Strategisches Informationsmanagement erstreckt sich von der Erfassung und Aggregation der Daten über ein kontinuierliches Datenqualitätsmanagement bis hin zur Bereitstellung aktueller und konsistenter Daten für Geschäftsentscheidungen. Informationsmanagement umfasst demnach die Planung, Steuerung und Kontrolle der gesamten Datenstrategie und -architektur und damit der internen und externen Informationsflüsse eines Unternehmens.
Um eine optimale Überwachung und Kontrolle von Geschäftsprozessen auf strategischer und operativer Ebene zu erzielen, ist ein geschlossener Kreislauf notwendig. Damit entsteht eine ausbaufähige Basis, um die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens besser steuern zu können. Das gilt für alle Kernfunktionen eines Fertigungsunternehmens wie den Entwurf und die Konstruktion von Anlagen und Maschinen, die Beschaffung der Materialien und die Bestandsverwaltung, Produktion, Qualitätskontrolle, Lieferkettenausführung, Nachfrageprognostizierung und die Planung sowie die Lieferantensuche und -verfolgung. Im Kern geht es darum, die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff über die Logistik bis zum Endkunden effizienter überwachen und steuern zu können.
Einen zentralen Ansatzpunkt für das strategische Informationsmanagement bilden die unterschiedlichen Anwendungsgebiete von Business Intelligence (BI), wobei BI weit mehr ist als nur ein weitgehend automatisiertes Berichtswesen (Reporting). Information Builders beispielsweise sieht BI als iterativen, einem Closed-Loop-Verfahren folgenden Prozess, um aus den unterschiedlichsten internen und externen Datenquellen entscheidungsrelevantes Wissen zu erzeugen. BI liefert die Reporting-Daten für die Unternehmenssteuerung.
Eine wichtige Eigenschaft von Business Analytics besteht darin, Ursache-Wirkungs-Beziehungen oder Abhängigkeiten zwischen betriebswirtschaftlichen Kennziffern zu verdeutlichen. Business Analytics nutzt Methoden der Datenveredelung und der -visualisierung und wird so zu einer der Stellschrauben der Unternehmenssteuerung. Damit können sich Unternehmen, gestützt auf quantitative, statistische und Prognosemodelle, die den Material- und Informationsfluss abbilden, deutlich agiler in ihren Märkten bewegen.
Analytische Systeme liefern Entscheidungsträgern zwar umfassende Einblicke in vergangene Geschäftsperioden, nicht aber in aktuelle Abläufe. Mit Systemen für ein operatives Business Intelligence erhalten Anwender eine Echtzeitsicht auf Geschäftsereignisse noch während sie stattfinden. Beispiele hierfür sind die Verfolgung einzelner Teile in der Fertigungsstraße oder die Übertragung von Troubletickets an Mitarbeiter im Kundenservice.
Operative BI-Anwendungen erhalten ihre Informationen oft über einen automatischen Workflow-Prozess oder direkt aus einem einzelnen Produktionssystem. Typisch dafür ist auch hier das Kreislaufmodell des permanenten Soll-Ist-Vergleichs. Dabei verstreicht im Idealfall nur eine kurze Zeit zwischen dem Eintritt eines Ereignisses und dem Zeitpunkt, zu dem eine BI-Applikation die betreffenden Informationen erhält.
Die Integration, Transformation und Aufbereitung von Daten in entscheidungsrelevante Informationen kommt ohne Datenqualitäts- und Stammdatenmanagement nicht aus. Das Datenqualitätsmanagement betrifft sowohl die Bewegungs- als auch die Stammdaten. Bewegungsdaten beschreiben betriebswirtschaftliche Vorgänge wie Auftragsbearbeitung, Fertigung, Lagerzu- und -abgänge, Rechnungen, Zahlungseingänge etc. Die Bewegungsdaten beziehen sich auf Stammdaten und sind von diesen abhängig.
Die Fähigkeit von Unternehmen, flexibel auf neue Kunden- und Geschäftsanforderungen reagieren zu können, hängt entscheidend davon ab, dass applikations- und geschäftsprozessübergreifend genutzte Stammdaten konsistent und fehlerfrei zur Verfügung stehen. Eine leistungsfähige Auftragsabwicklung braucht akkurat deklarierte Stammdaten für Aufträge, Artikel, Lieferanten und Kunden. Im Modell liegen die Daten in einem Master-Data-Management-Katalog konsistent für das gesamte Unternehmen vor. Das gleiche gilt für den Einkauf oder die Finanzbuchhaltung. Die Stimmigkeit der Stammdaten ist für den Unternehmenserfolg essenziell.
Die Unternehmenssteuerung folgt einem permanenten Soll-Ist-Vergleich und einem strategischen Informationsmanagement als Unterbau. In den unterschiedlichsten internen Systemen werden Daten erfasst, die Datenqualität überprüft, mit anderen Informationen integriert, fachspezifisch aufbereitet und ausgewertet. Intelligence, Integration und Integrität mit ihren jeweiligen Einzelaktivitäten laufen gesteuert über zuvor definierte Workflows ab. Sind einzelne Projekte abgeschlossen, beginnt der gesamte Wertschöpfungsprozess wieder von vorne. Die Unternehmenssteuerung wird so zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess in den Bereichen Planung/Strategie, Leistungsmessung, Analyse der Ergebnisse inklusive der Einleitung von Verbesserungsmaßnahmen und der Abstimmung der Resultate und der Workflows mit den strategischen Zielen.
* Der Autor, Nathan Jagoda, ist Country Manager Germany bei Information Builders in Eschborn.
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