Bistum Osnabrück setzt beim Meldewesen auf Itebo

Kein Schäfchen geht verloren

Der IT-Dienstleister Itebo hat die Mainframe-Umgebung des kirchlichen Meldewesens des Bistums Osnabrück auf eine Windows-Plattform mit Hilfe von Micro Focus migriert. Nun arbeitet die Anwendung des Meldewesens auf einer stabileren und leistungsfähigeren Plattform.

  • Von den eine Million Datensätzen katholisch getaufter Personen und Familienangehöriger soll kein "Schäfchen" verloren gehen.

  • Sitz des Bistums Osnabrück: Der Dom der Stadt.

Die Zeitrechnung der katholische Kirche orientiert sich eher an Jahrhunderten denn an Jahren und so wundert es nicht, dass bis vor kurzem auch das Bistum Osnabrück mit einer schon betagten IT-Lösung bei Itebo zugange war: einem über drei Jahrzehnten alten IBM-Mainframe mit VSE –  in der IT-Welt ein geradezu biblisches Alter. Das honorige Ziel: die Verwaltung der Kirchenmitglieder. Das Bistum Osnabrück nutzte die vom Bistum Essen gepflegte Cobol-Anwendung für das kirchliche Meldewesen, der Basis für die Verwaltung der Kirchenmitglieder für seelsorgerische und planerische Zwecke. Außerdem erhalten die Kirchen die Meldedaten für kirchensteuerrechtliche Zwecke. Sie lief seit 1978 auf dem IBM-Mainframe im Osnabrücker Kommunalen Rechenzentrum beziehungsweise bei dessen Nachfolger Itebo.

Rund dreißig Jahre nach seiner Anschaffung kam der Großrechner auf den Prüfstand. Der weitere Betrieb wäre nur mit zusätzlichen Investitionen möglich, da Laufzeit und Stabilität der Hardware bereits ihre Grenzen erreicht hatten. Die Verantwortlichen bei dem Anwender hatten die Wahl zwischen drei Optionen. Zunächst evaluierten sie die Aufrüstung der Hardware und die Verlängerung der Mainframe-Laufzeit. Da der Modernisierungsbedarf und die damit verbundenen Kosten hoch waren, verwarfen sie diese Option recht schnell. Als nächstes prüfte das Projekt-Team Outsourcing-Angebote für das Hosting durch andere Rechenzentren. Doch auch diese Alternative kam nicht in Frage, da Itebo sich als Dienstleister zu sehr den Rahmenbedingungen eines Hosting-Partners hätte anpassen müssen. Damit wären die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten geringer, das hätte eine eingeschränkte Flexibilität für Dienstleistungen am eigenen Kunden zur Folge. „Itebo möchte ihren Kunden größtmögliche Flexibilität anbieten. Dazu gehört auch eigenes Hosting“, unterstreicht Burkhard Schweifel, Consultant im Servicebereich Kommunale Anwendungen bei Itebo.

Für die Spezialisten blieb daher nur die Migration auf eine Windows-Server-Plattform als wirtschaftliche und praktikable Lösung übrig. Da die Anwendung des Kirchlichen Meldewesens in Cobol verwirklicht wurde, kam bei der Recherche nach Migrationslösungen Micro Focus als bekannter Hersteller von Entwicklungswerkzeugen in die erste Wahl. Außerdem lagen der Geschäftsführung vergleichbare Referenzprojekte mit der Anbieterlösung vor. Nach einer kurzen Machbarkeitsstudie und der daraus folgenden Definition der praktischen Schritte zur Umsetzung des Projekts konnte rasch mit der Realisierung begonnen werden.

Die eigentliche Migration dauerte lediglich rund drei Monate und nahm ungefähr 30 Tage in Anspruch. Es folgten zwei vierzehntägige Phasen im Parallelbetrieb, zunächst als Test und dann als operative Phase. Diese fand bereits zusätzlich zum laufenden Betrieb des bestehenden Mainframes auf den neuen Windows-Server auf Basis der Micro Focus Server Enterprise Edition mit CICS-Compatibility statt. Danach übernahm der Windows-Server den vollständigen Produktivbetrieb. Die Migration gliederte sich in mehrere thematische Abschnitte. Zunächst erfolgte die Einrichtung des Enterprise Servers und die Übertragung der Stammdateien. Sie umfassten eine Million Datensätze katholisch getaufter Personen und Familienangehöriger und weiterer zwei Millionen Historik Sätze, die durch Änderungen in den Grunddaten wie Umzug, Namensänderung oder Wegzug erzeugt wurden.

Die von den Einwohnermeldeämtern bezogenen Daten werden dabei im Batch-Verfahren (Stapelverarbeitung) eingelesen und den einzelnen Kirchenverwaltungen des Bistums zur Verfügung gestellt. Da die Anwendung für das kirchliche Meldewesen auch dialogorientiert arbeitet, umfasste der nächste Schritt die Einrichtung des CICS-Systems. Es ist für den Direktzugriff der Abteilungen der Generalvikariate auf die Meldedaten zuständig und dient der transaktionsorientierten Steuerung von Dialogen. Danach folgte die Übertragung der Programme und der Dialogmasken. Die abschließenden Schritte waren nach der Migration der Batch-Programme die Erstellung der einzelnen Jobs und die Durchführung der Batchanpassungen.

Die Micro Focus Studio Enterprise Edition diente bei der Migration als grafisch orientiertes Entwicklungswerkzeug. Im laufenden Betrieb übernahm die Laufzeitumgebung Micro Focus Server Enterprise Edition die Abbildung des laufenden Betriebs eines IBM-Mainframes auf den Windows-Servern.
Mit dieser Lösung war eine kostengünstige Umstellung möglich, ohne zu viele personelle Ressourcen zu binden, denn an der Durchführung des Migrationsprojektes waren seitens Itebo ldrei Mitarbeiter beteiligt. Die Migration sorgte für eine Laufzeitverbesserung bei der Ausführung der Programmroutinen um bis zu 300 Prozent, für mehr Stabilität und einen kostengünstigeren Betrieb.

www.bistum-osnabrueck.de
www.itebo.de

Bildquelle: "Lämmchen" © Sabine Fischer/pixelio.de; "Dom" © Nikolai Zotow

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