Michael Barth hält offene Gespräche, Transparenz und eine ganzheitliche Analyse für entscheidend, um einen nachhaltigen Wandel zu erreichen.
Das Gesetz sieht für Rechenzentren, die ab Juli 2026 den Betrieb aufnehmen, eine Energieverbrauchseffektivität (Power Usage Effectiveness) von unter 1,2 vor. Die meisten dieser Rechenzentren befinden sich bereits in der Planungs- oder Genehmigungsphase und sind daher für den Einsatz der derzeit am Markt eingesetzten IT-Geräte ausgelegt. Diese sind größtenteils luftgekühlt und arbeiten innerhalb des von ASHRAE TC9.9 empfohlenen Bereichs. Um den geforderten PUE-Wert mit den luftgekühlten IT-Geräten zu erreichen, wäre der Einsatz von Verdunstungskühlung notwendig, was jedoch einen erhöhten Wasserverbrauch zur Folge hätte. Allerdings haben sich alle Mitglieder des Climate Neutral Data Centre Pact (Pakt für klimaneutrale Rechenzentren) auch dazu verpflichtet, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Die Bestimmungen des EnEfG stehen somit in direktem Widerspruch zu diesen Bemühungen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2024. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Die Nutzung von Verdunstungskühlung führt zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung für die Trinkwasserversorgung. Sie erfordert Wasseraufbereitungsanlagen und den Einsatz von Chemikalien, die zusätzliches Abwasser verursachen. Das Abwasser aus dem Rechenzentrum muss dann in einer Kläranlage weiter aufbereitet werden, um es wieder in das Wasserversorgungsnetz einspeisen zu können. Das Wasser muss außerdem enthärtet werden, um die laufende Wartung des Kühlsystems zu reduzieren.
Wir sehen zwar immer neue flüssigkeitsgekühlte IT-Geräte auf den Markt kommen, seien es Immersions-, Liquid-to-Chip-Kühlung oder Hintertürwärmetauscher (Kühlung an der Quelle). Es gibt bisher jedoch keine dominierende Lösung. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass alle diese Technologien die Ableitung von Wärme an Wasser erfordern, das wiederum gekühlt werden muss.
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