Christoph Wagners Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Datenerfassungssoftware für mobile Anwendungen und Websites spezialisiert.
ITD: Herr Wagner, was sind die größten Herausforderungen bei der mobilen Datenerfassung?
Wagner: Es sind im Wesentlichen zwei Aspekte: Zum einen gilt es, eine Software bereitzustellen, die intuitiv zu bedienen, schnell und einfach integrierbar und dabei hochpräzise ist. Unterschiedliche Datenquellen erfordern zudem jeweils maßgeschneiderte Scanlösungen, und hierbei leistet uns Machine Learning (ML) wertvolle Dienste. Zum anderen sind die kontinuierliche Wartung und Aktualisierung des Software Development Kit (SDK) angesichts sich ständig ändernder Betriebssysteme eine echte Herausforderung. Unser 35-köpfiges Entwicklerteam setzt alles daran, unseren Kunden immer die bestmögliche Version bereitzustellen.
ITD: Welche Rolle spielt dabei das Thema „Datenschutz“?
Wagner: Datenschutz hat für uns höchste Priorität. Das schätzen insbesondere Unternehmen in Branchen wie dem Versicherungswesen, die mit sensiblen Daten arbeiten. Unser Alleinstellungsmerkmal: Der Scanprozess läuft komplett offline. Das heißt, sämtliche Daten werden direkt auf dem Endgerät des Nutzers verarbeitet, ohne irgendeinen Umweg über externe Server. Das sorgt nicht nur für maximale Sicherheit, sondern garantiert auch die Einhaltung der DSGVO ohne komplizierte Auftragsdatenverarbeitungsvereinbarungen.
ITD: Was müssen mobile Dokumentenscanner für Großunternehmen wie Deutsche Bahn, Axa und Datev leisten können?
Wagner: Großunternehmen erwarten vor allem vier Dinge: Datenschutz, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und besten Support. In einem Umfeld mit Millionen von monatlichen Scans macht schon ein minimaler Geschwindigkeitsvorteil einen deutlichen Unterschied.
ITD: Was sind wichtige Ergonomie-Aspekte?
Wagner: Ergonomie bedeutet vor allem Benutzerfreundlichkeit. Es ist entscheidend, dass das Scannen unkompliziert und intuitiv ist. Das Scanbot SDK führt beispielsweise den Nutzer beinahe spielerisch durch den Prozess, gibt Feedback und optimiert so das Scanergebnis. Dazu zählt auch die automatische Scanauslösung, sobald das Dokument optimal erfasst ist. Jedes Detail ist darauf ausgelegt, den Nutzern die Arbeit zu erleichtern.
ITD: Worum geht es bei Zusammenarbeit zwischen Scanbot SDK und der Deutschen Telekom?
Wagner: Um einfachere, effizientere Abläufe. Durch die Einbindung unseres Scanbot SDK in die Mitarbeiter-App der Deutschen Telekom können hierzulande fast 90.000 Mitarbeiter Dokumente effizient digitalisieren, etwa Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen oder Quittungen für die Rückerstattung. Die Scanfunktionen haben nicht nur zur Prozessoptimierung beigetragen, sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter gesteigert.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
ITD: Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die Zukunft der automatisierten Dokumentenverarbeitung gestalten?
Wagner: Die Automatisierung in diesem Bereich steht vor einem bedeutenden Wandel, der von Technologien wie Machine Learning getrieben wird. Das Potenzial für Großunternehmen ist immens: Mit einer noch schnelleren und präziseren digitalen Datenverarbeitung können sie enorme Einsparungen erzielen. Doch der Übergang von physischen zu digitalen Dokumenten bleibt eine Herausforderung. Hier sehe ich für Lösungen wie unsere eine zentrale Rolle. Denn wie sagt man so schön: „Input bestimmt Output“, salopp „Müll rein, Müll raus“. Die Qualität am Anfang des Prozesses entscheidet über das Ergebnis. Deshalb arbeiten wir stetig an der Perfektionierung unserer Software.
Bildquelle: Scanbot SDK GmbH