Netzwerke verbessern

Hilfe für IT-Teams

Falko Binder, Head of Enterprise Networking Sales Architecture bei Cisco Deutschland, erläutert im Interview, wie Netzwerke verbessert werden können – und welche Rollen dabei Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) einnehmen.

Falko Binder, Cisco

Falko Binder von Cisco Deutschland: „KI und ML befähigen IT-Teams, innerhalb kürzester Zeit komplexe IT-Infrastrukturen zu überblicken, auszuwerten und bei Fehlern die Ur­sachen einzugrenzen und schnellstmöglich zu be­seitigen.“

ITD: Herr Binder, wie können KI und ML zur Justierung und optimalen Funktion von Netzwerken beitragen?
Falko Binder:
Netzwerke müssen heutzutage sehr genau an die Geschäftsprozesse ­angepasst werden und dafür permanent optimiert werden. Künstliche Intelligenz und Machine Learning kommen ins Spiel, um diesen Prozess zu automatisieren: Sie ermöglichen eine Art Kreislauf mit einer konstanten Rückmeldung vom Netzwerk bei Veränderungen. Dieses Feedback wird durch Telemetriedaten aus dem Netzwerk selbst generiert. Auf Grundlage dieser ­Daten lässt sich in Kombination mit ML-Algorithmen eine Baseline generieren. Anwendungen wie Cisco AI Network Analytics erkennen dann Abweichungen von dieser Baseline. Anschließend können Optimierungen durch automatische Systemkonfiguration auf Basis von Software defined Networking (SDN) im Netzwerk aktiviert werden. Je mehr Daten dabei gesammelt und analysiert werden können, desto stärker lässt sich das Netzwerk proaktiv verbessern.

ITD: Auf welche Weise kann KI die IT-Teams unter­stützen?
Binder:
Netzwerke erzeugen heute eine riesige Flut an ­Daten, Alarmmeldungen und potenziellen Fehler­quellen. Eine Analyse dieser vielen Daten ist manuell kaum noch realisierbar, geschweige denn eine Bewertung und daraus abgeleitete Maßnahmen zur Fehler­reduzierung. Dass IT-Teams immer kleiner werden, verschärft das Problem zusätzlich. Genau hier helfen KI und ML: Sie befähigen IT-Teams, innerhalb kürzester Zeit komplexe IT-Infrastrukturen zu überblicken, auszuwerten und bei Fehlern die Ursachen einzugrenzen und schnellstmöglich zu beseitigen.

ITD: Wie kann KI die Nutzung von Remote-Arbeitsplätzen verbessern?
Binder:
Laut unserer Studie „Workforce of the Future“ wird hybrides Arbeiten weit über die Pandemie hinaus zur neuen Normalität: In einem Großteil der Meetings wird mindestens ein Teilnehmer remote zugeschaltet werden. Doch wie wir alle im vergangenen Jahr erlebt haben, ist diese neue Art der Zusammenarbeit auch eine Herausforderung für Mitarbeiter. Auch hier kann KI Abhilfe schaffen. Cisco etwa integriert schon seit 2017 KI in die Collaboration-Lösung Webex: Dahinter verbirgt sich ein Besprechungsassistent, der Sprachsteuerung, Echtzeittranskription und Geräuschunterdrückung mit Sprachverbesserung ermöglicht.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITD: Mit Blick auf den Anstieg von vernetzten Mobil- und IoT-Geräten, Anwendungen und Microservices: Welche Vorteile bietet KI hinsichtlich Datenschutz, Performance und Ausfallsicherheit?
Binder:
Das Internet wandelt sich zunehmend zu einem Netz, in dem nicht mehr Menschen, sondern Maschinen miteinander kommunizieren: 2023 wird es Cisco zufolge 477,2 Millionen Machine-to-Machine- (M2M) bzw. IoT-Geräte in Deutschland geben, was 58 Prozent aller vernetzten Geräte ausmacht. IT-Teams sind aufgrund dieses rasanten Anstiegs kaum noch in der Lage, sich manuell um Vorfälle zu kümmern. Daher wird KI im Netzwerk zunehmend unverzichtbar, um Security und Datenschutz zu gewährleisten. Sie hilft bei der Automatisierung komplexer Prozesse zur Erkennung von Angriffen und reagiert zugleich auf Sicherheitslücken. Mit der Einbeziehung von KI lassen sich zudem leistungsorientierte Netzwerke schneller bereitstellen.

Bildquelle: Cisco

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