkungen auf die Kundenerfahrung, 70 Prozent berichten von Governance-Problemen, die durch technologische Komplexität noch zunehmen. Weltweit geben 75 Prozent der Unternehmen an, dass operatives Chaos zu langsameren Entscheidungen führt. Von Verzögerungen bei der Einführung neuer Produkte/Dienstleistungen durch operatives Chaos berichten 80 Prozent der Unternehmen. Die Studienergebnisse zeigen, dass eine gezielte Modernisierung der Technologie und die Vereinfachung von Prozessen der Schlüssel zur Überwindung von Chaos sind.

Verschiedene Baustellen im Blick halten

Dabei muss klar sein: Es ist eine Herausforderung für Unternehmen, kurzfristige Ziele mit langfristigen Anforderungen in Einklang zu bringen. Unternehmen stehen unter immensem Leistungsdruck und müssen sich einer Vielzahl komplexer Anforderungen stellen. Paradoxerweise erhöhen neue Technologien, die eigentlich Unterstützung bieten sollen, offenbar oft das Risiko von operativem Chaos.

82 Prozent der Befragten betrachten Prozessintelligenz als entscheidend, um Ordnung zu schaffen. Transparente und automatisierte Abläufe bieten eine solide Grundlage für bessere Daten und fundierte Entscheidungen. Viele Lösungen im Bereich Prozessmanagement, Process Mining oder Compliance betrachten aber nur einzelne Facetten der Herausforderung. Genau hier setzt Process Intelligence an, ein Ansatz, der eine umfassende Perspektive auf Geschäftsprozesse bietet, kombiniert mit der notwendigen Tiefe, um gezielte Verbesserungen umzusetzen. Unternehmen, die auf Process Intelligence setzen, gewinnen nicht nur ein besseres Verständnis ihrer Abläufe, sondern können diese auch kontinuierlich optimieren und flexibel anpassen, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Process Intelligence unterstützt Unternehmen dabei, widerstandsfähig gegenüber unvorhersehbaren Ereignissen zu bleiben, Lieferketten zu optimieren, und die digitale Transformation zu beschleunigen. Es hilft, regulatorische Vorgaben einzuhalten, steigenden Kundenerwartungen gerecht zu werden und nachhaltigere Prozesse zu etablieren – alles durch detaillierte Prozessanalysen und automatisierte Lösungen.

Die aktuelle Zeit stellt Unternehmen vor eine Vielzahl wirtschaftlicher, regulatorischer und technologischer Herausforderungen. IT, die eigentlich Hilfsmittel zur Bewältigung dieser Aufgaben sein sollte, schafft – wenn ungeplant und unbedacht eingesetzt – mehr Chaos als Abhilfe. Dennoch müssen sich Unternehmen mit neuen Technologien beschäftigen, um ihre Prozesse zeitgemäß aufzustellen. Process Intelligence ermöglicht es, potenzielle Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, gezielt gegenzusteuern und die Digitalisierung optimal zu nutzen, um den Wandel strategisch und zielgerichtet zu gestalten.

Bild von rawpixel.com auf Freepik

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