Network as a Service

Innovation und Konnektivität im Abomodell

Network as a Service gewinnt zunehmend an ­Bedeutung. Denn die IT-Infrastruktur in einer Cloud in ­Eigenregie zu steuern, ist keine leichte Aufgabe – ­Stichwort „Mehrausgaben“. Mit einem „As a Service“-­Modell können Unternehmen die Netzwerkverwaltung an ­einen externen Service-Provider abgeben.

Mann im RZ

Monatliche Reports über den Status der Infrastruktur sind ebenso Teil des Service wie Cybersicherheitsmaßnahmen.

Wenn Unternehmen planen, Teile oder gar die gesamte IT-Infrastruktur in die Cloud zu verlegen, braucht es sorgfältige Planung, Budget und Fachpersonal. Die dafür nötigen Software- und Hardware-Komponenten können auch weiterhin inhouse von der eigenen IT-Abteilung verwaltet werden. Allerdings verlangt diese Aufgabe Zeit und Ressourcen, welche oftmals nur sehr begrenzt zur Verfügung stehen. Deutlich effizienter geht es, wenn ein externer Dienstleister ins Boot geholt wird. Denn der IT-­Service-Dienstleister kann über Pay-per-X oder über ein Abomodell abrechnen. Das bedeutet, Unternehmen be­zahlen nur für tatsächlich genutzte Leistungen.

Dank der Cloud lassen sich mittlerweile vier unterschiedliche „As a Service“-Modelle umsetzen: Bei In­frastructure as a Service (IaaS) wird ausschließlich Hardware, etwa Server oder Speicher, extern be­zogen, bei Software as a Service (SaaS) ist es die Software. Plattform as a Service (PaaS) offeriert Unternehmen eine Umgebung, mit der sie eigene Cloud-Services entwickeln können. Dienstleister mit hoher Infrastrukturexpertise – wie Axians – bieten darüber hinaus noch Network as a Service (NaaS) an. Hier werden neben Cloud-basierten LAN- und WAN- sowie Wlan- auch Collaboration-, Se­curity- und Data-Center-Infrastrukturen bereitgestellt und verwaltet. Der Marketsandmarkets-Report zu „Network as a Service Market“ hat herausgefunden, dass für das NaaS-Konzept in den kommenden fünf Jahren eine Wachstumsrate von 19 Prozent erwartet werden kann. Dies entspricht einem Geldbetrag von 33,4 Mrd. Dollar.

NaaS zahlt sich aus – mehrfach

Das NaaS-Modell zeichnet sich durch unterschied­liche Ausprägungen aus: SD-WAN eignet sich vor allem für Unternehmen mit vielen Standorten. Betriebs­kosten sparen Unternehmen dadurch ein, dass das Management vereinfacht, das Monitoring detailliert und die Skalierbarkeit flexibel ist. Liegt der Fokus auf den Geschäftsanforderungen im internen Netzwerk, bietet sich LAN as a Service an. Data Center as a Service hilft den IT-Administratoren: Dank standardisiertem Management, ständiger Verfügbarkeit und hoher Reak­tionsgeschwindigkeit haben sie eine Antwort auf aktuelle Herausforderungen. Da sowohl für Mitarbeiter als auch für Kunden Wifi- und Hotspot-Zugänge heute Standard sind, kann auch Wifi as a Service den Erfolg eines Geschäftsmodells positiv beeinflussen. Nicht zuletzt lässt sich die Zusammenarbeit und Kommunikation im Unternehmen als Service beziehen. Maßgeschneiderte Collaboration-as-a-Service-Lösungen sorgen für eine hohe Akzeptanz unter den Nutzern und damit für nahtlose Kommunikationsprozesse.

Da es sich bei NaaS um ein Pay-per-Use-Angebot handelt, zahlt der Kunde nur für die Leistung, die er nutzt, ob per Komponente oder Service – die Angebote lassen sich auf individuelle Bedürfnisse zuschneiden. Die steigende technische Komplexität führt oftmals dazu, dass IT-Abteilungen beim Inhouse-Verwalten von Prozessen, Services und Applikationen in der Cloud zusätzlicher Belastung ausgesetzt sind. Werden definierte Aufgaben zielgerichtet an Spezialisten aus­gelagert, kann sich das eigene Team auf geschäfts­kritische Prozesse konzentrieren.

Von Network as a Service profitieren vor allem Firmen, die länder- oder standortübergreifend arbeiten. Denn Geschäftsprozesse lassen sich durch eine harmonisierte digitale Infrastruktur optimieren und ab­sichern. Die dadurch gewonnene Zeit kann wiederum in neue Ideen und Entwicklungen investiert werden, welche die Wettbewerbsfähigkeit stärken und voranbringen können.

Sicher dank Spezialisten

Neben geringeren Betriebskosten und erhöhten Chancen, die Mitstreiter auf dem Markt zu überholen, spricht ein weiterer Aspekt für das NaaS-Konzept: Netzwerksicherheit. Wenn das Netzwerk von einem externen Dienstleister betreut wird, ar­beitet dieser ein ganzheitliches Konzept aus, um Wünsche der Unternehmen und technische Anforderungen zusammenzubringen. Denn solch eine Strategie ist die Basis für den Schutz der IT-Infrastruktur vor Cyberangriffen – keine einfache Aufgabe. Die Auswahl von Security-Herstellern, Filtern und Hardware in sogenannten Netzwerkprofilen müssen stets den Unternehmensanforderungen entsprechen und sorgfältig abgewogen werden.

Anhand der Datenanalyse des bestehenden Netzwerks lassen sich anschließend passende Sicherheitsmaßnahmen einleiten und aufbauen. Auch diese müssen analytisch überprüft werden, bevor sie tatsächlich einsatzbereit sind. Eine sichere Anbindung via VPN (Virtual Private Network) von außen oder Mail-/Proxy-Systeme und Endpoint Security Clients sind ebenso wichtig zu prüfen wie Firewalls mit Routing-Regelwerk. Diese Komponenten sind elementarer Teil der Internetkommunikation und müssen zum Schutz vor Cyberangriffen kontinuierlich und einwandfrei funk­tionieren. Vor allem, wenn von mehreren Standorten aus miteinander über das Internet kommuniziert wird, ist ein sicheres SD-WAN über eine Kombination aller Sicherheitsmaßnahmen unabdingbar.

In der Umsetzung bedeutet dies, dass die Profile innerhalb einer standardisierten Netzwerkumgebung in funktionale und technische Standards umgewandelt werden. Auch die Hardware-Komponenten tauscht der IT-Dienstleister vor der Aktivierung der neuen IT-Infrastruktur aus und kon­figuriert diese neu. Sind alle genannten Schritte umgesetzt, ist die neue Netzwerkinfrastruktur startbereit. Im Rahmen eines Service Level Agreements (SLA) mit dem Kunden übernimmt der NaaS-Provider auch weiterhin die proaktive Verwaltung. Monatliche Reports über den Status der Infrastruktur sind ebenso Teil des ­Service wie Cybersicherheitsmaßnahmen.

Ein Blick in die Praxis

In der Textilbranche betreiben größere Marken üb­licherweise mehrere Stores. Besonders für junge und digitalaffine Menschen gehört freie Wlan-Nutzung und bargeldloses Bezahlen zum Standardrepertoire. Fallen diese Komponenten aus, kann das den Verkauf unter Umständen komplett lahmlegen und auch Kassenabschlüsse lassen sich nicht an das Backend-System in der Unternehmenszentrale übertragen.

Ein IT-Dienstleister sorgt für stabile und verschlüsselte Verbindungen, indem er neben der Migration auch den Service übernimmt. Über eine Cloud-basierte Lösung überwacht der Service-Provider die Netzwerkkomponenten und kann so kleinere Störungen ohne Verzug direkt remote beheben. Service bedeutet zudem auch, dass lokale Ansprechpartner europa- oder auch weltweit 24/7 erreichbar sind, um schnelle Reaktionszeiten zu garantieren. Auf diese Weise sind die Experten zeitnah vor Ort, wenn eine Hardware-Komponente im Store dauerhaft ausfällt.

NaaS ist ein Rundum-sorglos-Paket

Verlegen Unternehmen also Netzwerkinfrastruktur in die Cloud, ist das kontinuierlich mit Herausforderungen verbunden. Fachpersonal, finanzielle Mittel und Ressourcen müssen vorhanden sein, damit der Workflow im Unternehmen bei auftretenden Störungen kaum bis gar nicht unterbrochen wird. Holen sie sich jedoch einen externen IT-Dienstleister mit einem NaaS-Angebot ins Haus, dann bringt das zeitliche und finanzielle Vorteile mit sich – die IT-Abteilung wird entlastet. Das schafft Zeit und Raum für neue Ideen und das Umsetzen digitaler Ambitionen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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