US-Wirtschaft

KI-Boom bleibt kleiner als er scheint

US-Unternehmen investieren massiv in Rechenzentren, Software und Computertechnik. Der KI-Beitrag zu Investitionen und Wirtschaftswachstum bleibt begrenzt.

Der KI-Boom in den USA ist kleiner als vermutet

Die Investitionstätigkeit der US-Unternehmen ist durch Technologie bestimmt, nicht durch KI, sagt das US-amerikanische Bureau of Economic Analysis. Demnach wachsen die Ausgaben für Rechenzentren, Software, Computer und Geräte zur Informationsverarbeitung besonders stark. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine wichtige Rolle, doch ihr direkter Anteil an den Kapitalinvestitionen vieler Firmen bleibt noch gering.

Hohe KI-Nutzung, geringe KI-Investitionen

89 Prozent der befragten 250 Unternehmen geben an, dass Beschäftigte für mindestens eine reguläre Aufgabe Zugang zu KI-Werkzeugen haben. 83 Prozent setzen KI bereits in mindestens einem formellen Geschäftsprozess ein. Besonders häufig kommt sie beim Schreiben von Texten und bei der Datenanalyse zum Einsatz. Wichtige Anwendungen finden sich zudem in Vertrieb und Marketing, Management und Strategie.

Die hohe Nutzung führt bislang nicht automatisch zu hohen Investitionen. Rund 40 Prozent der befragten Unternehmen tätigen nach eigenen Angaben überhaupt keine Kapitalinvestitionen in KI. Weitere 30 Prozent investieren lediglich ein bis neun Prozent ihrer gesamten Kapitalausgaben in diesen Bereich. Viele Firmen befinden sich damit noch in einer Phase der Erprobung. Sie investieren etwa in Schulungen und andere Dienstleistungen, um geeignete Einsatzfelder und den wirtschaftlichen Nutzen der Technologie zu ermitteln.

Teure Importe dämpfen KI-Boom

Ein Grund für die begrenzte Wirkung auf die US-Wertschöpfung liegt in den hohen Importen. Ein erheblicher Teil der Computertechnik und Halbleiter stammt aus dem Ausland. Nach Berechnungen der Zürcher Kantonalbank schlagen deshalb nur etwa zehn bis 20 Prozent der Ausgaben für Computerausrüstung unmittelbar in der US-Wertschöpfung zu Buche. Der Rest entfällt größtenteils auf Importe. Stark steigende Technologieinvestitionen erhöhen damit nicht im gleichen Umfang das amerikanische Bruttoinlandsprodukt.

Insgesamt schätzt die Zürcher Kantonalbank den derzeitigen zusätzlichen Beitrag von KI zum Wachstum der US-Wirtschaft auf höchstens 0,5 Prozentpunkte. Damit ist die Technologie ein relevanter Wachstumsfaktor, trägt die Konjunktur aber nicht allein. Privater Konsum und Investitionen außerhalb des Technologiesektors bleiben entscheidend. Der aktuelle Boom zeigt daher vor allem den Aufbau einer neuen technischen Infrastruktur. Sein langfristiger wirtschaftlicher Ertrag hängt davon ab, wie erfolgreich Unternehmen daraus höhere Produktivität und neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Mit KI-Unterstützung verfasst.

Bild:  Pvproductions / Magnific

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