IBM System z-Mainframes sind seit der Einführung des System/360 im Jahr 1964 konzipiert für Enterprise-Computing-Aufgaben. Mainframes verarbeiten einen großen Teil der zentralen, stark ansteigenden Betriebsdaten bei vielen großen Unternehmen. Diese suchen neue Wege zur Gewinnung von relevanten Erkenntnissen beispielsweise aus Finanz-, Kunden- und ERP-Systemen. Das neue IBM zEC12-System will dabei ein Sicherheit und Bandbreiten für den Analytikbetrieb bieten.
Der neue IBM verfügt über eingebaute Security-Einrichtungen, die die Sicherheits- und Compliance-Anforderungen verschiedener Branchen abdecken sollen. Ebenso verfügt der zEC12-Rechner über Analytikmöglichkeiten hinsichtlich des Systembetriebs und kann annähernd in Echtzeit Workload-Monitoring und -Analyse betreiben.
Sicherheit für sensible Informationen
Das System enthält einen manipulationsresistenten kryptografischen Koprozessor (Crypto Express4S), der für die Absicherung von Transaktionen und sensiblen Daten zuständig ist. Der Kryptoprozessor enthält eine neue von IBM Research entwickelte Hardware und Software, die die Sicherheitsanforderungen verschiedener Branchen und Regionen abdecken soll. Beispielsweise kann er dazu konfiguriert werden, digitale HQ-Signaturen zu unterstützen, die für Anwendungen im Umfeld intelligenter Pässe, Ausweise und gesetzlicher Onlineanwendungen eingesetzt werden.
Cloud-Einsatzmöglichkeiten
Die Virtualisierungseigenschaften des Mainframes sollen das System für den Einsatz in Private-Cloud-Umgebungen befähigen. Kunden können dabei tausende verteilter Systeme auf Linux auf einem zEC12-System konsolidieren.
Das zEC12-System ist der erste IBM Mainframe mit integrierter SSD-Technologie, genannt Flash Express. Mit Flash Express kann sich die Servicegeschwindigkeit während extremen Peaks an Systemaktivität wie bei der Eröffnung von Finanzmärkten oder in Feiertags- oder Urlaubsperioden bei Onlinehändlern weiter verbessern.
Kunden sollen das zEC12-System auch ohne Rechenzentrumsdoppelboden einsetzen können. Durch die Verfügbarkeit von Overhead-Strom- und Verkabelungsmöglichkeit sollen Kunden mehr Flexibilität bei der Auswahl des Einsatzortes eines Mainframes erhalten. Dies ist insbesondere ein Thema in Schwellenmärkten.
IBM Entwicklung aus Böblingen
Aus dem deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen kommen wesentliche Komponenten des neuen Prozessorchips sowie der Firmware. In der Hardware-Entwicklung wurden Komponenten des Prozessorkerns entwickelt, wie zum Beispiel die Caches, die Floating-Point-Unit sowie die Krypto- und Compression-Engines. Insgesamt hat das deutsche Hardware-Team laut IBM ca. 50% des neuen Prozessor-Cores sowie etwa ein Drittel des gesamten Prozessor-Chips entwickelt.
Im Bereich des System-Packacking entwickelte das Hardware-Team wesentliche Komponenten, wie Funktionen zur Initialisierung, Steuerung und Fehleranalyse der zEC12 sowie große Teile der Host-Firmware. Auch die Firmware für die internen Krypto-Funktionen kommt aus dem Böblinger Labor. Mit der Unterstützung der System z-Blade-Extension sowie des IBM DB2-Analytics- Accelerator for z/OS (IDAA) aus dem Software-Bereich sind zwei wichtige Komponenten maßgeblich in Böblingen entwickelt worden und werden mit der zEC12 fortgeführt.
Vom Linux-Development-Team wurden die notwendigen Anpassungen geliefert, um mit dem Linux-Betriebssystem auch die neuen Hardware-Features nutzen zu können. Darüber hinaus hat das Böblinger Client-Center mit der Teilnahme am zEC12-Internal-Early-Support-Program einen Beitrag zur Validierung der neuen Komponenten aus Kundensicht geliefert.
Branchenlösungen für System z
IBM gibt ebenfalls bekannt, dass das Portfolio an branchenspezifischen Lösungen für System z wachsen soll. Dazu würden Lösungen von ISV-Partnern, Services und Assets von IBM Global Business Services kombiniert. Diese betreffen aktuell die IBM Intelligent-Operations-Center for Smarter Cities, das IBM Health-Plan- Integration-Hub und zwei IBM Smarter-Analytics-Themen: Anti-Fraud, Waste- and Abuse-Solutions – für die Gesundheits- und die Versicherungsbranche – und die IBM Genelco-Versicherungsverwaltungslösung.
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Bildquelle: IBM