Instant-Payments-Lösungen

Keine teuren Anpassungen riskieren

Im Kommentar erläutert Christian K. Schwarz, European Head of Payments bei Finastra, wie Banken den nahtlosen Übergang zu Instant-Payments-Lösungen gewährleisten und deren Vorteile für sich nutzen können, um sich wettbewerbsfähig aufzustellen.

Christian K. Schwarz, Finastra

Christian K. Schwarz hat an der Höheren technischen Lehranstalt (HTL) Wien seinen Abschluss in Engineering gemacht.

Durch den Regulierungsentwurf der EU-Kommission werden die meisten Banken bis Ende dieses Jahres verpflichtet, ihren Kunden Sepa-Echtzeitüberweisungen anzubieten. Konkret heißt das, dass allein in Deutschland knapp 200 Banken Instant Payments im Jahr 2024 implementieren müssen. Auch wenn diese Umstellung eine Herausforderung für die deutschen Banken darstellt, können durch Instant-Payments-Lösungen beispielsweise das Kundenerlebnis und Cashflow-Management aufgewertet, Betriebskosten eingespart und Zahlungen im EU-weiten Zahlungsraum harmonisiert werden. Um entsprechende Lösungen langfristig und strategisch zu implementieren, sollten folgende Faktoren bedacht werden.

Einhaltung von Vorschriften

Payments Service Provider (PSP) werden in allen 27 EU-Ländern verpflichtet, Instant Payments anzubieten und empfangen zu können. Die Kosten müssen denen von Sepa-Überweisungen entsprechen. Banken sollten sich daher einen Partner suchen, der über das Wissen, die Erfahrung, die Technologie und die Fähigkeit zur Integration von Drittanbietern verfügt, um den Aufwand für die Einhaltung von Vorschriften zu verringern und einen reibungsloseren Übergang zu Instant Payments zu ermöglichen.

Nahtlose Integrationen

Auch die Übernahme einheitlicher Standards wie ISO 20022 muss gewährleistet werden. Das neue Nachrichtenformat bringt Vorteile mit sich, wie ein geringeres Fehler- und Betrugsrisiko, eine höhere Verfügbarkeit, Genauigkeit und Integrität von Daten. Eine einfache Integration mit den bestehenden Zahlungsverarbeitungssystemen von Banken ist essenziell. Banken verfügen oft über veraltete Infrastrukturen, die sich kaum an moderne Technologien anpassen lassen. Bei der Auswahl einer Lösung ist die Verfügbarkeit von standardisierten Schnittstellen und Integrationswerkzeugen also ein wichtiger Faktor. Durch Open Banking und APIs kann die Integration neuer Anwendungen und Lösungen schnell, kostengünstig und nahtlos erfolgen.

Sicherheitsmaximierung und Betrugsprävention

Die Verbesserung der Sicherheit und die von Betrugsprävention sind entscheidende Aspekte bei der Implementierung einer Lösung für Instant Payments. Für ein bestmögliches Ergebnis sollten Banken eine Partnerschaft mit einem Unternehmen eingehen, das ihnen den Zugang zu offenen Technologien und einem breiteren Ökosystem vereinfacht, um die Implementierung von Mehrwertdiensten Dritter zu ermöglichen. Einige Fintechs haben sich auf fortschrittliche Betrugserkennungsinstrumente spezialisiert, die Banken helfen, betrügerische Transaktionen zu erkennen und zu verhindern. Durch die Erkennung von betrügerischen Anomalien und Mustern können Banken und Kunden sofort Maßnahmen zur Risikominderung ergreifen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Um die richtige Lösung auszuwählen, ist eine eingehende Analyse der betrieblichen und regulatorischen Anforderungen sowie der Kundenerwartungen entscheidend. Banken riskieren sonst, dass sie im Nachhinein teure Anpassungen oder einen Technologiewechsel vornehmen müssen. Ein langfristiger, strategischer Ansatz, der die Cloud für erhöhte Skalierbarkeit und Sicherheit sowie die Fähigkeit zur nahtlosen Integration mit Fintech-Anwendungen von Drittanbietern einschließt, trägt dazu bei, dass die Lösung die Anforderungen der Bank langfristig erfüllt.

Bildquelle: Finastra

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