Farbige PDUs sollen RZ-Manager helfen, den Überblick im Rechenzentrum zu behalten.
Power Distribution Units (PDU) sind ein Bindeglied zwischen den Servern und den Geräten für unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Gerade in den Bereichen Energiemanagement und (Ausfall-)Sicherheit können sie als entscheidende Komponente fungieren. Um die Funktionalität der PDUs zu verbessern oder schlicht deren Einsatz zu erleichtern, konnte in letzter Zeit mit so mancher Anregung von Kundenseite viel erreicht werden, wie folgende Beispiele zeigen.
Eine zunächst simpel klingende, aber nicht minder interessante Produktentwicklung der letzten Jahre sind PDUs in verschiedenen Farben. Auf den ersten Blick wirkt diese Neuerung nicht besonders spektakulär. Sollten etwa Faktoren wie Farbe und Design Einzug in das Rechenzentrum halten? Solch verrückt anmutende Ideen stammen häufig von Anwendern. Der Grundgedanke hinter diesem Wunsch ist simpel: Der konsequente Einsatz einer spezifischen Farbe macht es leichter zu unterscheiden. Da die PDUs und die dazugehörigen Stromkabel z.B. in blau und rot produziert werden, entsteht ein visueller Weg, zwischen den Rollenverteilungen verschiedener PDUs zu differenzieren.
Gerade in überfüllten Data Centern ist diese Differenzierung sehr wichtig, um Fehler zu vermeiden. Dort spielt die große Anzahl von Servern eine wichtige Rolle, denn die Systeme müssen allesamt mit einer doppelten Stromversorgung (A und B) ausgestattet werden. Um das gesamte Stromversorgungssystem zu vereinfachen, werden verschiedene Farben für den sogenannten A- und B-Feed verwendet. Data-Center-Mitarbeiter sollen so Gewissheit darüber haben, ob sie es mit A- oder B-Komponenten zu tun haben.
Betreiber von Rechenzentren müssen heutzutage auch zahlreiche energiebezogene Gesetze berücksichtigen. Um diese einzuhalten, sollten Verantwortliche jederzeit entsprechende Vorgänge im Data Center überwachen. Ein vielversprechender Ansatz zum Bewältigen dieser Herausforderung liegt in der permanenten Überwachung des Differenzstroms. Daher häuften sich in den ersten Monaten des Jahres 2013 die Anfragen von Anwendern nach einer Möglichkeit der Differenzstrommessung.
Es existieren dafür bereits spezielle, separate Systeme von verschiedenen Anbietern. Doch Hersteller haben eine Methode entwickelt, mit der RZ-Verantwortliche den Differenzstrom mit iPDUs direkt und granularer messen können. Bei Messvorgängen wird der Differenzstrom in der browser-basierten Managementoberfläche der PDU angezeigt. Über vorher festgelegte Schwellwerte können zudem Alarmsignale ausgelöst werden. Übertrifft der Differenzstrom die Schwellwerte, benachrichtigt die Lösung den RZ-Betreiber via E-Mail oder Simple Network Management Protocol (SNMP). Die gemessenen Daten können mittels SNMP, Modbus oder über eine Web-API an Management- und Monitoring-Systeme übertragen werden. Somit soll es den RZ-Verantwortlichen z.B. möglich sein, Ursachen für Fehlerströme direkt auf die unmittelbar an die PDU angeschlossenen Geräte zurückzuführen.
Eine andere Entwicklung in puncto Data Center ist die Weiterentwicklung von Keyboard –Video –Mouse (KVM) über intelligentes Powermanagement zu Data Center Infrastructure Management (DCIM): RZ-Manager nutzen KVM-Switches, um ihre Server remote zu kontrollieren. Sie sorgen zudem dafür, dass eine Kombination aus Tastatur, PC-Maus und Monitor mit vielen Servern verbunden wird. Der Administrator kann diese Server anschließend von einem einzigen Ort aus managen. Jedoch ist manchmal ein Neustart notwendig. Dieser kann mittels Software ausgelöst werden. Es gibt aber auch Situationen, in denen das Betriebssystem nicht mehr reagiert. Dann ist ein Neustart erforderlich. Somit muss der Administrator auch in der Lage sein, die Stromversorgung aus der Ferne zu steuern.
Daraufhin entstanden vermehrt Anregungen aus Anwederkreisen nach einer besseren Remote-Kontrolle. Die stetig steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass sich Anbieter mit der Entwicklung intelligenter PDUs beschäftigten. Das generelle RZ-Management hat sich dadurch verändert, da Verantwortliche ihre Data Center nun besser kontrollieren und Energieeinsparungen fördern können.
In Rechenzentren kann es darüber hinaus passieren, dass Data-Center-Manager ihre Ausrüstung buchstäblich aus dem Auge verlieren. Manchmal haben sie keinen ausreichenden Einblick in die freien Positionen in ihren Racks. Darum setzte sich der Anbieter Raritan mit einer Kunden-Fokusgruppe zusammen und entwickelte das so genannte „Intelligent Asset-Tracking“. Hierbei wird jedes Stück der Ausrüstung mit einem magnetischen Tag versehen. Dieser wird mit einem vertikal im Rack angebrachten Strip verbunden, der per SNMP Informationen an eine DCIM-Software sendet, die diese automatisch verarbeitet. So erhalten RZ-Manager einen genauen Blick auf die Standorte der gesamten Ausrüstung und eine klare Sicht auf die freien Kapazitäten im Server-Raum.
Manchmal spielen auch Zufälle eine Rolle in der Produktentwicklung. Aus Kostengründen möchten Anwender nicht zu viele Switch-Ports mit reinen Managementaufgaben belegen. Es geht in ihren Augen schließlich nur darum, einen PDU-Controller daran anzuschließen. Daher integrieren PDU-Hersteller heute USB-Ports in ihre Stromleisten. Diese erlauben über WiFi die Anzahl der Management-Ports in einer PDU-Infrastruktur zu minimieren. Darüber hinaus können RZ-Verantwortliche ein WiFi-Dongle an den USB-Port anschließen. Dadurch soll es möglich sein, z.B. Überwachungsdaten, die die PDU sammelt, per Funk zu senden. Die Kosten für den Anschluss an einen „teuren“ Catalyst-Switch sollen dadurch eingespart werden. Bei ersten Versuchen stellte sich für die Entwickler heraus, dass weitere interessante Möglichkeiten in diesem USB-Anschluss stecken. So kann die Massenerstkonfiguration von größeren Mengen von PDUs ebenso über USB erfolgen oder eine USB-Kamera angekoppelt werden, die in einem Rack Fotos macht – beispielsweise wenn ein Türsensor registriert, dass diese geöffnet wurde. Kombiniert man die USB-Kamera mit Log-Dateien, entsteht ein ganzheitlicher Überblick auf alle Dinge, die im Serverraum vorfallen.
Bildquelle: Raritan