Infineon investiert in zusätzliche Fertigungskapazitäten.
Der Umsatz legte um 13 Prozent auf knapp 4,1 Mrd. Euro zu. Im Vergleich zum Vorquartal stagnierten beide Werte. Insgesamt sei das Unternehmen aber „voll auf Kurs“, seine schon zwei Mal angehobene Prognose zu erreichen, sagte Konzernchef Jochen Hanebeck.
„Wir haben uns im abgelaufenen Quartal gut behauptet, wobei die Entwicklung am Halbleitermarkt weiterhin ein gemischtes Bild mit Licht und Schatten zeigt“, sagte Hanebeck. „Einerseits sorgen Elektromobilität und erneuerbare Energien sowie die damit verbundenen Anwendungsbereiche für stabil hohe Nachfrage. Andererseits ist der Bedarf z.B. für Consumer-Anwendungen, wie PCs und Smartphones, nach wie vor gering.“
In diesem Umfeld sei Infineon aber „dank der konsequenten Ausrichtung auf strukturelle Wachstumstreiber für den grünen und digitalen Wandel erfolgreich“. Dafür investiere das Unternehmen „vorausschauend und langfristig in zusätzliche Fertigungskapazitäten“.
Ein solcher Ausbau ist auch die Großinvestition in Malaysia, die Infineon am Donnerstag kurz vor seinen Quartalszahlen bekannt gab. Der am dortigen Standort Kulim bereits laufende Ausbau soll mit einer zusätzlichen Stufe nun sehr viel größer ausfallen als bisher geplant. Bislang lag die dortige Investitionssumme bei 2 Mrd. Euro, wie ein Sprecher sagte. Nun will Infineon dort in den kommenden fünf Jahren zusätzlich bis zu 5 Mrd. Euro investieren. Basis dafür sind u.a. Kaufzusagen und Vorauszahlen von Kunden in Milliardenhöhe.
Zurzeit baut Infineon auch für rund 5 Mrd. Euro in Dresden. In der 2021 im österreichischen Villach fertiggestellten Fabrik läuft zudem noch immer die Produktion hoch. Dieser Prozess dauert bei Chipfabriken in der Regel Jahre.
An der Börse kamen die Nachrichten von Infineon schlecht an. Am Vormittag war die Aktie zwischenzeitlich zweistellig im Minus. Große Fabriken anzukündigen, sei immer etwas, das den Markt bewege, kommentierte Hanebeck die Entwicklung. Der Schritt sei mutig, aber angezeigt – auch durch die Kundenzusagen. Außerdem habe man mit der Investition in Villach damals auch „goldrichtig“ gelegen.
In den neuen Fabriken in Kulim sollen Leistungshalbleiter auf Basis von Siliziumkarbid entstehen. Der Markt dafür wachse „immer schneller, nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch in einer breiten Palette von industriellen Anwendungen wie Solar, Energiespeicherung und dem Hochleistungsladen von Elektrofahrzeugen“, sagte Konzernchef Hanebeck. „Mit dem Ausbau von Kulim sichern wir unsere Führungsposition in diesem Markt.“
Die Zahl der Mitarbeiter bei Infineon stieg auch im dritten Geschäftsquartal weiter an. Ende Juni lag sie bei 57.888 – das sind 671 mehr als Ende März und fast 3.000 mehr als vor einem Jahr.
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