Aktuelle Bedrohungslage

Im Fokus steht die Prävention

Im Kommentar erklärt Ulf Baltin, Managing Director DACH bei Blackberry, welche neuen Herausforderungen und Lösungen es in puncto Cyberresilienz gibt.

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    „Durch den Einsatz von KI können Unternehmen frühzeitig Attacken entdecken und direkt verhindern“, sagt Ulf Baltin. ((Bildquelle: Blackberry))

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    Ulf Baltin hält Zero Tust als Ansatz weiterhin für relevant. ((Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus))

Minütlich treffen Unternehmen weltweit Cyberangriffe. Deshalb spielt IT-Sicherheit für den Geschäftserfolg eine große Rolle. Sie verhindert, dass im Fall einer Attacke der operative Betrieb stoppt, sensible Daten in den Besitz von Kriminellen gelangen und es zu einem Imageschaden kommt. Unser aktueller Threat Report zeigt, auf was Unternehmen im Sinne ihrer Cyberresilienz jetzt besonders achten müssen. Zum Beispiel wurde im letzten Quartal 2022 kein anderer Infostealer so häufig genutzt wie Redline. Die Malware dient dazu, Anmeldeinformationen von zahlreichen Zielen zu stehlen, wie u.a. Browsern, Krypto-Wallets, FTP- und VPN-Software. Anschließend landen die Informationen auf dem Schwarzmarkt und stehen dann für die Angriffe anderer Akteure bereit.

Oft nehmen Hacker auch Geräte mit MacOS ins Visier. Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben, der in IT-Teams eventuell für ein falsches Gefühl der Sicherheit sorgt, ist das Betriebssystem nicht immun gegen bösartigen Code. Überwiegend kommt bei Attacken auf Geräte mit MacOS momentan die Schadsoftware Dock2Master zum Einsatz. Außerdem nutzen Cyberkriminelle die Möglichkeiten der neuen Chatbots für ihre Ziele. Gerade im Bereich „Human Engineering“ besitzen sie damit eine starke Waffe. Chatbots können schnell Phishing-E-Mails und ähnliche Nachrichten verfassen, die Menschen dazu verleiten, sensible Daten preiszugeben oder Malware zu installieren. Aber auch das Schreiben von Malware selbst gehört zu den Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI).

Viele potenzielle Schwachstellen

Hinzu kommen branchenspezifische Angriffe. Insgesamt nimmt die Zahl der vernetzten Endpunkte in Unternehmen zu. Das vergrößert die Angriffsfläche und Hacker stimmen ihre Methoden auf die einzelnen Branchen ab. Vor allem das produzierende Gewerbe bietet durch die Vernetzung seiner Industrie 4.0 viele potenzielle Schwachstellen. Häufig mangelt es im Bereich der Fertigung auch an der Expertise für die Gefahrenabwehr – nicht zuletzt, da weiterhin ein Mangel an IT-Fachkräften besteht.

Für mehr IT-Sicherheit müssen Unternehmen rechtzeitig wirksame Maßnahmen ergreifen. Zunächst einmal geht es darum, einen umfassenden Überblick über alle Endpunkte im eigenen Netzwerk zu gewinnen. Das hilft dabei, Schwachstellen zu entdecken und sie zu schließen. Durch den Einsatz von KI können Unternehmen zudem frühzeitig Attacken entdecken und direkt verhindern. Im Fokus steht also die Prävention. Besonders effektiv funktioniert die automatische Abwehr von Malware. Empfehlenswert ist es für einige Unternehmen zudem, mit externen Partnern zusammenzuarbeiten. Sie entlasten nicht nur das eigene IT-Team, sondern besitzen spezielles Fachwissen, sorgen für umfassenden Schutz und greifen im Bedarfsfall schnell ein. Zero Trust bleibt als Ansatz außerdem weiterhin relevant. In einem Netzwerk müssen Nutzer und ihre Geräte kontinuierlich überprüft werden.

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