Das Bundeskartellamt bestraft fünf deutsche Brauer mit Geldbußen in Höhe von 106,5 Millionen Euro, die mit verbotenen Absprachen die Preise nach oben getrieben haben. Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner und Ernst Barre müssen zahlen, gegen zwei weitere Großbrauereien und vier regionale wird noch ermittelt. Nach Angaben der Behörde haben die Brauereien 2006 bis 2008 Aufschläge von bis zu sieben Euro pro Hektoliter abgesprochen. Die illegalen Absprachen der deutschen Brauereien haben die Bundesbürger laut der Verbraucherzentrale Hamburg mehr als 430 Millionen Euro pro Jahr gekostet. Anders als in sonstigen Kartellverfahren konnte das Bundeskartellamt in diesem Fall die Manager der obersten Führungsebene dingfest machen.
Wenn die Kartellbehörde vor der Tür steht und ein Unternehmen wegen derartiger Compliance-Verstöße auf den Prüfstand stellt, ist Kooperation die beste Verteidigung. Dazu ist es aber unerlässlich, dass sich die Betroffenen schnellstmöglich selbst ein Bild über alle verfügbaren be- oder entlastenden Beweise im Unternehmen machen und die relevanten Unterlagen den Ermittlungsbehörden bereitstellen können.
Relevante Unterlagen bereitstellen
Der finanzielle Schaden und der Imageschaden der betroffenen Unternehmen müssen schnellstmöglich auf ein Minimum reduziert werden. Und wer sich gar als Kronzeuge zur Verfügung stellen möchte, muss schnell handeln: Jeder will der Erste sein und sich im Rahmen der Kronzeugenregelung Straferlass sichern. Nach Vorne preschen kann aber nur, wer sich seiner Situation umfassend bewusst ist und weiß, wo er sich etwas zu Schulden hat kommen lassen und wo nicht. So in diesem Fall Beck’s-Hersteller Anheuser-Busch InBev Germany, der sich mit dem entscheidenden Tipp an das Bundeskartellamt wandte und als Kronzeuge straffrei davonkommt.
Im Ernstfall müssen relevante Informationen schnell und zuverlässig auffindbar sein, um diese wo nötig in Aufklärungsprozessen zu nutzen. Im Wust an Dokumenten, Formaten und Informationen weiß jedoch oft die Rechte nicht mehr, was die Linke tut und es entstehen Hohlräume, in denen sich nicht regel-konformes Verhalten einnisten kann. Die Rechtsabteilung kann nicht schnell genug reagieren, weil Informationen nicht zeitnah gesichtet werden können und die Führungsebene hat es schwer, die Einblicke zu erhalten, die sie für Entscheidungen benötigen.
Rechtsabteilung braucht Informationen
Eine leistungsstarke, intelligente Analysesoftware zur Sichtung großer Datenmengen kann den Ausgang z.B. eines Kartellrechtsverfahrens maßgeblich beeinflussen und die Abläufe für die Rechtsabteilung in einem Unternehmen effizient und Compliance-konform vereinfachen. Und zwar nicht nur wenn, sondern bereits schon bevor die Prüfer ins Haus fallen. Compliance gibt Unternehmen aller Branchen festgelegte, umfassende Richtlinien vor, regelkonformes Verhalten firmenweit zu etablieren, zu trainieren und zu beachten.
Compliance trifft jedes Unternehmen. Ab einer gewissen Größe gestalten sich interne Strukturen und das Volumen an Unternehmensdaten aber so, dass es schwer wird, auf manuellem Wege sämtliche relevanten Vorgänge und Dokumentationen zu überblicken. Mit dem Einsatz entsprechender Software erhalten Unternehmen aber Durchblick und Sicherheit – gerade auch für erfolgreiche Prävention und nicht nur zur Verteidigung im Ernstfall.
Lösung durch Information Governance
Die Menge an elektronisch gespeicherten Informationen wird in den nächsten fünf Jahren schätzungsweise um 50 Prozent pro Jahr zunehmen. Um angesichts dieser Wachstumsrate nicht in unstrukturierten Informationen zu ertrinken, brauchen Unternehmen mehr denn je leistungsstarke Information-Governance-Lösungen, wie die Information Governance Suite von Recommind. Die Lösung wird u.a. von europäischen Kartellbehörden, der amerikanischen Börsenaufsicht SEC und großen Wirtschaftskanzleien eingesetzt.
Ohne intelligente Automatisierung wird das Auffinden und Herausfiltern relevanter Inhalte aus der großen Masse unmöglich. Ein einmal angelegter Index kann die Grundlage für alle Governance- Prozesse, darunter Datenidentifikation, regelbasierte Remediation, Migration, Datenlöschung sowie E-Discovery bilden. So können Daten wertschöpfend für das Unternehmen genutzt werden: IT-Mitarbeiter etwa können sie vorausschauend verwalten und Rechtsabteilungen haben Zugriff auf alle für Reviews relevanten Inhalte.
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