Im Vorjahr wurden 23 Prozent der Befragten während der Feiertage von einem Vorgesetzten kontaktiert, obwohl sie frei hatten.
Der Großteil davon (84 Prozent) gibt an, seine beruflichen Nachrichten sogar mindestens einmal täglich zu checken. Das sind die Ergebnisse des „Slack Holiday Season Survey“ unter mehr als 2.000 Büroarbeitern in Deutschland, der im Auftrag des Technologieunternehmens Slack vom Marktforschungsinstitut Yougov durchgeführt wurde. Die Studie untersucht die Erreichbarkeit der deutschen Arbeitnehmer und welche Auswirkungen diese Erwartung auf ihr Wohlbefinden hat.
Auch unter den Befragten, die angeben, nicht über die Feiertage erreichbar zu sein, planen 27 Prozent mindestens einmal wöchentlich einen Blick in ihre dienstlichen Nachrichten zu werfen. Die Zeit über Weihnachten und Neujahr ist dabei keine Ausnahme: 42 Prozent der Befragten geben an, dass sie grundsätzlich außerhalb ihrer Kernarbeitszeiten, etwa nach Feierabend oder am Wochenende, für die Arbeit erreichbar sind.
Die Motivation, über Weihnachten und Neujahr erreichbar zu sein, hat unterschiedliche Gründe: 27 Prozent der Befragten geben an, aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage für die Arbeit erreichbar zu sein. 54 Prozent sagen, dass es die Kunden erwarten, rund zwei Drittel (61 Prozent) haben wichtige Aufgaben oder Projekte zu bearbeiten und 77 Prozent sind aus eigenem Antrieb erreichbar.
Jedoch gibt auch knapp jeder Zweite (48 Prozent) an, dass Arbeitgeber und Vorgesetzte die Erreichbarkeit erwarten. Ein ähnliches Bild geben die Chefs selbst: 26 Prozent der Führungskräfte, die über die Feiertage erreichbar sind, verlangen diese Erreichbarkeit auch von den Angestellten. Jede vierte Führungskraft (25 Prozent) gibt den Mitarbeitern sogar vor, an welchen oder wie vielen Tagen sie erreichbar sein sollen.
Der Druck, der durch die ständige Erreichbarkeit entsteht, kann gravierende Folgen für die Arbeitnehmer haben: Rund jeder dritte (31 Prozent) Befragte ist gestresst davon, permanent für die Arbeit erreichbar zu sein und hat Sorge, dass dies zum Burnout führen könnte. Die Sorge der Mitarbeiter teilen 43 Prozent der befragten Führungskräfte. Zudem geben 75 Prozent der Führungskräfte an, ihre Mitarbeiter zu ermutigen, während der Weihnachtsfeiertage aktiv abzuschalten. Nur 27 Prozent der Befragten bestätigen jedoch, dass ihr Arbeitgeber Hilfestellung gibt, wie man besser abschalten kann.
Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus