„Je mehr Unternehmen sich der Initiative anschließen, umso mehr Auswahl gibt es“, meint Harald Summa.
Die europäische Wirtschaft braucht angesichts der fortschreitenden Digitalisierung eine hochsichere, flexible und adaptive digitale Infrastruktur mit Interoperabilität zwischen verschiedenen Anbietern. Gaia-X ist eine europäische Initiative, die genau das für Cloud-Dienste ebenso wie Interconnection-Infrastruktur sicherstellen wird. So wird Gaia-X europäischen Unternehmen dabei helfen, Souveränität und Kontrolle über ihre Daten zu erreichen – ohne die Angst vor einem Vendor-Lock-in.
Das Spannende an Gaia-X sind die Offenheit und Transparenz der Initiative. Es wird kein neues Meta-Produkt geschaffen, sondern eine gemeinsame Grundlage auf Basis von transparent dokumentierten und definierten Standards und Labels. In diesem Rahmen können Anbieter dann ihre Produkte und Services selbst gestalten. So werden einerseits die Grundprinzipien wie Interoperabilität, Offenheit und Souveränität über die Daten gesichert und andererseits der digitale Wettbewerb um die besten Lösungen gefördert.
Je mehr Unternehmen sich der Initiative anschließen, umso mehr Auswahl gibt es und desto vielfältiger wird das gesamte Ökosystem. Und genau aus der Vielfalt bei Gaia-X entsteht gerade eine spannende Dynamik. So haben sich innerhalb der Community bereits branchenspezifische Initiativen für die Automobilbranche (Catena-X), den Agrarsektor (Agrigaia) und die Finanzbranche (Eurodat) gebildet und Anforderungen sowie Services umrissen. Rund um den Jahreswechsel haben sich nun auch Infrastruktur- und Cloud-Anbieter, inklusive DE-CIX, zusammengetan: Die daraus entstandene Initiative Structura-X hat das Ziel, aus der bestehenden Infrastruktur der Mitglieder ein Ökosystem für europäische Datensouveränität zu formen. Dazu soll eine übergreifende europäische Cloud-Infrastruktur geschaffen werden. Erste auf Structura-X basierende Angebote werden wir voraussichtlich schon Mitte des Jahres sehen.
Ebenso wie Gaia-X setzt DE-CIX auf Offenheit: An 32 Internetknoten in Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten und Asien verbinden sich rund 2.500 Netzwerke aus über 100 Ländern miteinander und bilden das weltweit größte neutrale Interconnection-Ökosystem – also unabhängig vom Rechenzentrumsbetreiber oder Carrier. Darum sind wir nicht nur als Gründungsmitglied bei Gaia-X dabei, sondern fungieren als Blaupause für andere Internet-Exchanges und Anbieter, wie sie die notwendigen Interconnection-Services für die Vision von verteilten Datenräumen bereitstellen können.
Darüber hinaus treiben wir die Entwicklung von Gaia-X aktiv voran, z.B. im vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Tellus-Projekt. Ziel ist die Bereitstellung einer Netzwerkinfrastruktur abseits des öffentlichen Internets, aber auf dessen Technologien basierend, durch eine Gaia-X-konforme Interconnection-Plattform. So können Unternehmen z.B. kritische Anwendungen besonders sicher unabhängig vom Internet betreiben.
Bildquelle: DE-CIX