Der IT-Stromverbrauch sinkt langsam
Der gesamte IT-Sektor ist auf Strom angewiesen. Vor allem Rechenzentren gelten als Energiefresser. Ein Beispiel: Google besitzt das weltweit größte Rechenzentrumskonglomerat. Der IT-Riese verbraucht pro Jahr etwa 2,26 Terawattstunden (TWh). Dies entspricht etwa einem Prozent der (geschätzten) global genutzten Strommenge.
Leider gibt es keine aktuelle Statistik über den Stromverbrauch von deutschen Rechenzentren. Dies liegt vor allem an der nicht genau festzulegenden Definition eines Rechenzentrums: Gilt schon ein Serverraum mit zwei physikalischen und einigen Dutzend virtuellen Servern? Und was ist mit einem einzelnen zOS-Rechner?
Deshalb stammen die verlässlichsten Zahlen aus dem Jahr 2007, als das Bundeswirtschaftsministerium und andere Organisationen den Energieverbrauch im IT-Sektor genauer unter die Lupe genommen gaben. In Deutschland gab es 2007 etwa 53.000 Rechenzentren unterschiedlicher Größe (Quelle: Umweltbundesamt), die zusammen ungefähr 10 TWh Energie verbrauchten (Quelle: BMWi).
Das entsprach einem Anteil von ungefähr 18 % am Gesamtstromverbrauch des IT-Sektors von etwa 55 TWh. Zumindest die letzte Zahl wird seit 2008 regelmäßig in den Statistiken des Bundeswirtschaftsministeriums ausgewiesen. Das Interessante an diesem Wert: Er sinkt, wenn auch langsam.
So verbrauchte der IT-Sektor 2010 nur noch etwa 53 TWh Strom. Diese leichte Abwärtstendenz stimmt mit der Entwicklung des Gesamtenergieverbrauchs überein. Nach ersten Schätzungen des Bundesverband der Deutschen Energiewirtschaft (BDEW) ist auch 2011 der Stromverbrauch wieder etwas gesunken und zwar um 0,5 %.
Eine zweite interessante Zahl: Laut einer Untersuchung des Stanford-Professors Jonathan G. Koomey lag der Anteil von Rechenzentren am weltweiten Stromverbrauch etwa bei 1,1 bis 1,5 %. Er ist damit weniger stark gestiegen als angenommen. So verdoppelte sich der Stromverbrauch nicht wie in der Periode 2000-2005, sondern wuchs nur um 56 Prozent.
Gründe sind sicher neben der Wirtschaftskrise die Dauerdiskussion um Green-IT, energieeffiziente Rechenzentren und stromsparende IT-Bauteile. Offensichtlich ist hier nicht nur geredet, sondern auch gehandelt worden. Das ist allerdings kein Wunder, denn die Energiepreise kennen nur den Weg nach oben. Die unter starkem Kostendruck stehende IT-Branche musste handeln.
Bildquelle: RWE