„Umfassende UC-Lösungen bieten erhebliche Einsparungen durch Verzicht auf redundante Serviceverträge für Insellösungen“, weiß Oliver Wasserkordt, Head of Business Unit Product & Customer Management bei Versatel.
IT-DIRECTOR: Herr Wasserkordt, wie gestaltet sich das derzeitige Interesse von Großunternehmen an Unified-Communications-Lösungen (UC)?
O. Wasserkordt: Großunternehmen fragen verstärkt nach UC-Lösungen, da eine ganzheitliche UC-Lösung die logische Konsequenz ist, um das Potential einer qualitativ hochwertigen Standortvernetzung tatsächlich zu nutzen.
IT-DIRECTOR: Internationale UC-Projekte in Großunternehmen sind eher aufwändig. Worauf gilt es bei deren Durchführung generell zu achten?
O. Wasserkordt: Primäre Problematik bei der internationalen Nutzung von UC-Lösungen sind einheitliches Management der Lösung, konsistente Verfügbarkeit von SLA sowie die Mehrsprachigkeit der Applikationen. Ein weiteres Schlüsselmoment ist die Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz an allen zu integrierenden Standorten.
IT-DIRECTOR: Welche Vorraussetzung muss das Anwenderunternehmen mit sich bringen, um eine entsprechende Lösung einführen zu können?
O. Wasserkordt: Das Anwenderunternehmen sollte die Lösung ganzheitlich an einen Anbieter vergeben, der durch die Bereitstellung eines internationalen Servicenetzwerks (allein oder mit Partnern) und umfassende Beratungskompetenz – also z.B. eigene zertifizierte Consultants – individuell auf die Bedürfnisse des Unternehmens eingehen kann. Ideal ist der Bezug bei einem Anbieter, der sicherstellt, dass auch das zugrundeliegende Netzwerk (insb. WAN) an allen Standorten den geforderten Qualitätsansprüchen der UC-Lösung genügt.
IT-DIRECTOR: Welche Vorteile können die Anwender allgemein aus einer umfassenden UC-Lösung ziehen?
O. Wasserkordt: Umfassende UC-Lösungen bieten erhebliche Einsparungen durch Verzicht auf redundante Serviceverträge für Insellösungen und geringeren Administrationsaufwand. Der Produktivitätsvorsprung, der sich z.B. aus Presencemanagement, Conferencing- und CTI-Applikationen ergibt liegt auf der Hand. Insbesondere in der Projektarbeit können hier wesentliche Zeit- und Qualitätsoptimierungen erzielt werden.
IT-DIRECTOR: An welcher Stelle treten oftmals Probleme bei der Einführung auf?
O. Wasserkordt: Die Interoperatibilität zwischen TK- und UC-Lösung ist der Schlüssel zur erfolgreichen Projektierung und Einführung der UC-Lösung.
IT-DIRECTOR: In welche Phasen lässt sich solch ein Projekt unterteilen?
O. Wasserkordt: Bedarfsermittlung, Projektierung, Feinplanung, Implementierung, Testbetrieb und Roll-Out.
IT-DIRECTOR: Von welchen Kriterien ist es abhängig, an welcher Stelle bzw. an welchem Standort mit dem Projekt begonnen wird?
O. Wasserkordt: Dies muss individuell mit dem Kunden abgestimmt werden. Wesentlicher Faktor ist die allgemeine Unternehmensstruktur, also z.B. Headquater und Produktionsstätten vs. Filialstruktur oder regionale Gesellschaftsstruktur. Letzteres ermöglicht einen Roll-out nach Regionen, während ersteres eine Einführung vom Headquater aus bedingt.
IT-DIRECTOR: Mit welchem zeitlichen, finanziellen und personellen Umfang hat der Anwender zu rechnen?
O. Wasserkordt: Dies kann nicht pauschal beantwortet werden.
IT-DIRECTOR: Wie lässt sich auf internationaler Ebene die Mitarbeiterschulung für eine neue UC-Lösung durchführen bzw. gestalten?
O. Wasserkordt: Je nach Unternehmenskultur und -struktur empfiehlt sich hier eine Umsetzung zentral in englischer Sprache oder eine sprachlich differenzierte Umsetzung. Auf jeden Fall sollte die UC-Lösung aktiv als Element der Schulung eingesetzt werden und keine theoretische Schulungsunterlage präsentiert werden. Der Nutzen und die einfache Usability einer solchen Lösung erschließt sich nur live und nur so kann die Akzeptanz bei den Mitarbeitern nachhaltig sichergestellt werden.
IT-DIRECTOR: Welche Bedenken äußern oftmals die Betriebsräte eines Anwenderunternehmens gegenüber einem UC-Projekt?
O. Wasserkordt: Datenschutz, insbesondere die mögliche Kontrolle von Mitarbeitern durch Presencemanagement-Funktionen sind hier der Hauptaspekt.
IT-DIRECTOR: Wie kann man als IT-Verantwortlicher jene Bedenken ausräumen?
O. Wasserkordt: Eine offensive Kommunikation und der aktive Vorschlag zum Abschluss einer transparenten Betriebsvereinbarung UC sind ideal zur Auflösung möglicher Bedenken.
IT-DIRECTOR: Was sollte eine zeitgemäße UC-Lösung alles beinhalten?
O. Wasserkordt: Presencemanagement, One-Number-Concept, Conferencing-Funktionen, Social-Media-Integration und CTI.
IT-DIRECTOR: Inwieweit sollten die gesamten Social-Media-Komponenten eingebunden werden?
O. Wasserkordt: Unter klaren Regeln und geschult sollten alle für das Unternehmen relevanten Social-Media-Plattformen integriert werden.
IT-DIRECTOR: Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung im Bereich UC ein?
O. Wasserkordt: Wir rechnen mit einer stark steigenden Anzahl von Lösungen bei gleichzeitiger Einführung qualitativ hochwertiger und breitbandiger Vernetzungslösungen.